Skip to content

Interview mit Jim Cloos

Das Interview mit Jim Cloos fand am 9. März 2022 in den Räumlichkeiten des Rates im Europa-Gebäude statt. Es wurde geführt von Sigfrido Ramírez Pérez und Victor Fernández Soriano vom Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte.

1. Von Luxemburg in die UdSSR – Jim Cloos‘ frühe Jahre

In diesem ersten Kapitel erzählt Jim Cloos von seinen frühen Jahren und seinen Erfahrungen als internationaler Student im Vereinigten Königreich, in der UdSSR und in Frankreich. Diese Zeit prägte seine Karriere und veranlasste ihn dazu, sein Leben der luxemburgischen Diplomatie und europäischen Idealen zu widmen.

2. Luxemburgische Diplomatie im Dienste Europas

Seine Zeit im luxemburgischen diplomatischen Korps (1981-1985) war für Jim Cloos eine prägende Erfahrung. In diesem Kapitel blickt Cloos auf seine ersten Erfahrungen im Umgang mit europäischen Angelegenheiten und Verhandlungen zurück und erinnert sich an einige seiner Mentoren sowie an die Bedeutung der Europäischen Union für Luxemburg.

3. Erste Schritte bei den EU-Institutionen: die Kommission Delors

1985 nahm Jim Cloos seine Tätigkeit bei der Europäischen Kommission im Kabinett von Nicolas Mosar auf. 1986 erlebte Cloos den Beitritt Spaniens und Portugals aus erster Hand mit und musste sich mit dem Reaktorunfall von Tschernobyl befassen. Dieses Kapitel gibt uns Einblicke in Jim Cloos‘ Erfahrungen während der ersten Kommission Delors.

4. Der Vertrag von Maastricht aus luxemburgischer Sicht

Mit dem Vertrag von Maastricht, der offiziell als Vertrag über die Europäische Union bezeichnet wird, wurde eine neue Etappe auf dem Weg zu einer immer engeren Union der Völker Europas eingeleitet, indem den früheren Gemeinschaften eine politische Dimension verliehen wurde. Zu dieser Zeit war Jim Cloos Diplomat in der Ständigen Vertretung Luxemburgs und hatte die Rolle eines Antici inne. In diesem Kapitel beschreibt er die Verhandlungen aus Sicht des luxemburgischen Ratsvorsitzes. Er zeichnet die Rollen der Kommission, der Mitgliedstaaten und des AStV nach und erinnert sich an die Zusammenarbeit mit dem Generalsekretariat des Rates.

5. Kabinettchef der Kommission Santer

1993 kehrte Jim Cloos als Kabinettchef des für Landwirtschaft zuständigen Kommissionsmitglieds René Steichen zur Europäischen Kommission zurück. 1995 wurde er Kabinettchef der Kommission Santer. Hier vollzieht Cloos einige Schlüsselmomente dieser Erfahrungen nach, insbesondere den Rücktritt der Kommission Santer im Jahr 1999, nachdem Korruptionsvorwürfe laut geworden waren. Jim Cloos, der eng mit Jacques Santer zusammen arbeitete, porträtiert den luxemburgischen Politiker.

6. Transatlantische Beziehungen nach dem 11. September

2001 nahm Jim Cloos seine Tätigkeit beim Rat auf. In diesem Kapitel spricht er über seine erste Stelle als Direktor für transatlantische Beziehungen. Er beschreibt die Beziehungen des Rates zu den Vereinigten Staaten in der Zeit nach dem 11. September und während der Amtszeit von Javier Solana als Generalsekretär des Rates und als Hoher Vertreter der EU für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik.

7. Die Direktion Allgemeine Politik des Rates der EU

Die Direktion Allgemeine politische Fragen war ein dem Kabinett des Generalsekretärs zugehöriger Dienst. Sie war für die Koordinierung des AStV 1, des AStV 2 und des Rates „Allgemeine Angelegenheiten“ sowie für die Ausarbeitung der Schlussfolgerungen des Europäischen Rates verantwortlich. 2006 übernahm Jim Cloos das Amt des Direktors dieses Dienstes. 2010 wurde daraus die „Generaldirektion Allgemeine und Institutionelle Politik“. In diesem Kapitel werden die Rolle und Geschichte dieses Dienstes und die sich aus dem Vertrag von Lissabon ergebenden Veränderungen skizziert. Zwischen 2006 und 2020 nahm Jim Cloos an allen Tagungen des Europäischen Rates teil. Hier teilt er seine Erfahrungen und gibt einen Blick hinter die Kulissen des Europäischen Rates, wobei er aufzeigt, wie Schlussfolgerungen ausgearbeitet werden.

8. Das Generalsekretariat des Rates zu Beginn des neuen Jahrhunderts

Ein Blick auf die Entwicklung der Management- und Verwaltungspraxis des Generalsekretariats des Rates. Jim Cloos erläutert, wie sich das Organ im Laufe der Zeit an die neuen Bedürfnisse angepasst hat, beispielsweise durch die Einrichtung eines Dienstes für die Vorbereitung bevorstehender Vorsitze. Aus dem Vergleich seiner Erfahrungen in verschiedenen Organen leitet er die dem Generalsekretariat des Rates eigene Verwaltungskultur ab.

9. Eine demokratische Union demokratischer Staaten – das System EU

Jim Cloos legt die Besonderheiten des Aufbaus der Europäischen Union und die Komplementarität und Ausgewogenheit zwischen den Organen dar. Er beschreibt den Unterschied zwischen der gemeinschaftlichen, der zwischenstaatlichen und der gemischten Zuständigkeit, die die Flexibilität des EU-Systems ausmachen.

10. Das Zeitalter der existenziellen Krisen

Seit 2008 und bis heute hat die EU zahlreiche große Herausforderungen zu bewältigen, von der Finanzkrise über die Migrationskrise und den Pandemie-Notfall von 2020 bis hin zum Krieg in der Ukraine und der daraus resultierenden Energiekrise. Jim Cloos erläutert, wie die EU mit diesen Situationen umgegangen ist und daraus gelernt hat. Als Beispiel führt er die Art und Weise an, wie sich die Organe zur Bewältigung der COVID-19-Krise koordiniert haben und wie sie EU-Instrumente zum Umgang mit einem Thema, das nicht in die Zuständigkeit der Gemeinschaftspolitik fällt, angewandt haben. Die Kunst des Kompromisses ist für Cloos ein spezifisches Merkmal der DNA der EU.

Letzte Überprüfung: 10. Januar 2024