Woher stammt das Gas der EU?
Die EU importiert das Erdgas, das sie braucht, zum größten Teil. In den letzten Jahren haben die EU-Mitgliedstaaten ihre Abhängigkeit von russischem Gas verringert und es zunehmend durch Erdgas aus Norwegen, den Vereinigten Staaten und Algerien ersetzt.
Abkehr von russischem Gas
In den letzten Jahren hat die Europäische Union ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland nach der ungerechtfertigten und grundlosen Invasion Russlands in die Ukraine und der Instrumentalisierung von Energie als Waffe spürbar verringert.
Die Diversifizierung ist ein langwieriger und kostspieliger Prozess, der Investitionen in die Infrastruktur, beispielsweise in den Bau neuer Pipelines und LNG-Terminals, erfordert. Die EU und ihre Mitgliedstaaten handeln jedoch schnell.
Der russische Anteil an von der EU eingeführtem Pipeline-Gas ist von rund 40 % im Jahr 2021 auf rund 6 % im Jahr 2025 gesunken. Bei Pipeline-Gas und LNG zusammengenommen entfielen 2025 rund 12 % der gesamten Gaseinfuhren der EU auf Russland.
Im Januar 2026 hat der Rat eine Verordnung angenommen, mit der sowohl die Einfuhr von LNG als auch von Pipeline-Gas aus Russland ab dem 18. März 2026 verboten wird, wobei für bestehende Verträge Übergangsfristen gelten. Bis Ende 2027 werden alle Gaseinfuhren aus Russland verboten sein.
Diese Abkehr von russischem Gas wurde vor allem dadurch möglich, dass sehr viel mehr LNG aus anderen Ländern eingeführt wurde und der Gasverbrauch in der EU insgesamt zurückgegangen ist.
Das nachstehende Diagramm zeigt das Volumen des von der EU eingeführten Gases in Mrd. Kubikmeter.
Balkendiagramm, in dem die Gasversorgung der wichtigsten Partner der EU in den Jahren 2021, 2023 und 2025 verglichen wird.
Die Einfuhren aus Russland gingen von über 150 Mrd. Kubikmeter (Mrd. m³) im Jahr 2021 auf 36 Mrd. m³ im Jahr 2025 zurück. Aufgefangen wurde dieser Rückgang hauptsächlich durch wachsende Einfuhren von anderen Partnern. Die Einfuhren aus Norwegen stiegen von 79,5 Mrd. m³ im Jahr 2021 auf 89,3 Mrd. m³ im Jahr 2025. Die Einfuhren aus den USA stiegen von 18,9 Mrd. m³ im Jahr 2021 auf 75,6 Mrd. m³ im Jahr 2025.
Quelle: Berechnung der Europäische Kommission auf der Grundlage von LSEG (Refinitiv) und ENTSOG
Hauptgaslieferanten im Jahr 2025
Norwegen war 2025 mit fast einem Drittel aller Gaseinfuhren der wichtigste Gaslieferant der EU.
Weitere Lieferanten waren die Vereinigten Staaten, Algerien, das Vereinigte Königreich, Aserbaidschan und Russland.
Ein Kacheldiagramm, das die Marktanteile und Marktwerte (in Mrd. Kubikmeter) verschiedener Gaslieferanten der EU im Jahr 2025 zeigt.
- Norwegen: 30,9 % – 89,3 Mrd. m³
- Vereinigte Staaten: 26,2 % – 75,6 Mrd. m³
- Nordafrika: 12,7 % – 36,7 Mrd. m³
- Russland: 12,5 % – 36,0 Mrd. m³
- Vereinigtes Königreich: 4,4 % – 12,8 Mrd. m³
- Aserbaidschan: 3,9 % – 11,3 Mrd. m³
- Katar: 3,7 % – 10,6 Mrd. m³
- Sonstige: 5,7 % – 16,4 Mrd. m³
Quelle: Berechnung der Europäische Kommission auf der Grundlage von LSEG (Refinitiv) und ENTSOG.
Steigende LNG-Einfuhren
Im Jahr 2025 hat die EU nach Angaben von Bruegel mehr als 140 Mrd. m³ LNG aus den USA eingeführt.
Die Vereinigten Staaten waren mit fast 58 % der Gesamteinfuhren von LNG der größte LNG-Lieferant der EU. Die Einfuhren aus den USA haben sich zwischen 2021 und 2025 verdreifacht.
Die größten Einführer von LNG in die EU sind:
- Frankreich
- Spanien
- Italien
- Niederlande
- Belgien
Ein Teil dieser LNG-Einfuhren wird wieder in andere Länder ausgeführt.
Warum ist Gas für die EU und die europäische Bevölkerung so wichtig?
Gas wird hauptsächlich für die Stromerzeugung, die Haushaltsbeheizung und industrielle Prozesse verwendet. Etwa 30 % der Haushalte in der EU werden mit Gas beheizt. Die Erdgasnachfrage in der EU ging zwischen 2021 und 2024 um über 19 % zurück.
Gasverbrauch in der EU
Kreisdiagramm, das zeigt, wie Gas in der EU verwendet wird. Rund 30 % entfallen auf die Strom- und Wärmeerzeugung, 25 % auf Haushalte, 25 % auf die Industrie und 11 % auf den Dienstleistungssektor. Der sonstige energetische und nichtenergetische Verbrauch macht rund 9 % aus.
Siehe auch
Wie hat die EU auf die Energiekrise 2022 reagiert?
Beendigung der Energieeinfuhren aus Russland
Infrastruktur für Flüssigerdgas in der EU
Letzte Überprüfung: 13. April 2026