Handelsbeziehungen der EU zum Golf-Kooperationsrat
Die Europäische Union ist der zweitwichtigste Handelspartner der Länder des Golf-Kooperationsrates (GCC), zu dem die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Oman, Katar und Kuwait gehören.
Über den Golf-Kooperationsrat
Der Golf-Kooperationsrat (GCC) vereint sechs arabische Golfstaaten: Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Er wurde 1981 gegründet, um die politische und wirtschaftliche Integration der Gruppe voranzubringen.
Zusammen haben die Länder des Golf-Kooperationsrates eine Bevölkerung von rund60 Millionen; der größte Teil davon lebt in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (mit einem Anteil von 35,3 Millionen bzw. 11,3 Millionen nach Angaben der Weltbank).
Die Golfregion beherbergt fast ein Drittel der weltweiten Erdölreserven.
Basis der Beziehungen zwischen der EU und dem GCC ist das 1989 unterzeichnete Kooperationsabkommen, mit dem regelmäßige Dialoge über die Zusammenarbeit zwischen der EU und dem GCC in den Bereichen Wirtschaftsbeziehungen, Klimawandel, Energie, Umwelt und Forschung eingerichtet wurden.
Warenhandel
Im Jahr 2025 belief sich der Gesamtwert des Handels zwischen der EU und den sechs Ländern des Golf-Kooperationsrates auf 165,6 Mrd. €. Knapp 110 Mrd. € davon entfielen auf EU-Ausfuhren und 55,6 Mrd. € auf EU-Einfuhren.
In den letzten zehn Jahren ist der Handel zwischen der EU und dem GCC um fast 30 % gewachsen; dabei stiegen die Einfuhren um fast 54 % und die Ausfuhren um fast 20 %.
Die wichtigsten Handelsgüter sind Brennstoffe; sie machen mehr als 75 % der EU-Einfuhren aus den GCC-Ländern aus.
55,6 Mrd. € an EU-Einfuhren aus GCC-Ländern
110 Mrd. € an EU-Ausfuhren in GCC-Länder
Mehr als drei Viertel des gesamten EU-GCC-Handels entfallen auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Betrachtet man nur die Einfuhren, sind die Anteile der einzelnen Länder ausgewogener: auf Saudi-Arabien entfallen über 50 % der EU-GCC-Einfuhren, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten (16,7 %), Kuwait (13 %) und Katar (13,3 %). Die Zahlen entsprechen dem Volumen der wichtigsten Warenkategorie, die die EU aus diesen Ländern importiert: fossile Brennstoffe.
Warengruppen, die die EU am meisten aus den GCC-Ländern einführt
Mineralische Erzeugnisse (hauptsächlich Öl und Gas)
Grundmetalle und Metallerzeugnisse
Chemikalien
Warengruppen, die die EU am meisten in die GCC-Länder ausführt
Maschinen und Geräte
Fahrzeuge
Chemikalien
Handel mit Dienstleistungen
Im Jahr 2024 (dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen) belief sich der Handel mit Dienstleistungen zwischen der EU und den GCC-Ländern auf 84,4 Mrd. €; davon entfielen 28,2 Mrd. € auf EU-Einfuhren und 56,2 Mrd. € auf EU-Ausfuhren.
Der Handel mit Dienstleistungen zwischen der EU und den Ländern des Golf-Kooperationsrates hat sich zwischen 2014 und 2024 mehr als verdoppelt (+ 119 %).
28,2 Mrd. € an EU-Einfuhren aus GCC-Ländern
56,2 Mrd. € an EU-Ausfuhren in GCC-Länder
Auf die Vereinigten Arabischen Emirate entfällt mehr als die Hälfte (53 %) des Dienstleistungsverkehrs zwischen der EU und dem Golf-Kooperationsrat, gefolgt von Saudi-Arabien (fast 27 %).
Ausländische Direktinvestitionen
Im Jahr 2024 belief sich der Wert der ausländischen Direktinvestitionen der EU in der GCC-Region auf 163,1 Mrd. €; umgekehrt waren es 189,8 Mrd. €.
Der wichtigste Investitionspartner waren die Vereinigten Arabischen Emirate, auf die fast 68 % der Investitionen im Ausland und über 63 % der Investitionen aus dem Ausland entfielen.
Datenquellen
Die auf dieser Seite verwendeten Daten wurden im Juli 2026 abgerufen und stammen aus den folgenden Eurostat-Datensätzen:
Letzte Überprüfung: 14. Juli 2026