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EU-Maßnahmen für mehr grüne Energie

Der Übergang zu sauberer Energie ist unabdingbar bei der Bekämpfung des Klimawandels und bietet die Chance für mehr Energieunabhängigkeit.

Warum muss für mehr grüne Energie gesorgt werden?

Die Erzeugung und der Verbrauch von Energie gehören zu den Hauptursachen des Klimawandels. Bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen – Kohle, Öl und Gas – wird Kohlendioxid in die Luft freigesetzt, womit zur Erderwärmung beigetragen wird.

Energieverbrauch und -erzeugung sind für 75 % der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich. Diese Emissionen müssen verringert werden, um den Klimawandel zu bekämpfen und das Ziel der Klimaneutralität der EU bis 2050 zu erreichen.

Investitionen in erneuerbare Energiequellen und sauberere Energieformen sind ebenfalls von entscheidender Bedeutung, um die Unabhängigkeit in der Energieversorgung zu erhöhen. In der EU kann erneuerbare Energie – Solar-, Wind- oder Wasserkraft – erzeugt werden, wodurch die Abhängigkeit von Energieeinfuhren verringert wird und neue Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten vor Ort geschaffen werden.

Was wird in der EU für mehr grüne Energie getan?

Seit über 15 Jahren gibt es in der EU Maßnahmen zur Förderung grüner Energie.

Mit dem 2019 ins Leben gerufenen europäischen Grünen Deal haben die EU und ihre Mitgliedstaaten ihre Ambitionen im Einklang mit den im Rahmen des Übereinkommens von Paris eingegangenen Verpflichtungen verstärkt, um die Erderwärmung zu bekämpfen und einen Übergang zu sauberer Energie zu vollziehen.

Der Grüne Deal und das Paket „Fit für 55“ enthalten eine Reihe von Rechtsvorschriften, mit denen die Treibhausgasemissionen in der EU, auch im Energiesektor, gesenkt werden sollen. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Emissionen bis 2030 um mindestens 55 % zu senken.

Die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine hat die EU-Länder dazu veranlasst, die Energiewende schneller voranzutreiben. Der REPowerEU-Plan enthält Maßnahmen zur Beschleunigung der Energiewende, zur Diversifizierung der Versorgung und zur Energieeinsparung; dieser Plan wurde infolge des Kriegs Russlands und der COVID-19-Pandemie auf den Weg gebracht.

Die EU beabsichtigt mit der Energiewende insbesondere,

  • unabhängiger von Energieeinfuhren, vor allem aus Russland, zu werden,
  • die Nutzung fossiler Brennstoffe zu verringern und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu fördern,
  • die Energieeffizienz zu steigern und
  • die Energieinfrastruktur und ihre Integration in allen EU-Ländern zu verbessern.

Wichtigste Maßnahmen der EU für grünere Energie

Erneuerbare Energie

Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie zielt darauf ab, den Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen in der EU-Wirtschaft zu erhöhen. Den Zielen der Richtlinie zufolge werden bis 2030 42,5 % des Energieverbrauchs in der EU aus erneuerbaren Quellen stammen.

Um die Nutzung erneuerbarer Energiequellen in der gesamten Wirtschaft zu fördern und das Ziel der EU zu erreichen, wurden für jeden Sektor Zielvorgaben festgelegt:

  • Gebäude: 42 % der Energie sollten aus erneuerbaren Energiequellen stammen
  • Industrie: der Anteil erneuerbarer Energiequellen sollte jedes Jahr um 1,6 % steigen
  • Verkehr: mindestens 29 % der Energie sollten aus erneuerbaren Energiequellen stammen oder die Emissionsintensität von Kraftstoffen für den Verkehr sollte um 14,5 % sinken

Darüber hinaus könnte eine zusätzliche indikative Erhöhung um 2,5 % es der EU ermöglichen, das Ziel von 45 % zu erreichen.

Die Kapazitäten für erneuerbare Energien in der EU haben in den letzten Jahren zugenommen. Um die Nutzung erneuerbarer Energien voranzutreiben, wurden Maßnahmen zum Bürokratieabbau ergriffen und beschleunigte Verfahren für die Erteilung von Genehmigungen für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien eingeführt.

Die Infografik zeigt die wichtigsten Elemente der vorgeschlagenen neuen EU-Vorschriften für erneuerbare Energien.
Fit für 55: Wie die EU erneuerbare Energien fördern will (Infografik)

Fit für 55: Wie die EU erneuerbare Energien fördern will (Infografik)

Energieeffizienz

Energieeinsparungen durch Senkung des Verbrauchs sind für die Energiewende von entscheidender Bedeutung. Ein geringerer Verbrauch bedeutet

  • weniger Treibhausgasemissionen,
  • weniger Umweltverschmutzung,
  • mehr bezahlbare Energie für Bürgerinnen und Bürger und
  • weniger Abhängigkeit von Einfuhren fossiler Brennstoffe.

Die EU hat sich das Ziel gesetzt, den Energieverbrauch auf EU-Ebene bis 2030 um 11,7 % gegenüber den Verbrauchsprognosen von 2020 zu senken.

Die wichtigsten Sektoren, in denen der Verbrauch verringert werden sollte, sind

  • Gebäude,
  • Industrie und
  • Verkehr.
Die Infografik veranschaulicht die wichtigsten Elemente der Überarbeitung der EU-Energieeffizienzrichtlinie.
Fit für 55: Wie die EU energieeffizienter wird (Infografik)

Fit für 55: Wie die EU energieeffizienter wird (Infografik)

Wasserstoff und dekarbonisiertes Gas

Um die Nutzung fossiler Brennstoffe zu verringern und schrittweise auf sauberere Energie umzustellen, hat die EU Maßnahmen angenommen, mit denen die Nutzung erneuerbarer und CO₂-armer Gase gefördert wird.

Das im Mai 2024 angenommene Gas- und Wasserstoffpaket zielt darauf ab,

  • bis 2030 einen Wasserstoffmarkt zu schaffen und eine Elektrolyseleistung für erneuerbaren Wasserstoff in Höhe von 40 Gigawatt zu erreichen,
  • erneuerbare und CO₂-arme Gase besser in das Gasnetz zu integrieren,
  • den Verbraucherschutz bei Energieverträgen zu verbessern und
  • die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern zu intensivieren.

Die Vorschriften enthalten auch Beschränkungen für die Einfuhr von Gas aus Russland und Belarus, um die Abhängigkeit von der Einfuhr fossiler Brennstoffe zu verringern.

In der Infografik werden einige der wichtigsten Bestimmungen des Pakets für den Wasserstoffmarkt und den dekarbonisierten Gasmarkt veranschaulicht.
„Fit für 55“ – Übergang von fossilem Gas zu erneuerbaren und CO₂-armen Gasen (Infografik)

„Fit für 55“ – Übergang von fossilem Gas zu erneuerbaren und CO₂-armen Gasen (Infografik)

Geothermische Energie

Heute deckt geothermische Energie weniger als 1 % des weltweiten Energiebedarfs. Im Jahr 2024 machten geothermische Quellen nur 2,5 % der für die Primärenergieerzeugung in der EU genutzten erneuerbaren Energiequellen aus.

In seinen Schlussfolgerungen vom Dezember 2024 fordert der Rat einen schnelleren Einsatz geothermischer Energie.

Diese Energiequelle kann für eine erschwingliche und sichere Wärme- und Kälteversorgung genutzt werden und eine stabile Stromversorgung bieten, wodurch sie zur Dekarbonisierung von Gebäuden beiträgt und die Industrie wettbewerbsfähiger und nachhaltiger macht.

Gebäude

Mehr als ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der EU stammt aus dem Gebäudesektor.

Mit der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden sollen Gebäude in der EU bis 2030 und darüber hinaus energieeffizienter gemacht werden.

Das endgültige Ziel besteht darin, dass es sich bis 2050 bei allen Gebäuden in der EU um Nullemissionsgebäude handelt.

Zur Verwirklichung dieser Ziele ist in der Richtlinie festgelegt, dass der durchschnittliche Energieverbrauch von Wohngebäuden gesenkt werden muss, und zwar um

  • mindestens 16 % bis 2030 und
  • mindestens 20-22 % bis 2035.

Darüber hinaus sollte in Gebäuden mehr Infrastruktur für Fahrräder und Elektroautos geschaffen werden.

In der Infografik werden die neuen vorgeschlagenen Vorschriften zur Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz neuer und bestehender Gebäude in der EU bis 2030 und darüber hinaus erläutert.
Fit für 55: umweltfreundlichere Gebäude (Infografik)

Fit für 55: umweltfreundlichere Gebäude (Infografik)

Netze und Systemintegration

Um bis 2050 klimaneutral zu werden und Energiesouveränität aufzubauen, muss die EU ihr Energiesystem einem grundlegenden Wandel unterziehen und ein vernetztes Energiesystem schaffen.

Das Energiesystem der Zukunft sollte

  • stärker kreislauforientiert sein, wobei die Energieeffizienz im Mittelpunkt steht,
  • Sektoren wie Verkehr und Industrie mehr und grüneren Strom zur Verfügung stellen und
  • in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren CO₂-arme Brennstoffe fördern, einschließlich Wasserstoff.

Im Mai 2024 hat der Rat Schlussfolgerungen zur Stromnetzinfrastruktur angenommen. In den Schlussfolgerungen wird betont, dass die Arbeit zur Schaffung eines besser vernetzten und integrierten Stromnetzes in der EU vorangebracht werden muss.

Im Juni 2026 hat der Rat eine allgemeine Ausrichtung zum Paket „Europäische Netze“ festgelegt, das eine überarbeitete Verordnung über die transeuropäischen Energienetze (TEN-E-Verordnung) und eine Richtlinie zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren umfasst.

Mit der 2013 eingeleiteten Politik der transeuropäischen Energienetze werden grenzüberschreitende Projekte unterstützt, um die Energienetze der Mitgliedstaaten miteinander zu verknüpfen und die Integration erneuerbarer Energiequellen zu fördern. Mit der überarbeiteten TEN‑E-Verordnung werden die grenzübergreifenden Energieinfrastrukturen in der EU modernisiert, dekarbonisiert und verknüpft, um die EU bei der Verwirklichung ihrer Klimaneutralitätsziele für 2050 zu unterstützen.

Abbildung eines Strommastens mit einer hellgrünen Sonne im Hintergrund und mit Stromleitungen neben einigen miteinander verbundenen grünen Punkten, die ein Energienetz darstellen.
Vernetzung der Energieinfrastruktur in der EU

Vernetzung der Energieinfrastruktur in der EU

Siehe auch

Collage aus einem Kilowattstundenzähler und einem Diagramm mit drei leicht aufsteigenden Linien und einer deutlich absteigenden Linie.
Wie hat die EU auf die Energiekrise 2022 reagiert?

Wie hat die EU auf die Energiekrise 2022 reagiert?

„Fit für 55“

„Fit für 55“

Darstellung des Kreises der EU-Sterne, umgeben von Symbolen für den grünen Wandel, darunter eine Windkraftanlage, Solarpaneele, Bäume, Tiere, Kulturpflanzen und ein Traktor.
Ein europäischer Grüner Deal

Ein europäischer Grüner Deal

Letzte Überprüfung: 23. April 2026