Geschichte

Finden Sie mehr über die Ereignisse und die Verträge heraus, die die Rolle des Europäischen Rates, des Rates der EU, der Euro-Gruppe und des Euro-Gipfels geprägt haben.

1951

Der Vertrag von Paris

Mit dem Vertrag von Paris wird die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet, die einen gemeinsamen Markt für Kohle und Stahl ins Leben ruft. Damit wird ein Schritt zum Abbau von Misstrauen und Spannungen zwischen europäischen Nachbarstaaten nach dem Zweiten Weltkrieg getan. Der EGKS-Vertrag, der 2002 auslief, ist der erste Gründungsvertrag der Europäischen Gemeinschaft.

1952

8. September

Erste Tagung des Besonderen Ministerrates der EGKS

Die erste Tagung des Besonderen Ministerrates der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, aus dem später der Rat der Europäischen Union hervorging, findet in Luxemburg statt.

1958

1. Januar

Die Römischen Verträge

Mit den Römischen Verträgen werden die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) gegründet. Am 25. Januar 1958 findet unter der Leitung des belgischen Außenministers Victor Larock die erste Tagung des Rates der EWG statt.

1960

Mai

Der Sonderausschuss Landwirtschaft

Der Sonderausschuss Landwirtschaft (SAL) wird eingesetzt, um die technischen Aspekte der Gemeinsamen Agrarpolitik vorzubereiten. Der Ausschuss der Ständigen Vertreter (AStV) des Rates der EWG wird in AStV I (Stellvertreter) und AStV II (Botschafter) untergliedert. Der AStV, dessen zweigeteilte Struktur bis heute fortbesteht, ist für die Vorbereitung der Arbeiten des Rates zuständig.

1965

1. Juli

Die "Politik des leeren Stuhls"

1965 kündigt Frankreich an, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten bei den Verhandlungen über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik nicht mehr an den Ratstagungen teilnehmen zu wollen. Gelöst werden konnte diese Krise 1966 dank des Luxemburger Kompromisses, mit dem die Regel der Einstimmigkeit für die Fälle, in denen wesentliche Interessen auf dem Spiel stehen, eingeführt wurde.

1967

8. April

Die Fusionsverträge

Mit den beiden Fusionsverträgen von 1967 und 1971 werden ein gemeinsamer Rat und eine gemeinsame Kommission eingesetzt und ein gemeinsamer Haushaltsplan für die drei Gemeinschaften (EGKS, Euratom und EWG) eingeführt. Ferner wird der AStV förmlich zum Vorbereitungsgremium des Rates erklärt.

1973

1. Januar

Die erste Erweiterung

Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich treten den Europäischen Gemeinschaften bei, womit sich die Zahl der Mitgliedstaaten auf neun erhöht.

1975

11. März

Erste Tagung des Europäischen Rates

Der neugeschaffene Europäische Rat tagt erstmals im März 1975 in Dublin.

1981

1. Januar

Griechenland tritt der EU bei

Mit dem Beitritt Griechenlands wird die Zahl der EU-Mitgliedstaaten zweistellig.

1985

14. Juni

Schengener Übereinkommen

Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande unterzeichnen in Schengen (Luxemburg) das Schengener Übereinkommen über die Abschaffung der Grenzkontrollen.

Dieses Übereinkommen räumt den Bürgern schrittweise die Möglichkeit ein, Binnengrenzen ohne Passkontrollen zu überschreiten. Die Umsetzung des Schengener Übereinkommens beginnt später (1995).

1986

1. Januar

Spanien und Portugal werden EU-Mitglieder

Spanien und Portugal treten der EU bei, womit sich die Zahl der Mitgliedstaaten auf zwölf erhöht.

1987

1. Juli

Die Einheitliche Europäische Akte

Mit der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA) wird der Binnenmarkt errichtet, der den freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital ermöglicht. Ferner wird damit die außenpolitische Zusammenarbeit eingeleitet und die Möglichkeit zur Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit im Rat ausgedehnt.

Außerdem erhält der Europäische Rat mit der Einheitlichen Europäischen Akte eine Rechtsgrundlage. Damit werden die Treffen der Staats- und Regierungschefs formalisiert.

1992

11. Dezember

Öffentliche Tagungen

Der Europäische Rat führt auf seiner Tagung 1992 in Edinburgh öffentliche Tagungen ein. Diese Praxis wird im Laufe der Jahre erheblich ausgeweitet – zuletzt durch den Vertrag von Lissabon.

Die öffentlichen Aussprachen und Beratungen des Rates können heute auf der Website verfolgt werden.

1995

1. Januar

Die vierte Erweiterung der EU

Österreich, Finnland und Schweden treten der EU bei. Die EU umfasst nunmehr 15 Staaten und erstreckt sich über fast ganz Westeuropa.

1997

13. Dezember

Einsetzung der Euro-Gruppe

Der Europäische Rat billigt die Einsetzung der Euro-Gruppe – ein informelles Gremium, in dem die Finanzminister der Länder vertreten sind, deren gemeinsame Währung der Euro ist. Die erste Sitzung der Euro-Gruppe findet am 4. Juni 1998 auf Schloss Senningen in Luxemburg statt.

1999

1. Mai

Der Vertrag von Amsterdam

Mit dem Vertrag von Amsterdam wird ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts errichtet und das Schengen-Übereinkommen in EU-Recht überführt. Ferner wird durch den Vertrag die Rolle des Generalsekretärs des Rates geändert, der nun auch zum Hohen Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik wird.

2002

1. Januar

Der Euro kommt in Umlauf

Ab dem 1. Januar 2002 treten Euro-Banknoten und ‑Münzen an die Stelle der nationalen Währungen.

2003

1. Februar

Der Vertrag von Nizza

Mit dem Vertrag von Nizza wird die institutionelle Reform der EU im Hinblick auf die künftige, auf 27 Mitgliedstaaten erweiterte EU eingeleitet. Auf Ebene des Rates wird die Möglichkeit zur Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit ausgedehnt und der Grundsatz der verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten eingeführt.

2004

1. Mai

Die größte Erweiterung der EU

Zehn neue Staaten treten gleichzeitig der EU bei: die Tschechische Republik, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, die Slowakei und Slowenien. Dies ist in Bezug auf Einwohner und Länder die zahlenmäßig größte Erweiterung der EU.

Damit hat die EU jetzt 25 Mitgliedstaaten.

2007

1. Januar

Bulgarien und Rumänien treten der EU bei

Bulgarien und Rumänien werden Mitgliedstaaten der nunmehr 27 Länder umfassenden EU.

2009

1. Dezember

Der Vertrag von Lissabon

Mit dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon werden Struktur und Arbeitsweise der EU reformiert.

Die Möglichkeit zur Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit im Rat wird ausgedehnt.

Der Europäische Rat wird ein eigenständiges Organ, das über einen Präsidenten verfügt. Bis dahin war der Europäische Rat ein informelles Gremium und das Amt des Vorsitzenden des Europäischen Rates eine inoffizielle Funktion. Die Rolle wurde von dem Staats- oder Regierungschef des Mitgliedstaats ausgeübt, der zum jeweiligen Zeitpunkt den turnusmäßig wechselnden Vorsitz im Rat der Europäischen Union innehatte. 

2012

10. Dezember

Friedensnobelpreis für die EU

Die EU erhält 2012 den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für Frieden, Aussöhnung, Demokratie und Menschenrechte in Europa.

Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU erklärt das norwegische Nobelpreiskomitee, es würdige mit seiner Entscheidung die stabilisierende Rolle der EU, der es zu verdanken sei, dass fast ganz Europa von einem Kontinent der Kriege zu einem Kontinent des Friedens geworden sei.

2013

1. Juli

Kroatien tritt der EU bei

Nach Slowenien wird Kroatien als zweites aus Jugoslawien hervorgegangenes Land Mitglied der EU. 

Damit hat die EU 28 Mitgliedstaaten.