Handel EU-Singapur: Fakten und Zahlen
Die bilateralen Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und Singapur werden durch das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Singapur geregelt, das seit November 2019 in Kraft ist. Am 7. Mai 2025 haben beide Seiten ein Abkommen über den digitalen Handel unterzeichnet, das das bisherige Freihandelsabkommen ergänzt.
Über Singapur
Singapur hat 5,9 Millionen Einwohner. Dies entspricht 1,3 % der Bevölkerung der EU im Jahr 2023. Das Pro-Kopf-BIP Singapurs ist mehr als doppelt so hoch wie das Pro-Kopf-BIP in der EU.
Balkendiagramm zum Vergleich des Pro-Kopf-BIP Singapurs (78 363 €) mit dem EU-Durchschnitt (37 610 €). Die Daten stammen vom Internationalen Währungsfonds und sind aus dem Jahr 2023.
Singapur ist Mitglied des ASEAN – des Verbands südostasiatischer Nationen. Dies ist eine zwischenstaatliche Organisation, der zehn Länder angehören: Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam (auf der Karte blau markiert).
Gesamthandelswert
2023 wurden zwischen der EU und Singapur Waren und Dienstleistungen im Wert von über 132 Mrd. € gehandelt. Der Wert des Handels mit Dienstleistungen ist dabei deutlich höher als der Wert des Handels mit Waren. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Handel zwischen der EU und Singapur nahezu verdoppelt.
Handel EU-Singapur (in Mrd. €)
Gestapeltes Balkendiagramm mit dem Wert der Einfuhren und Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und Singapur im Jahr 2023.
Waren:
- Einfuhren: 20 Mrd. €
- Ausfuhren: 32,1 Mrd. €
Dienstleistungen:
- Einfuhren: 43,4 Mrd. €
- Ausfuhren: 37,2 Mrd. €
Diese Daten stammen von Eurostat.
Handel mit Waren
Im Jahr 2023 belief sich der Warenhandel zwischen der EU und Singapur auf über 52 Mrd. €. Singapur stand damit an 20. Stelle der wichtigsten Handelspartner der EU für Waren, während die EU der viertgrößte Handelspartner Singapurs war.
20 Mrd. € EU-Einfuhren aus Singapur
32,1 Mrd. € EU-Ausfuhren nach Singapur
Wichtigste gehandelte Waren
Erzeugnisse der chemischen Industrie und verwandter Industrien
Maschinen und Geräte
Optische und fotografische Geräte
Handel mit Dienstleistungen
2023 lag der Dienstleistungshandel zwischen der EU und Singapur bei über 80 Mrd. €. Damit war Singapur der fünftgrößte Handelspartner der EU für Dienstleistungen.
43,4 Mrd. € EU-Einfuhren aus Singapur
37,2 Mrd. € EU-Ausfuhren nach Singapur
Wichtigste gehandelte Dienstleistungen
Verkehrsdienstleistungen
Sonstige Unternehmensdienstleistungen (z. B. freiberufliche Dienstleistungen und Unternehmensberatung)
Telekommunikation, EDV- und Informationsdienstleistungen
Gebühren für die Nutzung von geistigem Eigentum
Abkommen über den digitalen Handel
Das im Mai 2025 unterzeichnete Abkommen über den digitalen Handel ergänzt das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Singapur, das seit 2019 in Kraft ist. Nach der Unterzeichnung müssen beide Seiten das Abkommen ratifizieren. Für die EU ist die Zustimmung des Europäischen Parlaments erforderlich, bevor der Rat den Beschluss über den Abschluss des Abkommens annehmen kann.
Wichtigste Vorteile:
- besserer Verbraucherschutz im Internet
- mehr Rechtssicherheit für Unternehmen
- vertrauenswürdige Datenströme
- weniger Hindernisse für den digitalen Handel
Ausländische Direktinvestitionen
Singapur ist nach wie vor ein wichtiges Ziel für EU-Investitionen. Ende 2022 erreichten die in Singapur gehaltenen Bestände an ausländischen Direktinvestitionen (ADI) der EU mit 293 Mrd. € eine Rekordhöhe; dies bedeutete einen Anstieg um 6,9 % gegenüber 2021 (die ADI-Bestände sind der Gesamtbetrag der Gelder, die Unternehmen aus einem Land in Unternehmen in einem anderen Land investiert haben).
Singapur steht damit weltweit an sechster Stelle der Zielländer für ADI-Bestände aus der EU und ist das wichtigste Investitionsziel der EU im ASEAN.
2022 beliefen sich die ADI-Bestände Singapurs in der EU auf 206 Mrd. €, was einem Anstieg um 14 % gegenüber 2021 entspricht. Singapur steht damit weltweit an achter Stelle der Quellen von ADI-Beständen in der EU.
Letzte Überprüfung: 29. Januar 2026