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Zeitleiste: Geschichte

Film: „Von Kamingesprächen zum wesentlichen Entscheidungsorgan“

Film: „Von Kamingesprächen zum wesentlichen Entscheidungsorgan“

Dieser Dokumentarfilm zeichnet die Geschichte des Europäischen Rates von seiner Gründung bis zum heutigen Tag nach. Er zeigt wichtige Meilensteine der vergangenen Jahrzehnte, die den Entscheidungsfindungsprozess der Staats- und Regierungschefs der EU geprägt haben.

Die Geschichte wird aus der Sicht derjenigen erzählt, die Zeugen des Wandels des Europäischen Rates zum heutigen zentralen Entscheidungsorgan waren.

Erfahren Sie mehr über die Ereignisse und die Verträge, die die Rolle des Europäischen Rates, des Rates der EU, der Euro-Gruppe und des Euro-Gipfels geprägt haben.

  • 1950

    • Die Schuman-Erklärung

      Der französische Außenminister Robert Schuman kündigt die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl an, die von einer gemeinsamen Hohen Behörde kontrolliert werden soll. Damit wird der Grundstein für die Europäische Union gelegt, die auf zwei Grundprinzipien beruht: Frieden und Solidarität.

  • 1952

    • 23. Juli

      Der Vertrag von Paris

      Mit dem Pariser Vertrag wird die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet, die den gemeinsamen Markt für Kohle und Stahl aus der Taufe hebt. Damit wird ein Schritt zum Abbau von Misstrauen und Spannungen zwischen europäischen Nachbarstaaten nach dem Zweiten Weltkrieg getan. Der EGKS-Vertrag, der 2002 auslief, ist der erste Gründungsvertrag der Europäischen Gemeinschaft.

      Unterzeichnung des Vertrags von Paris am 18. April 1951
    • 8. September

      Erste Tagung des Besonderen Ministerrates der EGKS

      Die erste Tagung des Besonderen Ministerrates der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, aus dem später der Rat der Europäischen Union hervorging, findet in Luxemburg statt.

  • 1958

    • 1. Januar

      Die Verträge von Rom

      Mit den Römischen Verträgen werden die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) gegründet. Am 25. September 1958 findet unter Leitung des belgischen Außenministers Victor Larock die erste Tagung des Rates der EWG statt.

  • 1965

    • 2. Juli

      Die "Politik des leeren Stuhls"

      1965 kündigt Frankreich an, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten bei den Verhandlungen über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik nicht mehr an den Ratstagungen teilnehmen zu wollen. Gelöst werden konnte diese Krise 1966 dank des Luxemburger Kompromisses, mit dem die Regel der Einstimmigkeit für die Fälle, in denen wesentliche Interessen auf dem Spiel stehen, eingeführt wurde.

      Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik beschließt Frankreich, den Ratstagungen fernzubleiben
  • 1967

    • 1. Juli

      Die Fusionsverträge

      Mit den beiden Fusionsverträgen von 1967 und 1971 werden ein gemeinsamer Rat und eine gemeinsame Kommission eingesetzt und ein gemeinsamer Haushaltsplan für die drei Gemeinschaften (EGKS, Euratom und EWG) eingeführt. Ferner wird der AStV förmlich zum Vorbereitungsgremium des Rates erklärt.

  • 1973

    • 1. Januar

      Die erste Erweiterung

      Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich treten den Europäischen Gemeinschaften bei, womit sich die Zahl der Mitgliedstaaten auf neun erhöht.

      Unterzeichnung des Vertrags über den Beitritt Dänemarks, Irlands und des Vereinigten Königreichs zur EU
  • 1975

  • 1981

    • 1. Januar

      Griechenland tritt der EU bei

      Mit dem Beitritt Griechenlands wird die Zahl der EU-Mitgliedstaaten zweistellig.

  • 1985

    • 14. Juni

      Das Schengen-Übereinkommen

      Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande unterzeichnen in Schengen (Luxemburg) das Schengener Übereinkommen über die Abschaffung der Grenzkontrollen.

      Dieses Übereinkommen räumt den Bürgern schrittweise die Möglichkeit ein, Binnengrenzen ohne Passkontrollen zu überschreiten. Die Umsetzung des Schengener Übereinkommens beginnt später (1995).

  • 1986

    • 1. Januar

      Spanien und Portugal werden EU-Mitglieder

      Spanien und Portugal treten der EU bei, womit sich die Zahl der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften auf zwölf erhöht.

      Spanien und Portugal treten am 1. Januar 1986 der EU bei
  • 1987

    • 1. Juli

      Die Einheitliche Europäische Akte

      Mit der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA) wird der Binnenmarkt errichtet, der den freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital ermöglicht. Mit der EEA wird die außenpolitische Zusammenarbeit eingeleitet und die Möglichkeit zur Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit im Rat ausgedehnt.

      Außerdem erhält der Europäische Rat mit der Einheitlichen Europäischen Akte eine Rechtsgrundlage. Damit werden die Treffen der Staats- und Regierungschefs formalisiert.

  • 1992

    • 11. Dezember

      Öffentliche Tagungen

      Der Europäische Rat führt auf seiner Tagung 1992 in Edinburgh öffentliche Tagungen ein. Diese Praxis wird im Laufe der Jahre erheblich ausgeweitet – zuletzt durch den Vertrag von Lissabon.

      Die öffentlichen Aussprachen und Beratungen des Rates können heute auf der Website verfolgt werden.

  • 1993

    • 1. November

      Der Vertrag von Maastricht

      Mit Inkrafttreten des Vertrags von Maastricht wird auf der Grundlage einer erweiterten "Gemeinschaftssäule" die Europäische Union gegründet. Zudem werden damit die Wirtschafts- und Währungsunion geschaffen und zwei neue Säulen errichtet: die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und die Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres (JI).

      Der Europäische Rat erlangt durch den Vertrag von Maastricht einen formellen Status. Er gibt der EU die für ihre Entwicklung erforderlichen Impulse und legt die allgemeinen politischen Zielvorstellungen für diese Entwicklung fest.

      Der Maastrichter Vertrag leitet auch den Prozess zur Einführung des Euro ein und bringt die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) auf den Weg.

      Unterzeichnung des Vertrags von Maastricht am 7. Februar 1992
  • 1995

    • 1. Januar

      Die vierte Erweiterung der EU

      Österreich, Finnland und Schweden treten der EU bei. Die EU umfasst nunmehr 15 Staaten und erstreckt sich über fast ganz Westeuropa.

  • 1997

    • 13. Dezember

      Einsetzung der Euro-Gruppe

      Der Europäische Rat billigt die Einsetzung der Euro-Gruppe – ein informelles Gremium, in dem die Finanzminister der Länder vertreten sind, deren gemeinsame Währung der Euro ist. Die erste Sitzung der Euro-Gruppe findet am 4. Juni 1998 auf Schloss Senningen in Luxemburg statt.

  • 1999

    • 1. Mai

      Der Vertrag von Amsterdam

      Mit dem Vertrag von Amsterdam wird ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts errichtet und das Schengen-Übereinkommen in EU-Recht überführt. Ferner wird durch den Vertrag die Rolle des Generalsekretärs des Rates geändert, der nun auch zum Hohen Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik wird.

      Der Vertrag von Amsterdam
  • 2002

    • 1. Januar

      Der Euro kommt in Umlauf

      Ab dem 1. Januar 2002 treten Euro-Banknoten und ‑Münzen an die Stelle der nationalen Währungen.

      Die Euro-Banknoten und ‑Münzen werden in Umlauf gebracht.
  • 2003

    • 1. Februar

      Der Vertrag von Nizza

      Mit dem Vertrag von Nizza wird die institutionelle Reform der EU im Hinblick auf die künftige, auf 27 Mitgliedstaaten erweiterte EU eingeleitet. Auf Ebene des Rates wird die Möglichkeit zur Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit ausgedehnt und der Grundsatz der verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten eingeführt.

  • 2004

    • 1. Mai

      Die größte Erweiterung der EU

      Zehn neue Staaten treten gleichzeitig der EU bei: die Tschechische Republik, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, die Slowakei und Slowenien. Dies ist einwohner- und länderbezogen die zahlenmäßig größte Erweiterung der EU.

      Damit hat die EU jetzt 25 Mitgliedstaaten.

  • 2007

    • 1. Januar

      Bulgarien und Rumänien treten der EU bei

      Bulgarien und Rumänien werden Mitgliedstaaten der nunmehr 27 Länder umfassenden EU.

      Mit dem Beitritt von Bulgarien und Rumänien zur EU wächst die EU auf 27 Mitgliedstaaten an
  • 2009

    • 1. Dezember

      Der Vertrag von Lissabon

      Mit dem Inkrafttreten des Lissabonner Vertrags werden Struktur und Arbeitsweise der EU reformiert.

      Die Möglichkeit zur Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit im Rat wird ausgedehnt.

      Der Europäische Rat wird ein eigenständiges Organ, das über einen Präsidenten verfügt. Bis dahin war der Europäische Rat ein informelles Gremium und das Amt des Vorsitzenden des Europäischen Rates eine inoffizielle Funktion. Die Rolle wurde von dem Staats- oder Regierungschef des Mitgliedstaats ausgeübt, der zum jeweiligen Zeitpunkt den turnusmäßig wechselnden Vorsitz im Rat der Europäischen Union innehatte.

      Unterzeichnung des Vertrags von Lissabon
  • 2012

    • 10. Dezember

      Friedensnobelpreis für die EU

      Die EU erhält 2012 den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für Frieden, Aussöhnung, Demokratie und Menschenrechte in Europa.

      Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU erklärt das norwegische Nobelpreiskomitee, es würdige mit seiner Entscheidung die stabilisierende Rolle der EU, der es zu verdanken sei, dass fast ganz Europa von einem Kontinent der Kriege zu einem Kontinent des Friedens geworden sei.

      Die EU wird 2012 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet
  • 2013

    • 1. Juli

      Kroatien tritt der EU bei

      Nach Slowenien wird Kroatien als zweites aus Jugoslawien hervorgegangenes Land Mitglied der EU.

      Damit hat die EU 28 Mitgliedstaaten.

  • 2020

    • 31. Januar

      Das Vereinigte Königreich verlässt die Europäische Union

      Nach dem britischen Referendum vom 23. Juni 2016 und der Ratifizierung des Austrittsabkommens durch beide Parteien im Januar 2020 verlässt das Vereinigte Königreich die Europäische Union.

Letzte Überprüfung: 29. Mai 2026