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Das Chip-Gesetz der EU

Chips sind für eine breite Palette technologischer und digitaler Produkte wie Autos, Haushaltsgeräte und Elektronik von wesentlicher Bedeutung. Aufgrund geostrategischer Probleme und Störungen der Lieferkette steht die europäische Industrie derzeit vor Herausforderungen bei der Versorgung mit Halbleitern.

Mit dem Chip-Gesetz sollen die Anfälligkeiten und Abhängigkeiten der EU von ausländischen Akteuren verringert werden. Es wird die Versorgungssicherheit, Resilienz und technologische Souveränität der EU im Bereich der Chips verbessern.

Am 25. Juli 2023 hat die EU das Chip-Gesetz angenommen. Mit den neuen Vorschriften soll der weltweite Marktanteil der EU an Halbleitern bis 2030 von 10 % auf mindestens 20 % verdoppelt werden.

Infografik, in der die Bedeutung von (Mikro-)Chips und die weltweite Entwicklung des Chipmarkts erläutert werden.

Das Chip-Gesetz der EU: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU im Bereich Halbleitertechnik

(Mikro-)Chips oder Halbleiter sind die DNA moderner Technologien.

Was sind Mikrochips?

  • Ein Mikrochip ist ein Satz elektronischer Schaltkreise auf einem kleinen flachen Stück Halbleitermaterial, üblicherweise Silikon.
  • Ein Mikrochip der Größe eines Fingernagels kann Milliarden von Transistoren enthalten, die elektronisch gesteuerte Schalter sind.

Chips können Daten erfassen, speichern, verarbeiten und nutzen. Sie lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

  • Logik-Chips
  • Speicher-Chips
  • DAO (diskrete, analoge und andere) Chips

Chips finden Verwendung

  • im täglichen Leben: Arbeit, Bildung, Unterhaltung und Haushalte (Kühlschränke, Waschmaschinen, LED-Leuchtmittel)
  • bei kritischen Anwendungen: Pkw, Flugzeuge und Gesundheitsversorgung (medizinische Ausrüstung)
  • bei wichtiger Infrastruktur: Energie, Mobilität, Daten und Kommunikation (Computer, Smartphones)

und sind für die Wirtschaft von morgen unerlässlich (grüne Energie, Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Hochleistungsrechenplattformen)

  • Ein Smartphone enthält rund 160 Chips.
  • Ein Hybridelektrofahrzeug enthält bis zu 3 500 Chips.

Der Chipmarkt

1,1 Billionen Mikrochips – weltweite Produktion von Mikrochips im Jahr 2021 (rund 140 Chips pro Person auf dem Planeten)

Der Anteil der EU an der weltweiten Mikrochipproduktion beträgt 10 % (2020).

Der Anteil Europas an der Chipproduktion in verschiedenen Branchen:

  • Automobilindustrie: 27 %
  • Luft- und Raumfahrt/Verteidigung/Sicherheit: 22 %
  • Industrie: 20 %
  • Gesundheit und Pflege: 19 %
  • Haushaltsgeräte: 17 %
  • Audio und Video: 11 %
  • PC und Datenverarbeitung: 5 %
  • Telekommunikation: 4 %

Wie wird sich der Markt entwickeln?

Die Nachfrage nach Chips dürfte sich zwischen 2022 und 2030 verdoppeln.

Der Wert der Halbleiterindustrie wird 2030 voraussichtlich rund 1 Billion US-Dollar betragen.

Abbildung: Erwartete Größe des Halbleitermarkts nach Anwendung (in US-Dollar)

Warum brauchen wir das Chip-Gesetz der EU?

Die Herstellung von Chips umfasst über 1 000 Schritte:

  • Materialien
  • Design
  • Geräte
  • Fertigung
  • Vermarktung

Viele Akteure aus der ganzen Welt sind an der Herstellung von Chips beteiligt. Sie arbeiten zusammen und handeln miteinander – oft im Rahmen komplexer und anfälliger Lieferketten. Bestimmte Technologien und Tätigkeiten konzentrieren sich auf eine begrenzte Anzahl von Unternehmen und Regionen.

Störungen in der Chipherstellung können zu Engpässen führen und schwerwiegende Folgen haben.

Ziel des Chip-Gesetzes der EU ist es,

  • für einen Kapazitätsaufbau in großem Maßstab sowie für Innovation in der EU zu sorgen
  • sicherzustellen, dass sich die EU wesentlich besser selbst versorgen kann
  • zu garantieren, dass die EU im Falle von Versorgungsengpässen rasch reagieren kann.