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Eine nachhaltigere und ökologischere Fischerei für Europa

Am 14. Mai haben die Landwirtschafts- und Fischereiminister der EU die Beratungen über die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand diesmal die Frage, wie der höchstmögliche Dauerertrag erreicht werden kann – die größte durchschnittliche Fangmenge eines Fischbestands, die dauerhaft entnommen werden kann, ohne die Fortpflanzung des Bestands zu gefährden. Die EU ist international verpflichtet, diese Anforderung bis spätestens 2015 zu erfüllen.


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Die Bewirtschaftung der Fischerei nach Maßgabe des höchstmögliches Dauerertrags (MSY – "maximum sustainable yield") soll eine Erholung der Fischbestände der EU gewährleisten (derzeit sind etwa 82 % der Mittelmeerbestände und 36 % der Atlantik-Bestände überfischt) und zu einer Gesundung der Ökosysteme beitragen. Ferner sollen damit langfristig die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Fischer verbessert, die Fangerträge erhöht sowie höhere Gewinnmargen und Investitionserträge erzielt werden.

"Wir tragen eine große Verantwortung – es geht nicht nur um Fisch und die derzeitige und künftige Situation der Fischer. In Wirklichkeit geht es um die Nachhaltigkeit für die Zukunft und für die künftigen Genera­tionen", erklärte die dänische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei Mette Gjerskov, die den Vorsitz der Tagung führte.

Alle Mitgliedstaaten haben grundsätzlich zugestimmt, den MSY anzuwenden, um die Nachhaltigkeit der Fischbestände sicherzustellen. Probleme sehen sie allerdings bei der praktischen Umsetzung.

Nach Ansicht der Minister müssen zur Festlegung realistischer MSY-Ziele zunächst einmal zuverlässige wissenschaftliche Daten in ausreichender Menge vorliegen, insbesondere zu gemischten Fischereien, in denen mehrere Arten befischt werden. Diese Daten sind jedoch derzeit oft nicht ausreichend verfügbar.

Einige Mitgliedstaaten sind der Ansicht, dass der Zeithorizont – 2015 – zu kurz gewählt ist, um MSY-Ziele für Bestände umzusetzen, zu denen es nicht genug wissenschaftliche Daten gibt. Sie würden eine progressive Einführung bevorzugen, auch um zu große Umwälzungen in der Fischwirtschaft zu vermeiden. Der Rat stimmt weitgehend mit Maria Damanaki, dem für maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständigen Kommissionsmitglied, darin überein, dass es eine klare Frist geben sollte; mehrere Delegationen schlugen vor, dass die Umsetzung bis 2020 abgeschlossen sein sollte.

"Wir – als Europa, als EU – haben eine Verpflichtung. Wir müssen in der Lage sein, der Welt zu versichern, dass es eine Grenze gibt. Und wir müssen es uns selbst versichern können. Das ist nicht leicht, aber es gibt keine Alternative", so Ministerin Gjerskov.

Daneben stellt sich die Frage, wie der MSY in gemischten und Mehr-Arten-Fischereien nutzbringend umgesetzt werden kann, d.h. wie in ein und derselben Fischerei gesunde Bestände befischt werden können, ohne dass die am meisten gefährdeten Bestände beeinträchtigt werden.

Nach Ansicht vieler Mitgliedstaaten ist es eher nicht zielführend, die am meisten gefährdeten Arten als Bezugspunkt für eine gemischte Fischerei zu nehmen; sie schlagen vor, die MSY-Ziele auf fundierte wissen­schaftliche Daten und Beratung zu stützen. Andere Delegationen schlugen vor, dass es für das Erreichen der MSY-Ziele für mehrere Bestände gleichzeitig hilfreich sein könnte, artenselektives Fanggerät zu verwenden oder bestimmte Fanggebiete zu schließen.

Bislang ist es der EU gelungen, 20 ihrer Bestände auf MSY-Niveau zu bringen. Dies hat laut Kommissions­mitglied Damanaki bei den Fischern in Nord- und Ostsee zu einem Mehreinkommen von insgesamt 135 Millionen Euro in einem Jahr geführt.

Der Vorsitz wird jetzt unter Berücksichtigung der Bedenken, Anliegen und Vorschläge der Mitgliedstaaten einen Kompromisstext erstellen. Der Rat möchte rechtzeitig eine Gesamteinigung (die sogenannte allge­meine Ausrichtung) erzielen, damit die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament noch im Juni aufgenommen werden können. 

Weitere Informationen:
Pressekonferenz (Video)
Aussprache der Minister (Video)
Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU
Pressemitteilung

 

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