Der EU-Koordinator für die Terrorismusbekämpfung
Der EU-Koordinator für die Terrorismusbekämpfung ist dafür zuständig, die Umsetzung der politischen Maßnahmen und Strategien der Europäischen Union zur Terrorismusbekämpfung zu koordinieren und zu überwachen.
Der derzeitige Koordinator für die Terrorismusbekämpfung
Bartjan Wegter ist der derzeitige EU-Koordinator für die Terrorismusbekämpfung. Herr Wegter, ein hochrangiger niederländischer Diplomat, wurde im Februar 2024 ernannt und trat sein Amt am 1. März 2024 offiziell an; seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.
Herr Wegter hat 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen Diplomatie und Sicherheit. Er hatte Schlüsselpositionen in der Mission der Niederlande bei den Vereinten Nationen und der Mission des Landes bei der NATO, im niederländischen Militärnachrichtendienst sowie im niederländischen Außenministerium inne und war auch beim UNHCR tätig.
Bartjan Wegter ist in Brüssel aufgewachsen; er verfügt über einen Masterabschluss in Politikwissenschaft der Universität Leiden sowie über einen Masterabschluss in europäischen Angelegenheiten des Europakollegs. Mit seinem Fachwissen in den Bereichen Sicherheit der EU und internationale Zusammenarbeit werden die Bemühungen der EU zur Terrorismusbekämpfung gestärkt; gleichzeitig wird sichergestellt, dass diese Bemühungen mit den Grundrechten im Einklang stehen.
Hauptaufgaben des Koordinators
Der EU-Koordinator für die Terrorismusbekämpfung spielt eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Reaktion der EU auf den Terrorismus.
Der Koordinator arbeitet eng mit den Mitgliedstaaten zusammen, um sicherzustellen, dass die Reaktion der EU auf den Terrorismus nicht nur wirksam ist, sondern auch mit den Grundrechten und Grundwerten im Einklang steht, wodurch ein einheitlicher europäischer Ansatz gefördert wird.
Der Koordinator leitet die Bemühungen um eine Stärkung des Sicherheitsrahmens der EU, was durch Verhütung von Terrorismus, bessere Koordinierung und Beratung zu wirksamen politischen Maßnahmen geschieht.
Der Koordinator steht in Kontakt mit den Mitgliedstaaten, Drittländern und EU-Organen, unterstützt die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch und leistet strategische politische Beratung, indem er aufkommende Bedrohungen antizipiert.
Hauptaufgaben
Beratung der Mitgliedstaaten und der EU-Organe
Bereitstellung strategischer Leitlinien, Bewertung politischer Maßnahmen und Bereitstellung aktueller Informationen für Entscheidungsträger in Bezug auf sich abzeichnende Bedrohungen
Unterstützung in den Bereichen Strafverfolgung und nachrichtendienstliche Erkenntnisse
Zusammenarbeit mit Europol, Eurojust und Frontex zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beim Informationsaustausch
Überwachung der Umsetzung politischer Maßnahmen
Ermittlung von Lücken, Verfolgung der Fortschritte und Empfehlungen für Verbesserungen der EU-Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung
Internationale Zusammenarbeit
Stärkung der Beziehungen zu Drittländern und Teilnahme an globalen Foren zur Terrorismusbekämpfung
Forschung und Innovation
Zusammenarbeit mit Experten, Hochschulen und dem Privatsektor in den Bereichen Radikalisierung, Finanzierung, Cyberbedrohungen und neue Sicherheitslösungen
Sensibilisierung der Öffentlichkeit
Einbeziehung der Medien, der Zivilgesellschaft und der Opferunterstützungsdienste, um Initiativen zur Bekämpfung von Extremismus zu fördern
Jüngste Ergebnisse
Der EU-Koordinator für die Terrorismusbekämpfung spielt eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Sicherheitspolitik der EU und der Reaktion auf neu entstehende Bedrohungen. Im Folgenden werden einige Beispiele für Maßnahmen genannt, die in den letzten Jahren zur Bekämpfung des Terrorismus ergriffen wurden.
Aktionsplan zur Terrorismusbekämpfung für Afghanistan (2021)
Der Koordinator entwickelte Maßnahmen, um Terrorismusrisiken für die EU nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan zu antizipieren und zu bekämpfen.
Rechtsgerichteter Gewaltextremismus (2019)
Der Koordinator legte ein Diskussionspapier über die Bekämpfung des Rechtsterrorismus in der EU vor, das den Ministerinnen und Ministern für Justiz und Inneres bei der Einigung auf vier zentrale Handlungsbereiche als Orientierungshilfe diente.
Reaktion auf Angriffe in Europa (2015 – gegenwärtig)
Nach dem Terroranschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris im Jahr 2015 empfahl der Koordinator eine Reihe von Maßnahmen in sechs prioritären Bereichen: Prävention der Radikalisierung, Grenzmanagement, Informationsaustausch, justizielle Zusammenarbeit, Kontrolle von Feuerwaffen und Zusammenhang zwischen innerer und äußerer Sicherheit. Daraus ergaben sich koordinierte EU-Maßnahmen, einschließlich systematischer Abfragen von für die Terrorismusbekämpfung relevanten Datenbanken an den EU-Außengrenzen.
Ausländische terroristische Kämpfer (2013 – gegenwärtig)
Der Koordinator schlug 22 Maßnahmen in sechs vorrangigen Bereichen vor, um das Problem der ausländischen terroristischen Kämpfer anzugehen: besseres Verständnis dieses Phänomens, Prävention der Radikalisierung, Aufdeckung von Reisen zu verdächtigen Zwecken, Ermittlung und Strafverfolgung, Rückkehrer und Zusammenarbeit mit Drittländern. Diese Maßnahmen wurden vom Rat „Justiz und Inneres“ gebilligt, und der Europäische Rat forderte ihre beschleunigte Umsetzung.
Zeitpunkt der Schaffung der Rolle des Koordinators und bisherige Koordinatoren
Die Rolle des EU-Koordinators für die Terrorismusbekämpfung wurde nach den Anschlägen von Madrid im Jahr 2004 geschaffen, um bei der Terrorismusbekämpfung eine Führungsrolle zu übernehmen und die EU-Organe und die Mitgliedstaaten zu unterstützen.
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1
Gijs de Vries (2004-2007)
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2
Gilles de Kerchove (2007–2021)
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3
llkka Salmi (2021-2024)
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4
Bartjan Wegter (seit 2024)
Siehe auch
Der Kampf der EU gegen organisierte Kriminalität
Die Reaktion der EU auf den Terrorismus
Bekämpfung von Schleuserkriminalität und Menschenhandel
Letzte Überprüfung: 18. März 2026