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Warum muss die EU Fischbestände bewirtschaften?

Die Fischbestände Europas können sich nicht unbegrenzt erneuern. Ohne jede Kontrolle darüber, wer was fischt, könnte es geschehen, dass Fischbestände zusammenbrechen oder ihre Befischung unrentabel wird. Das Bestandsbewirtschaftungssystem der EU 

  • hilft, die Reproduktion der Fischbestände zu sichern
  • schafft die Voraussetzungen für eine rentable Fischwirtschaft
  • teilt Fangmöglichkeiten auf
  • spielt eine entscheidende Rolle für die Erhaltung des marinen Ökosystems

Wie funktioniert das Bestandsbewirtschaftungssystem der EU?

Die meisten wichtigen Fischbestände und Fischereien werden auf EU-Ebene im Rahmen von Mehrjahresplänen und jährlichen Fangbeschränkungen bewirtschaftet. 

Schlüsselbegriffe

TACs oder Fangmöglichkeiten – zulässige Gesamtfangmengen, d.h. die Höchstmengen, die bestimmten Fischbeständen entnommen werden dürfen (ausgedrückt in Tonnen oder Zahlen)

höchstmöglicher Dauerertrag – die größte Fangmenge, die einem Fischbestand entnommen werden kann, um die Größe der Population unverändert zu halten 

Rückwürfe – unbeabsichtigte Fänge von Fischen, die ins Meer zurückgeworfen werden und dabei häufig sterben

Jeder Mehrjahresplan enthält Ziele für die Bewirtschaftung der Fischbestände und kann außerdem weitere spezifische Bestandserhaltungsvorschriften enthalten. Seit dem Inkrafttreten der neuen Fischereipolitik am 1. Januar 2014 muss in den Mehrjahresplänen ein Ziel für den höchstmöglichen Dauerertrag vorgegeben und festgelegt werden, bis wann dieses Ziel erreicht werden muss.

Die EU legt zudem jährliche Fangbeschränkungen für die meisten kommerziell befischten Bestände fest. Diese werden auch als zulässige Gesamtfangmengen (total allowable catches – TACs) oder Fangmöglichkeiten bezeichnet. Jede TAC wird über nationale Quoten unter den EU-Mitgliedstaaten aufgeteilt. Es ist Aufgabe der einzelnen Mitgliedstaaten, dafür zu sorgen, dass ihre Quoten nicht überschritten werden.

Bei Fischbeständen, die mit Drittstaaten geteilt und gemeinsam bewirtschaftet werden, müssen die auf EU-Ebene vereinbarten TACs mit den Ergebnissen der regelmäßigen Konsultationen mit diesen Drittstaaten im Einklang stehen. Diese Konsultationen basieren auf internationalen Abkommen über die Zusammenarbeit bei der Bestandsbewirtschaftung.

Internationale Abkommen sind ein wichtiger Bestandteil der Bestandsbewirtschaftung in der EU. Es gibt zwei Hauptarten von internationalen Fischereiabkommen, und zwar bilaterale und multilaterale Abkommen.

Die Bestandsbewirtschaftung betreffende Beschlüsse können nicht nur von den EU-Organen in Brüssel, sondern auch von nationalen Behörden gefasst werden, die auf Ebene der Regionalmeere zusammenarbeiten. Mit der Regionalisierung soll sichergestellt werden, dass die technischen Vorschriften angemessen und auf die einzelnen Meeresgebiete abgestimmt sind. Die Vertreter der Fischer und der Regionalverwaltungen erarbeiten auch spezifische Maßnahmen zur Verhinderung von unbeabsichtigten Fängen (Rückwürfen).

Im Rat

Der Rat spielt bei der Bewirtschaftung der Fischbestände der EU eine wichtige Rolle. Zu den Aufgaben des Rates gehören die Festsetzung von zulässigen Gesamtfangmengen (total allowable catches – TACs) und die Aufteilung von Fangmöglichkeiten (Artikel 43 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU). Der Rat fasst seine Beschlüsse auf der Grundlage von Vorschlägen der Europäischen Kommission.

Konkret bedeutet dies, dass für jeden Fischbestand alljährlich vom Rat überarbeitete TACs und Quoten festgelegt werden. Dies geschieht in Form einer Verordnung, die gegen Jahresende für das kommende Jahr erlassen und gegebenenfalls im Laufe des Jahres aktualisiert wird. Die TACs und Quoten für 2015 wurden am 15./16. Dezember 2014 angenommen. Die TACs und Quoten für 2016 werden voraussichtlich im Dezember 2015 angenommen.

Was internationale Fischereiabkommen betrifft, so ist der Rat für die Erteilung des Verhandlungsmandats, für die Unterzeichnung der Abkommen im Namen der EU und für den Erlass des endgültigen Beschlusses zur Umsetzung der Abkommen in EU-Recht zuständig. Der Rat erteilt außerdem der Kommission das Verhandlungsmandat, wenn sie die EU in den verschiedenen regionalen Fischereiorganisationen vertritt, denen die EU angehört.