Maßnahmen der EU zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit
In einer Zeit zunehmender Instabilität handelt die EU entschlossen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und den Wohlstand und die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.
Warum müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit stärken?
Die Produktivität Europas ist in den letzten 20 Jahren hinter anderen großen Volkswirtschaften zurückgeblieben. Viele EU-Unternehmen in Schlüsselsektoren wie Digitales, Telekommunikation, Kapitalmärkte und Energie verfügen nicht über die erforderliche Größe, um das auf einem globalen Markt erforderliche Investitions- und Innovationsniveau zu erreichen.
Der Binnenmarkt stellt zwar eine der größten Errungenschaften der Europäischen Union dar, ist jedoch nach wie vor fragmentiert und steht sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene vor großen Hürden. Es ist entscheidend, die Hindernisse für den freien Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr zu beseitigen, um weiteres Wachstum in der gesamten EU zu ermöglichen und Handel und Investitionen zu fördern.
Angesichts eines sich wandelnden globalen Umfelds und einer instabilen geopolitischen Lage sind dringend Maßnahmen erforderlich, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken und ihre strategische Autonomie und ihren Wohlstand zu sichern.
Eine wettbewerbsfähigere Wirtschaft wird es der EU ermöglichen, souveräner zu handeln und besser für unmittelbare und künftige Herausforderungen gerüstet zu sein.
EU-Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
Anknüpfend an die Erklärung von Budapest zum neuen Deal für die europäische Wettbewerbsfähigkeit der EU-Führungsspitzen vom November 2024 hat die Kommission einen Kompass für Wettbewerbsfähigkeit entwickelt, der als Richtschnur für ihre Arbeit für den Zeitraum 2024-2029 dienen soll. Er beruht auf drei Säulen:
- Schließung der Innovationslücke
- Verknüpfung von Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit
- Verringerung von übermäßigen Abhängigkeiten und Erhöhung der Sicherheit
Eine Reihe von Strategien und Aktionsplänen wurden bereits ausgearbeitet, weitere werden aktuell noch von der Kommission in einer Vielzahl von Bereichen entwickelt. Entsprechende Gesetzgebungsvorschläge zur Förderung des Wachstums und der Wettbewerbsfähigkeit der EU werden derzeit im Rat und im Parlament erörtert.
Kompass für Wettbewerbsfähigkeit
Wichtigste Ziele
Unterstützung von Unternehmen
Vereinfachung der Vorschriften, Verringerung des Verwaltungsaufwands, Unterstützung von Start-ups bei der Expansion, Erleichterung des Zugangs zu Risikokapital.
Dekarbonisierung der Wirtschaft
Unterstützung der Industrie beim Übergang zu sauberen Technologien, Förderung neuer kreislauforientierter Geschäftsmodelle, Festlegung eines Emissionsreduktionsziels von 90 % für 2040.
Verringerung von Abhängigkeiten
Schrittweise Beendigung der Einfuhren fossiler Brennstoffe aus Russland, Stärkung der Versorgungssicherheit bei kritischen Rohstoffen und Arzneimitteln, Diversifizierung der Handelsbeziehungen.
Förderung von Innovation
Erhöhung der Investitionen in Forschung und Entwicklung, Entwicklung von Weltklasse-Forschungsinfrastrukturen, Anwerbung und Förderung von Talenten sowie Erleichterung ihrer Mobilität.
Ankurbelung der Digitalisierung
Entwicklung von Rechen-, Daten-, Cloud- und Netzinfrastrukturen, Gewährleistung des Zugangs zu Supercomputern, Förderung der Nutzung von KI für die Industrie und den öffentlichen Sektor.
Senkung der Energiepreise
Modernisierung des Energienetzes und der Energieinfrastruktur der EU, Ausbau der Elektrifizierung, Beschleunigung der Investitionen in saubere Energie.
Führungsrolle in strategischen Sektoren
Unterstützung der Entwicklung der EU-Industrie in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Weltraum, Biotechnologie, Genomforschung, Robotik und Halbleiter.
Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Sicherheit
Stärkung der Lieferketten, Förderung einer besseren Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, Verbesserung der Abwehrbereitschaft der EU gegenüber potenziellen Bedrohungen.
Mobilisierung von Investitionen
Ausarbeitung eines langfristigen Haushaltsplans, der dem Bedarf der EU gerecht wird, Lenkung von Ersparnissen in die Wirtschaft, Schaffung zusätzlicher Finanzierungskapazitäten für Banken.
Zu den wichtigsten Bereichen, an denen der Rat arbeitet, zählen:
- Vereinfachung der EU-Vorschriften
- Die Rolle der EU im Welthandel
- Nachhaltigkeit von Unternehmen
- Künstliche Intelligenz
- Maßnahmen der EU gegen den Klimawandel
- Verteidigungsbereitschaft der EU
- Spar- und Investitionsunion
- Beendigung der Energieeinfuhren aus Russland
- Verordnung zu kritischen Rohstoffen
- Langfristiger EU-Haushaltsplan
Der nächste Schritt: Ein Europa, ein Markt
Auf der Tagung des Europäischen Rates im März 2026 leiteten die EU-Führungsspitzen die Agenda „Ein Europa, ein Markt“ mit strategischen Leitlinien, konkreten Maßnahmen und ambitionierten Fristen für die folgenden wesentlichen Handlungsbereiche ein:
- Vertiefung und Integration des Binnenmarkts
- weitere Vereinfachung der Vorschriften und Verringerung des Verwaltungsaufwands
- Gewährleistung erschwinglicher Energie und Verwirklichung der Energiewende
- Förderung von industrieller Erneuerung und Innovation in Europa sowie Verringerung von Abhängigkeiten
- Mobilisierung von Investitionen
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU: nächste Schritte
Siehe auch
Industrie
Der EU-Binnenmarkt: Vorteile, Fakten und Zahlen
Energie
Letzte Überprüfung: 19. März 2026