Mehr Sicherheit bei Schiffsreisen: Einigung mit dem EP über Digitalisierung von Fahrgastinformationen

Rat der EU
  • 14.06.2017
  • 22:00
  • Pressemitteilung
  • 365/17
  • Verkehr
14.06.2017
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Heute hat der Vorsitz mit dem Europäischen Parlament eine informelle Einigung über neue Vorschriften für die Digitalisierung der Fahrgastregistrierung auf Schiffen erzielt. Ziel ist es, im Falle eines Unfalls die genaue Anzahl der Fahrgäste und weitere Informationen für Such- und Rettungseinsätze sofort verfügbar zu machen. Derzeit vergehen wertvolle Minuten, weil die Angaben zu den Personen an Bord bei den Reedereien gespeichert sind und die Such- und Rettungsdienste dort erst eine Kontaktperson ausfindig machen müssen, um an diese Informationen zu gelangen. In digitaler Form werden sie künftig sofort zugänglich sein.

Unter anderem wird auch die Staatsangehörigkeit der Fahrgäste aufgenommen, wodurch es leichter wird, Unfallopfern und ihren Angehörigen zu helfen. Nach den geltenden Regeln müssen die Reedereien bereits den Namen, das Geburtsdatum, das Geschlecht und – falls vom Fahrgast gewünscht – auch Angaben dazu aufnehmen, ob im Notfall besondere Hilfe benötigt wird.

"Schiffsreisen in der EU sind sehr sicher, aber für den Fall, dass etwas passiert, müssen wir sicherstellen, dass wir sofort wissen, wie viele Personen vermisst werden, die sich vielleicht im Wasser oder eingeschlossen an Bord befinden. Neben den Namen müssen wir auch die Staatsangehörigkeit kennen, um Angehörige und Botschaften kontaktieren zu können. Die neuen Vorschriften ermöglichen dies", so Ian Borg, maltesischer Minister für Verkehr, Infrastruktur und Projekte.

Nach den neuen Vorschriften werden die Daten innerhalb von 15 Minuten nach Auslaufen des Schiffes den zuständigen Behörden elektronisch übermittelt. Dazu gibt es – unter bestimmten Voraussetzungen – zwei Möglichkeiten: das "nationale einzige Fenster" oder das automatische Schiffsidentifizierungssystem.

Ab dem Inkrafttreten der Richtlinie haben die Mitgliedstaaten nun zwei Jahre Zeit, um die neuen Bestimmungen in ihr nationales Recht aufzunehmen.

Die heute vereinbarte Richtlinie ist Teil einer umfassenderen Aktualisierung der EU-Vorschriften zur Sicherheit von Fahrgastschiffen, mit der Schiffsreisen sicherer gemacht, die Bestimmungen vereinfacht und Verwaltungskosten gesenkt werden sollen.

Der Vorsitz wird den Mitgliedstaaten das Ergebnis der heutigen Verhandlungen in den kommenden Wochen zur Billigung unterbreiten.