60. Jahrestag der Römischen Verträge, 25.03.2017

Europäischer Rat
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  • 25.03.2017
  • Rom
  • Vorsitz: Donald Tusk
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Die Staats- und Regierungschefs der EU kamen anlässlich des 60. Jahrestags der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März in Rom (Italien) zusammen. Dies bot die Gelegenheit, gemeinsam über den Zustand der Europäischen Union und die Zukunft des Integrationsprozesses nachzudenken.

"Heute in Rom erneuern wir das einzigartige Bündnis freier Nationen, das vor 60 Jahren von unseren großen Vorgängern gegründet wurde", sagte Präsident Donald Tusk bei der feierlichen Veranstaltung in Campidoglio. "Damals ging es nicht um unterschiedliche Gangarten oder Austrittswünsche, sondern darum, dass sie all den tragischen Ereignissen der jüngsten Geschichte zum Trotz fest an die Einheit Europas glaubten."

Präsident Tusk hob hervor, dass an diesem Jahrestag Millionen von Menschen in ganz Europa ihre Unterstützung für die EU zeigten.

"Wenn es um die Europäische Union geht, geht es nicht um Wahlsprüche, nicht um Verfahren und nicht um Verordnungen. Unsere Union ist ein Garant dafür, dass Freiheit, Würde, Demokratie und Unabhängigkeit nicht mehr nur ein Traum, sondern unsere alltägliche Wirklichkeit sind."

Präsident Donald Tusk

Zum Abschluss der Festlichkeiten verabschiedeten die führenden Vertreter die Erklärung von Rom, in der eine gemeinsame Vision für die kommenden Jahre entworfen wird.

Darin betonten sie, dass die Europäische Union eine einzigartige Union mit gemeinsamen Institutionen und starken Werten ist; eine Gemeinschaft des Friedens, der Freiheit, der Demokratie, der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit, eine bedeutende Wirtschaftsmacht mit einem beispiellosen Niveau von Sozialschutz und Wohlfahrt.

"Die europäische Einheit hat als Traum einiger weniger begonnen und ist zur Hoffnung vieler geworden. Dann wurde Europa wieder eins. Heute sind wir vereint und stärker: Hunderten von Millionen Menschen in ganz Europa kommt es zugute, dass sie in einer erweiterten Union leben, welche die alten Trennlinien überwunden hat."

Die Erklärung von Rom 

Die führenden Vertreter von 27 Mitgliedstaaten und der EU-Organe erklärten, dass sie sich – im Bewusstsein der Anliegen der Bürgerinnen und Bürger der EU – zur Agenda von Rom bekennen und für die darin erklärten Ziele einsetzen werden:

  • ein sicheres und geschütztes Europa
  • ein wohlhabendes und nachhaltiges Europa
  • ein soziales Europa
  • ein stärkeres Europa in der Welt

"Europa als politische Einheit wird es nur geeint oder gar nicht geben. Nur ein geeintes Europa kann ein souveränes Europa gegenüber dem Rest der Welt sein", sagte Präsident Tusk.

Hintergrund

Die Römischen Verträge waren die Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bzw. der Europäischen Atomgemeinschaft (EAG oder EURATOM), die am 25. März 1957 unterzeichnet wurden und am 1. Januar 1958 in Kraft getreten sind.

Ähnlich dem institutionellen Aufbau der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) umfassten die neuen Gemeinschaften ebenfalls vier Organe: eine Kommission, einen Rat und – gemeinsam mit der EGKS – eine Versammlung und einen Gerichtshof.

Am 25. September 1958 fand unter der Leitung des belgischen Außenministers Victor Larock die erste Tagung des Rates der EWG statt.

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Zuletzt überprüft am 27.03.2017