Anstieg der Energiepreise seit 2021
Die Energiepreise in der EU haben 2022 ein Rekordniveau erreicht.
Der Anstieg hängt mit dem weltweiten Anstieg der Großhandelspreise für Energie zusammen und begann 2021 infolge der COVID‑19-Pandemie und der wachsenden internationalen Nachfrage. Die russische Invasion in die Ukraine hat die Lage noch verschärft.
Da die EU einen großen Teil ihres Energiebedarfs importiert, hat sich der Anstieg der Einfuhrpreise ab dem zweiten Quartal 2021 (nicht in der Grafik zu sehen) sowohl auf die Erzeuger- als auch die Verbraucherpreise ausgewirkt. Zwischen Dezember 2020 und Dezember 2021 haben sich die Einfuhrpreise im Euro-Raum mehr als verdoppelt. Dabei handelt es sich um einen nie da gewesenen Anstieg: Die Einfuhrpreise für Energie sind zwar recht volatil, verändern sich jedoch im Laufe eines Jahres normalerweise nicht um mehr als 30 %.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und seine einseitige Entscheidung, die Gaslieferungen an einige Mitgliedstaaten auszusetzen, haben den Gaspreis 2022 in die Höhe getrieben, was in der EU auch Rekordstrompreise zur Folge hatte.
Hitzewellen im Sommer 2022 haben die Energiemärkte zusätzlich unter Druck gesetzt: Einerseits haben sie zu einer erhöhten Energienachfrage zu Kühlzwecken und andererseits zu einem niedrigeren Energieangebot aufgrund von Dürren und der damit zusammenhängenden Verringerung des Wasserkraftangebots geführt.
Die Grafik zeigt EU-weite Daten für die Zeit von Januar 2021 bis Januar 2023 für:
- Erzeugerpreise für Energie in der Industrie
- Verbraucherpreise für Strom, Gas und andere Brennstoffe
Erzeuger- und Verbraucherpreise in der EU
Die Grafik zeigt den Anstieg der Energiepreise in der EU zwischen Januar 2021 und Januar 2023:
- Erzeugerpreise für Energie in der Industrie, Inlandsmarkt: von 106,2 auf 241,3
- Verbraucherpreise für Strom, Gas und andere Brennstoffe: von 105,4 auf 172,3
(Durchschnittsindex 2015=100, nicht bereinigt)