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Bekämpfung von Schleuserkriminalität und Menschenhandel

Durch Schleuserkriminalität und Menschenhandel werden schutzbedürftige Personen ausgebeutet und die organisierte Kriminalität gestärkt. Erfahren Sie, wie die EU und die Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um diese Straftaten zu verhindern, kriminelle Netzwerke zu zerschlagen und Opfer zu schützen.

Schleuserkriminalität

Schleuserkriminalität ist ein gewinnbringendes Geschäft für kriminelle Netzwerke, die irreguläre Migration in die und innerhalb der EU erleichtern. Schätzungen zufolge nutzen mehr als 90 % der irregulären Migrantinnen und Migranten, die in die EU gelangen, die Dienste von Schleusern. Nach Angaben der Vereinten Nationen erwirtschaften Schleusernetze jedes Jahr Gewinne in Höhe von 4,7 bis 6 Mrd. EUR.

Schleuserkriminalität kann Migrantinnen und Migranten ernsthaft gefährden und ist häufig mit anderen Formen der schweren und organisierten Kriminalität verbunden. Die EU arbeitet mit den Mitgliedstaaten, EU-Agenturen und internationalen Partnern zusammen, um Schleuserkriminalität zu verhindern, kriminelle Netze zu zerschlagen und die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen.

Die Bekämpfung der Schleuserkriminalität ist auch eine der Prioritäten der EU für den Zyklus 2026-2029 der Europäischen multidisziplinären Plattform gegen kriminelle Bedrohungen (EMPACT). Im Rahmen der EMPACT arbeiten Strafverfolgungs-, Justiz- und andere Behörden zusammen, um operative Maßnahmen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu koordinieren.

Im Jahr 2025 führten EMPACT-Maßnahmen gegen die Schleuserkriminalität zu

  • 3 761 Festnahmen
  • 2 339 Ermittlungen
  • 8 Mio. € an beschlagnahmten Barmitteln und Vermögenswerten
  • 25 698 beschlagnahmten gefälschten Dokumenten

Die EU aktualisiert auch ihre rechtlichen und operativen Instrumente zur Bekämpfung der Schleuserkriminalität. Im Dezember 2024 einigte sich der Rat auf seinen Standpunkt zu einem Vorschlag zur Aktualisierung der bestehenden EU-Vorschriften, mit dem die nationalen Strafrechtsvorschriften einander angenähert und härtere Strafen in schwerwiegenden Fällen vorgesehen werden sollen.

Die EU hat die Rolle von Europol bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität und des Menschenhandels gestärkt, unter anderem durch die Verbesserung des Informationsaustauschs und die Einrichtung des Europäischen Zentrums für die Bekämpfung der Migrantenschleusung (ECAMS) als ständige Struktur innerhalb von Europol. Das im März 2026 eröffnete Zentrum baut auf der Arbeit seines 2016 eingerichteten Vorgängers auf und unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung krimineller Netzwerke und der Identifizierung von Opfern.

Die EU arbeitet auch mit Drittländern und internationalen Organisationen zusammen, um Schleuserkriminalität zu verhindern, unter anderem durch Sensibilisierung, Informationen über legale Migrationswege und die Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden.

Menschenhandel

Menschenhandel ist eine schwere Straftat und stellt eine Verletzung der Grundrechte dar. Er umfasst die Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen zum Zwecke der Ausbeutung, einschließlich sexueller Ausbeutung und Ausbeutung von Arbeitskräften.

Die EU setzt sich dafür ein, Menschenhandel zu verhindern, Menschenhändler strafrechtlich zu verfolgen und die Opfer zu schützen. Der Menschenhandel nimmt bei der Kriminalitätsbekämpfung der EU im Rahmen des EMPACT-Zyklus 2026-2029 hohe Priorität ein.

Im Jahr 2025 führten die EMPACT-Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels zu

  • 303 Festnahmen
  • der Einleitung von 944 Ermittlungen
  • der Beschlagnahmung von Barmitteln in Höhe von 7,9 Mio. €
  • 4 985 gemeldeten oder identifizierten Opfern

Die EU-Vorschriften zur Bekämpfung des Menschenhandels wurden 2024 verschärft. Mit den überarbeiteten Vorschriften werden Zwangsheirat, illegale Adoption und die Ausbeutung durch Leihmutterschaft zu den Formen der Ausbeutung hinzugefügt, die vom EU-Recht erfasst werden. Außerdem werden die Prävention und der Opferschutz gestärkt. Nach den neuen Vorschriften wird die wissentliche Inanspruchnahme von Dienstleistungen, die von Opfern des Menschenhandels erbracht werden, zu einer Straftat.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten arbeiten auch daran, die Identifizierung und den Schutz von Opfern, einschließlich Kindern, zu verbessern. Dabei leisten die nationalen Behörden Hilfe und Unterstützung, während die Zusammenarbeit auf EU-Ebene dazu beiträgt, die grenzüberschreitende Reaktion zu verstärken. Auch nationale Hotlines, um Fälle von Menschenhandel zu melden, und Unterstützungsdienste stehen in der gesamten EU zur Verfügung.

Eine Illustration, die organisierte Kriminalität symbolisiert, zeigt vor einem hellblauen Hintergrund ein verzweigtes geometrisches Netzwerk mit gelben Nummernkarten, Handschellen, eine Hand mit Lupe und einen Geldsack.
Der Kampf der EU gegen organisierte Kriminalität

Der Kampf der EU gegen organisierte Kriminalität

Abbildung eines Blattes Papier, das mit mehreren Ein- und Ausreisestempeln im Passformat auf blauem und beigefarbenem Hintergrund versehen ist, mit einem Stift, der eine gepunktete Linie über die Seite zieht, um eine Migrationsreise zu symbolisieren.
Migrations- und Asylpaket

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Letzte Überprüfung: 12. Oktober 2026