- Rat der Europäischen Union
- Pressemitteilung
- 14. Mai 2024 15:50
Kapitalmarktunion: Rat billigt Schlussfolgerungen zu Finanzkompetenz
Der Rat hat heute Schlussfolgerungen zu Finanzkompetenz gebilligt. Die Schlussfolgerungen sollen der Kommission und den Mitgliedstaaten Orientierung geben, wie sie Wissen und Verständnis der Bürgerinnen und Bürger im Bereich Finanzen verbessern und ihnen somit helfen können, hier fundiertere Entscheidungen zu treffen. Letztlich sollen sie dadurch auch ermutigt werden, in die europäischen Finanzmärkte zu investieren.
Zur Schaffung einer ehrgeizigeren, inklusiveren und widerstandsfähigeren Kapitalmarktunion ist es von größter Bedeutung, die Finanzkompetenz der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Ich freue mich, dass der Prozess, den wir auf unserer informellen Tagung des Rates „Wirtschaft und Finanzen“ vom Februar 2024 in Gent eingeleitet haben, nun zu Schlussfolgerungen des Rates geführt hat. Finanzkompetenz ist von größter Bedeutung, wenn es darum geht, ruhende Ersparnisse in produktive Investitionsprojekte zu lenken. Je besser die Menschen ihre persönlichen Finanzen verstehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie die besten finanziellen Entscheidungen für sich selbst und für die Gesellschaft insgesamt treffen.
Belgischer Minister der Finanzen
Der Rat stellt in seinen Schlussfolgerungen fest, dass Menschen, die über Finanzkompetenz verfügen, fundiertere Entscheidungen über ihre eigenen finanziellen Mittel treffen und besser gerüstet sind, für die Zukunft vorzusorgen und in die Zukunft zu investieren – im Hinblick auf ihre Rente und auf andere Investitionsprojekte. Ein besseres Verständnis der persönlichen Finanzen würde die Beteiligung von Kleinanlegern an den Kapitalmärkten fördern und dazu beitragen, die Finanzstabilität in der EU insgesamt zu verbessern. Der Rat erkennt an, dass Finanzkompetenz den Einzelnen nützt und auf umfassendere Weise auch der Gesellschaft zugutekommt.
Der Rat begrüßt, dass einige Mitgliedstaaten nationale Strategien zur Förderung von Finanzkompetenz erarbeitet und umgesetzt haben. Er ermutigt die anderen Mitgliedstaaten, dies ebenfalls zu tun, wobei finanziell schutzbedürftigen Gruppen – wie etwa jungen Menschen, Menschen mit niedrigerem Einkommen und Menschen mit niedrigerem allgemeinen Bildungsniveau –, Fragen der Geschlechtergleichstellung sowie den besonderen Bedürfnissen von Migranten und Menschen mit Behinderungen besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist. Der Rat weist ferner darauf hin, wie wichtig es ist, dass potenzielle Unternehmer sowie KMU über ein angemessenes Niveau an Finanzkompetenz verfügen.
Der Rat ermutigt die Mitgliedstaaten, die Aufnahme der Finanzbildung in Lehrpläne von Schulen zu erwägen und die Bereitstellung von Finanzbildung für Erwachsene im Wege von Veranstaltungen, Seminaren, Workshops und Sensibilisierungskampagnen zu fördern.
Er fordert die Kommission auf, Maßnahmen zu unterstützen, die im Wege nichtlegislativer Mittel bereitgestellt werden können, beispielsweise das Instrument für technische Unterstützung und das Programm Erasmus+, um Projekte zur Förderung von Finanzkompetenz zu finanzieren, und empfiehlt der Kommission, berufliche Aus- und Weiterbildung sowie Forschungsmöglichkeiten zu erleichtern.
Der Rat ruft die Kommission, die Mitgliedstaaten und die Interessenträger ferner auf, Anreize für Forschung und Zusammenarbeit zu bieten und dabei Finanzierungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Finanzkompetenz in der EU in Erwägung zu ziehen.
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