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Der ehemalige Präsident des Europäischen Rates Herman Van Rompuy

Europäischer Rat

Herman Van Rompuy war der erste Vollzeit-Präsident des Europäischen Rates. Er wurde im November 2009 zum ersten Mal gewählt und anschließend für eine zweite Amtszeit von Juni 2012 bis November 2014 wiedergewählt. Er wurde am 1. Dezember 2014 von Donald Tusk abgelöst. 

Persönliche Gedanken über seine Rolle als Präsident des Europäischen Rates

Auf der Konferenz "Dove va l'Europa" – "Lage der Union" referierte Herman Van Rompuy über seine Amtszeit als Präsident des Europäischen Rates:

"Für mich war das Amt genauso neu wie für jedermann. Ich wurde am 19. November 2009 gewählt. Ich hatte eine Presseerklärung vorbereitet, in der ich meine Vorstellungen angedeutet habe. Immer noch wert, daraus zu zitieren.

Damals sagte ich: 'Ich bin der Meinung, dass jedes Land aus Verhandlungen als Sieger hervorgehen sollte. (...) Als Präsident des Europäischen Rates werde ich jedem gut zuhören und dafür sorgen, dass unsere Beratungen Ergebnisse für alle bringen.'

Ich sagte auch: 'Es ist viel über das Profil des künftigen Präsidenten debattiert worden, es gibt aber nur ein mögliches Profil, und zwar eines des Dialogs, der Einheit und des Handelns.'

Vertrauen aufbauen ist in meinen Augen vielleicht die wichtigste Aufgabe eines Präsidenten des Europäischen Rates. 

Herman Van Rompuy

Unter den Staats- und Regierungschefs, den Institutionen, den Ländern Vertrauen aufbauen ist die Grundlage für politische Entscheidungsfindung.

Dies gilt besonders, wenn die Entscheidungen schwierig sind und wenn sie im Konsens zu treffen sind, wie dies im Europäischen Rat in der Regel der Fall ist. 

Wie baut man Vertrauen auf? Indem man auf die Menschen zugeht, ihnen zuhört und ihre Ansichten berücksichtigt.

So ist es mir während meiner gesamten Amtszeit ein Anliegen gewesen, alle Mitglieder des Europäischen Rates in ihrer eigenen Hauptstadt – grundsätzlich einmal im Jahr – zu besuchen. Wenn man mit den Präsidenten und Premierministern in ihrem eigenen Arbeitsumfeld spricht, erlangt man eine viel bessere Vorstellung davon, was sie wirklich bewegt.

(…) Alle meine Bemühungen, Vertrauen aufzubauen, haben sich in Zeiten der Not und der Krise ausgezahlt."

Diese Gedanken sind aus der folgenden Rede entnommen:

In seiner Abschiedsrede vor den Mitgliedern des Europäischen Rates sagte Herman Van Rompuy ferner:

Gemeinsam haben wir gezeigt, was unmöglich schien: dass eine Union mit 28 Ländern funktionieren kann.

Herman Van Rompuy

"(…) Ich habe versucht, im europäischen Interesse zu handeln, was kein abstrakter Begriff ist. Es ist mehr als die Summe der 28 nationalen Interessen, aber es ist auch das. 

Stets müssen wir uns einigen, alle 28. Nicht immer auf einen Schlag, sondern manchmal auch ein bisschen mit Hängen und Würgen." 

Herman Van Rompuy auf

Über Herman Van Rompuy 

Herman Van Rompuy war Premierminister Belgiens, bevor er zum ersten Mal zum Präsidenten des Europäischen Rates gewählt wurde. Er war als Ökonom bei der Belgischen Nationalbank tätig; seine politische Laufbahn begann er 1973 als nationaler stellvertretender Vorsitzender der Jugendorganisation seiner Partei. 

Herman Van Rompuy besitzt einen Bachelor der Philosophie und einen Master der Betriebswirtschaft der Katholischen Universität Löwen.