Infografik – Ein internationaler Pandemievertrag
Textfassung
Ein internationaler Pandemievertrag
Die COVID-19-Pandemie hat weltweit Millionen Todesopfer gefordert.
Auch ihre sozioökonomischen Auswirkungen sind enorm, da die Weltwirtschaft fast zum Stillstand gekommen ist.
Viren kennen keine Grenzen.
Keine Regierung oder Organisation kann die Bedrohung durch künftige Pandemien alleine bewältigen.
Deshalb erfordern Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Pandemien eine globale Vorgehensweise.
Warum ein internationaler Vertrag?
Ein internationaler Vertrag würde Folgendes gewährleisten:
- ein dauerhaftes und langfristiges politisches Engagement
- klare Verfahren und Aufgaben
- langfristige öffentliche und private Unterstützung auf allen Ebenen
Der Vertrag würde einen gesamtstaatlichen und gesamtgesellschaftlichen Ansatz fördern, bei dem Gesundheitsfragen in allen relevanten Politikbereichen – Forschung, Innovation, Finanzierung, Verkehr usw. – berücksichtigt werden.
„Niemand ist sicher, bis wir alle sicher sind.“
Am 30. März 2021 forderten 26 Führungsspitzen aus aller Welt in einem gemeinsamen Aufruf mit Charles Michel und dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, einen internationalen Pandemievertrag.
„Die COVID‑19-Pandemie hat uns schonungslos und schmerzhaft vor Augen geführt, dass niemand sicher ist, bis alle sicher sind.“
Gemeinsam stärker
Der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, hat bereits im November 2020 einen internationalen Pandemievertrag vorgeschlagen.
„Mit einem Pandemievertrag könnte die internationale Gemeinschaft künftig energischer, effizienter und schneller reagieren. Denn es gilt, künftigen Krisen besser vorzubeugen und Risiken zu verringern.“ Charles Michel am Weltgesundheitsgipfel der G20, 21. Mai 2021
Was würde im Vertrag stehen?
Im Vertrag können Grundsätze, Prioritäten und Ziele festlegt werden, die uns helfen, uns besser auf künftige Pandemien vorzubereiten und darauf zu reagieren. Ziel wäre es, die nationalen, regionalen und globalen Kapazitäten sowie die Widerstandsfähigkeit gegen künftigen Pandemien zu stärken.
Der Vertrag wäre ein rechtsverbindliches internationales Instrument, das in der Satzung der WHO verankert ist.
Der Vertrag könnte Folgendes regeln:
- Früherkennung und Prävention von Pandemien
- Reaktion auf künftige Pandemien, z. B. Gewährleistung eines universellen und gleichberechtigten Zugangs zu medizinischen Lösungen wie Impfstoffen, Arzneimitteln, Diagnostika und persönlicher Schutzausrüstung
- Stärkung des internationalen Gesundheitsrahmens mit einer zentralen Rolle der WHO
- das Konzept „Eine Gesundheit“, das eine Verbindung zwischen der Gesundheit der Menschen, der Tiere und des Planeten herstellt
„Eine Gesundheit“ zum Wohle aller
Die Verbindung zwischen Mensch und Tier ist oft die Umwelt.
Ein internationaler Pandemievertrag würde es ermöglichen, das Konzept „Eine Gesundheit“ in die globale Gesundheitsarchitektur einzubeziehen und so eine Verbindung zwischen der Gesundheit der Menschen, der Tiere und des Planeten herzustellen.
Ein Drittel bis die Hälfte aller menschlichen Infektionskrankheiten werden von Tieren übertragen.
Drei Viertel der neuen menschlichen Krankheiten der letzten zehn Jahre stammen von Tieren oder Erzeugnissen tierischen Ursprungs.
Wer wäre beteiligt?
Die 194 Länder, die Mitglieder der WHO sind, würden den Vertrag aushandeln
und eine endgültige Entscheidung über seine Annahme treffen.
Auch die Zivilgesellschaft, internationale Organisationen und die einschlägigen VN-Agenturen würden umfassend einbezogen.
Warum sollte die WHO bei der Ausarbeitung des Vertrags federführend sein?
Pandemien sind vor allem ein Problem der öffentlichen Gesundheit, und die WHO ist das umfassendste und erfahrenste Gremium, in dem alle Länder bei wichtigen globalen Gesundheitsfragen zusammenarbeiten können.
Die nächsten Schritte
- 24. Mai bis 1. Juni: Die WHO-Länder beschließen, eine Sondertagung der Weltgesundheitsversammlung zu dem Vertrag einzuberufen.
- Juni bis November 2021: Die WHO-Arbeitsgruppe entwirft einen Bericht über die Vorteile eines Pandemievertrags.
- November 2021: Auf einer Sondertagung der Weltgesundheitsversammlung wird über die Aufnahme von Verhandlungen entschieden.
Das schulden wir den nächsten Generationen!
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