Island
Island beantragte im Juli 2009 den Beitritt zur EU. Die Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und Island wurden im Juli 2010 aufgenommen. Auf Antrag Islands wurden die Beitrittsverhandlungen im Dezember 2013 ausgesetzt. Im März 2015 beantragte Island, nicht als EU-Bewerberland zu gelten, was der Rat zur Kenntnis nahm.
Antrag auf Beitritt zur EU
Island reichte seinen EU-Beitrittsantrag am 17. Juli 2009 ein.
Auf seiner Tagung vom 27. Juli 2009 ersuchte der Rat die Kommission, zum Beitrittsantrag Islands Stellung zu nehmen. Die Kommission gab am 24. Februar 2010 eine befürwortende Stellungnahme ab und empfahl die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen.
Beitrittsverhandlungen
Beginn der Verhandlungen
Auf seiner Tagung vom 17. Juni 2010 stellte der Europäische Rat fest, dass Island die Kopenhagener Kriterien erfüllt, und beschloss, dass die Beitrittsverhandlungen eröffnet werden sollten. Am 26. Juli 2010 billigte der Rat den Rahmen für die Verhandlungen mit Island, wodurch die Beitrittsverhandlungen offiziell aufgenommen wurden.
Stand der Verhandlungen
Am 17. Dezember 2013 stellte der Rat den fortgeschrittenen Stand der Beitrittsverhandlungen mit Island fest und nahm Kenntnis von dem Beschluss der isländischen Regierung, die Beitrittsverhandlungen auszusetzen. Dabei unterstrich er, dass der Beitritt Islands seiner Überzeugung nach beiden Seiten zugutekäme. Der Rat verwies ferner darauf, dass die EU bereit sei, den Verhandlungsprozess fortzusetzen, sollte Island die Wiederaufnahme der Verhandlungen beschließen.
In einem Schreiben an den Vorsitz des Rates vom 12. März 2015 bestätigte der isländische Außenminister, dass die Regierung Islands nicht die Absicht habe, die Beitrittsgespräche wieder aufzunehmen und stellte fest, dass Island nicht als Bewerberland auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft betrachtet werden solle. Der Außenminister bekräftigte, wie wichtig es sei, die engen Beziehungen sowie die enge Zusammenarbeit zwischen der EU und Island fortzusetzen, die sich insbesondere auf das EWR-Abkommen stützen. Der Vorsitz des Rates nahm das Schreiben zur Kenntnis.
Nach den Parlamentswahlen in Island vom 25. September 2021 legte die Koalitionsregierung Islands ein politisches Programm vor, in dem sie ihren Standpunkt bekräftigte, dass Island keine EU-Mitgliedschaft anstrebe und sich auf die Umsetzung und Weiterentwicklung des EWR-Abkommens in einer Weise konzentrieren würde, die die Interessen und die Souveränität Islands gewährleiste.
Tagungen der Beitrittskonferenz
Nach der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen finden die Verhandlungen auf einer Regierungskonferenz (auch „Beitrittskonferenz“ genannt) zwischen den Ministerinnen und Ministern sowie den Botschafterinnen und Botschaftern der EU-Mitgliedstaaten und des Bewerberlandes statt. Bei den Verhandlungen werden 35 verschiedene Politikbereiche (sogenannte Kapitel) geprüft. Diese Tagungen können entweder auf Ministerebene oder auf Stellvertreterebene stattfinden.
Von insgesamt 35 Verhandlungskapiteln wurden 27 eröffnet; 11 davon wurden vorläufig geschlossen.
Vor der Aussetzung der Beitrittsverhandlungen fanden zwischen Juli 2010 und Dezember 2012 Tagungen der Beitrittskonferenz mit Island statt. Die letzte Tagung der Beitrittskonferenz fand am 18. Dezember 2012 auf Ministerebene statt.
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