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Bekämpfung von Schleuserkriminalität und Menschenhandel

Kriminelle Netze, die schutzbedürftige Migrantinnen und Migranten ausbeuten, müssen ins Visier genommen werden – nicht nur, um gegen Schleuserkriminalität vorzugehen, sondern auch, um Menschenhandel zu bekämpfen.

Bekämpfung von Schleuserkriminalität

Die Schleuserkriminalität hat sich seit Beginn der Migrationskrise im Jahr 2015 erheblich weiterentwickelt. Mehr als 90 % der irregulären Migrantinnen und Migranten bezahlen Schleuser bei dem Versuch, Europa zu erreichen, so Europol und Interpol. Für kriminelle Netze ist dies ein äußerst lukratives Geschäft, während das Risiko, gefasst zu werden, gering ist.

Schätzungen zufolge generiert die Schleusung von Migranten weltweit einen Jahresumsatz zwischen 4,7 Mrd. € und 6 Mrd.€.

Die EU geht entschlossen gegen kriminelle Netze vor, die schutzbedürftige Migrantinnen und Migranten ausbeuten. Die Europäische multidisziplinäre Plattform gegen kriminelle Bedrohungen (EMPACT) hat die Bekämpfung der Beihilfe zur illegalen Migration als eine der Prioritäten für den Zeitraum 2022-2025 genannt.

Im Jahr 2022 führte das koordinierte Vorgehen der Mitgliedstaaten zu

• 3 646 Festnahmen

• 3 285 Ermittlungen

• 2 267 655 € beschlagnahmtem Bargeld

• Tausenden beschlagnahmten gefälschten Dokumenten

Rechtsvorschriften der EU zur Verhinderung und Bekämpfung von Schleuserkriminalität

Im November 2023 nahm die Europäische Kommission zwei Legislativvorschläge zur Verhinderung und Bekämpfung der Schleuserkriminalität an:

Erstens eine Richtlinie über Mindestvorschriften zur Verhinderung und Bekämpfung von Schleuserkriminalität. Ziele sind unter anderem:

• eine wirksamere Verfolgung von Schleusernetzen

• eine präzisere Definition der Schleusung als Straftat

• die Harmonisierung von Strafvorschriften

Zweitens eine Verordnung über die polizeiliche Zusammenarbeit. Ziele sind unter anderem: die Stärkung der Rolle Europols bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität

• ein verstärkter Austausch von Daten – einschließlich biometrischer – zwischen den Mitgliedstaaten und Europol

Am 19. Juni 2024 einigten sich die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten (AStV) auf das Verhandlungsmandat des Rates für eine Verordnung zur Stärkung der Rolle von Europol bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität.

Im September 2025 haben der Ratsvorsitz und die Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments eine vorläufige Einigung über die Stärkung von Europol erzielt, damit die Agentur die Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität und des Menschenhandels besser unterstützen kann.

Bekämpfung von Menschenhandel

Im Laufe der Jahre haben die EU und ihre Mitgliedstaaten stärkere Maßnahmen gegen den Menschenhandel entwickelt und aktualisiert, mit Schwerpunkt auf Polizeiarbeit und Prävention.

Die 2011 angenommene Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels beruht auf dem Zusatzprotokoll der VN zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels sowie auf dem Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung des Menschenhandels.

In der Richtlinie wird anerkannt, dass Menschenhandel nicht nur ein Verbrechen ist, sondern eine Verletzung der Menschenrechte, und dass die Mitgliedstaaten die Verantwortung tragen, alle Opfer zu schützen, egal, aus welchem Land sie kommen.

Außerdem werden darin strengere Regeln für den Umgang mit Kinderhandel vorgeschrieben. Die Mitgliedstaaten müssen allen Opfern von Kinderhandel Hilfe und Zugang zu Bildung gewähren.

Seit Juni 2024 gelten in der EU auch die Ausbeutung von Leihmutterschaft, von Zwangsheirat und von illegaler Adoption als Formen der Ausbeutung, die unter das EU-Recht zur Bekämpfung des Menschenhandels fallen. Zudem zählt nun die wissentliche Nutzung der Dienste eines Opfers von Menschenhandel ebenfalls als Straftat, die mit wirksamen, verhältnismäßigen und abschreckenden Sanktionen geahndet werden kann.

2022 gab es in der EU 10 093 registrierte Opfer von Menschenhandel und 2 097 verurteilte Menschenhändler. 2023 wurden durch die Plattform der EU für die Bekämpfung von organisierter und schwerer Kriminalität (EMPACT) 7 500 Opfer identifiziert und 457 Festnahmen durchgeführt.

Bekämpfung von Menschenhandel

Jedes Jahr werden Tausende von Menschen in der EU als Opfer von Menschenhandel identifiziert. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um dieses verabscheuungswürdige Verbrechen zu bekämpfen, und verstärken ihre Anstrengungen weiter.

Zwei weibliche Silhouetten und eine männliche Silhouette, die an einen zerbrochenen Spiegel erinnern, vor einem violetten Hintergrund.

Letzte Überprüfung: 15. Januar 2026