G20-Gipfel in Hamburg, 07.-08.07.2017

Internationales Gipfeltreffen
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  • 07.-08.07.2017
  • Deutschland

Die G20 haben sich am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg getroffen. Als Vertreter der EU nahmen der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, und der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, an dem Gipfeltreffen teil. Das Motto des diesjährigen Gipfels lautete: "Eine vernetzte Welt gestalten".

Die G20 haben eine Erklärung zu folgenden Punkten verabschiedet:

  • Aufteilung der Vorteile der Globalisierung
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit
  • Förderung einer nachhaltigen Existenzsicherung
  • Übernahme von Verantwortung

Sie haben zudem einen Aktionsplan für eine engere Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung und gegen ausländische terroristische Kämpfer verabschiedet.

Was das Thema Energie und Klimaschutz anbelangt, so haben die Gipfelteilnehmer den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzübereinkommen zur Kenntnis genommen. Die Vertreter der übrigen G20-Mitgliedstaaten haben erklärt, dass das Pariser Übereinkommen unumkehrbar ist, und den Aktionsplan der G20 zu Klimaschutz und Energie für Wachstum gebilligt.

Im Hinblick auf die Migrations- und Flüchtlingskrise haben die G20 vereinbart, sich noch enger abzustimmen und gegen Schleuser und Menschenhändler vorzugehen. Auch wollen sie der Beseitigung der Migrationsursachen und der Unterstützung der Herkunfts- und Transitländer Vorrang einräumen.

“Schleusung ist ein organisiertes Geschäft. Im letzten Jahr wurden allein in Libyen 1,6 Milliarden Dollar damit verdient. Mit Hilfe dieser Gewinne können die Schleuser ganze Teile des Landes kontrollieren. Sie arbeiten auch mit Terroristen zusammen und untergraben so weiter die Stabilisierung Libyens."

Präsident Donald Tusk auf der Pressekonferenz vor dem G20-Gipfel am 7. Juli 2017

Die G20 haben betont, dass den Menschen geholfen werden müsse, die Chancen und Vorteile der wirtschaftlichen Globalisierung zu nutzen. Sie haben ferner erörtert, wie die Errichtung eines offenen und widerstandsfähigen Finanzsystems fortgeführt werden kann.

Sie haben sich zur internationalen Zusammenarbeit im Steuerbereich und finanziellen Transparenz sowie zum Abbau der Überkapazitäten in der Stahlindustrie verpflichtet.

Die Entwicklung Afrikas hat für die G20 weiterhin oberste Priorität. Sie haben die Afrika-Partnerschaft der G20 ins Leben gerufen, um Wachstum und Beschäftigung auf dem Kontinent zu fördern. So sollen mit der G20-Initiaitve für die Beschäftigung junger Menschen in ländlichen Gebieten bis 2022 1,1 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Gipfelteilnehmer haben unterstrichen, dass es gilt, die Digitalisierung zu nutzen, um ein integratives und nachhaltiges Wachstum zu erreichen. Digitale Kompetenzen und Qualifikationen müssen unbedingt gefördert werden, um die Menschen für die Arbeitswelt der Zukunft zu rüsten.

Die G20 haben des Weiteren vereinbart, mehr für die Geschlechtergleichstellung zu tun. Sie haben betont, dass Digitalisierung und IKT einen Beitrag zur Stärkung der Position der Frau in der Gesellschaft leisten könnten.

Außerdem haben sie nachdrücklich auf den Nutzen einer internationalen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, insbesondere für die Bekämpfung der antimikrobiellen Resistenz, hingewiesen.

Das 13. G20-Gipfeltreffen wird 2018 in Argentinien stattfinden.

Vereinbarte Dokumente

Die G20 haben sich auf folgende weitere Dokumente verständigt:

Die Prioritäten der EU auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der G20

Der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk und der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker erläuterten in einem gemeinsamen Schreiben an die Staats- und Regierungschefs der EU die wichtigsten Themen für den Gipfel:

  • eine Weltwirtschaft zum Wohle aller – die Rolle der G20
  • ein offenes und faires regelgestütztes multilaterales Handelssystem und ein widerstandsfähiges internationales Währungs- und Finanzsystem
  • wirtschaftlicher Nutzen des Klimaschutzes und das Potenzial der digitalen Revolution
  • Steuervermeidung und Steuerhinterziehung
  • Bekämpfung von Terrorismus und Terrorismusfinanzierung
  • gemeinsame Verantwortung für Flüchtlinge und Migranten und Partnerschaften mit Afrika für Investitionen, Wachstum und Beschäftigung

Hintergrundinformationen

Der G20 gehören 19 Länder sowie die EU an. Auf sie entfallen rund 80 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) und fast zwei Drittel der Weltbevölkerung.

Das Gipfeltreffen der G20 wurde 2008 während der weltweiten Finanzkrise gegründet, um die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken. Seitdem kommen die G20-Mitglieder einmal im Jahr zusammen, um ein breites Spektrum von Fragen der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit zu erörtern.

Die EU als G20-Mitglied

Die Europäische Union ist Vollmitglied der G20, neben ihren folgenden vier Mitgliedstaaten: Deutschland, Frankreich, Italien und Vereinigtes Königreich. Zudem ist Spanien ständiger Gast der G20, und die Niederlande sind G20-Partnerland.

Die EU verfügt über einen eigenen Sitz am Tisch der G20, denn sie zählt zu den größten globalen Wirtschaftsteilnehmern mit besonderen Kompetenzen in den Bereichen Handel, Wirtschaftspolitik, Regulierung der Finanzmärkte, Entwicklung, Energie und Klimaschutz.

Zuletzt überprüft am 10.07.2017