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  • 22.06.2015
  • 19:00
  • Erklärungen und Bemerkungen
  • 494/15
  • Wirtschaft und Finanzen
  • Euro-Währungsgebiet

Ich habe diese Tagung einberufen, weil nicht nur Griechenland, sondern uns allen allmählich die Zeit davonläuft. Es bleibt uns nur noch eine Woche, bis das derzeitige Programm für Griechenland ausläuft. Dies bedeutet, dass die Strategie des Abwartens ein Ende haben muss.

Es liegt in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass wir am Ende alles in unserer Macht Stehende getan haben, um dieses Problem zu lösen. Aber es liegt auch in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass wir alle Steuerzahler aller Länder respektieren. Hätten sie nicht die mit der Austeritätspolitik verbundenen Belastungen getragen, so wären sie heute nicht in der Lage, Griechenland zu helfen. Deshalb sollten alle Verhandlungspartner einander respektieren. Ich bin vollkommen überzeugt, dass gegenseitige Schuldzuweisungen zu keinem Ergebnis führen werden.

Ich möchte, dass heute Abend alle Karten auf den Tisch kommen. Das bedeutet nicht, dass ich die technischen Einzelheiten aushandeln möchte, sondern es heißt, dass ich das politische Spiel beenden möchte. Ich kann sagen, dass seit dem Zeitpunkt, zu dem ich diese informelle Tagung einberufen habe, einige ermutigende Dinge geschehen sind; dies schließt die heutigen Gespräche und Treffen ein. Die jüngsten griechischen Vorschläge sind die ersten echten Vorschläge seit vielen Wochen, auch wenn sie noch von den Institutionen bewertet werden müssen und noch weiter an ihnen gearbeitet werden muss.

Das Wichtigste ist aber, dass die führenden Politiker die volle Verantwortung für den politischen Prozess übernehmen, um den schlimmsten denkbaren Fall, nämlich einen unkontrollierbaren, chaotischen "Graccident" zu verhindern. Vielen Dank.