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Weltraumverkehrsmanagement

Die EU unternimmt entscheidende Schritte für das Weltraumverkehrsmanagement, um bei zunehmender Weltraumaktivität von Satelliten die sichere und nachhaltige Nutzung des Weltraums zu gewährleisten.

Weltraumverkehr: eine wachsende Herausforderung

Das Weltraumverkehrsmanagement hat durch den stetigen Anstieg der Zahl von Satelliten und Weltraummüll in der Umlaufbahn an Bedeutung gewonnen. Aufgrund dieser zunehmenden „Weltraumüberlastung“ sind die Weltraumressourcen der EU gefährdet.

Seit 1957 wurden mehr als 25 900 Satelliten in die Umlaufbahn gebracht; davon befinden sich mehr als 17 600 Satelliten im Weltraum und 15 200 sind derzeit in Betrieb (Stand: April 2026).

Es bestehen einige Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Weltraumverkehrsmanagement, die letztlich erhebliche Auswirkungen auf das Leben auf der Erde haben können. Die größten Herausforderungen sind die Folgenden:

  • Kollisionsvermeidung: Mehr als eine Million Trümmerteile mit einer Größe von mehr als 1 cm gefährden Satelliten und können eine Kaskade an Kollisionen, auch bekannt als Kessler-Syndrom, hervorrufen. Das rasche Wachstum von Satellitenkonstellationen erhöht die Wahrscheinlichkeit von Abstürzen.
  • Minderung von Weltraummüll: Das Entstehen von Weltraummüll bei Weltraummissionen sollte eingedämmt werden, indem das Risiko des Auseinanderbrechens verringert und wirksame Verfahren für das Ende der Lebensdauer entwickelt werden.
  • Rechtsrahmen: Das Fehlen eines einheitlichen EU-Rahmens bzw. einer internationalen Übereinkunft auf Ebene der Vereinten Nationen erschweren eine wirksame Koordinierung und Durchsetzung.
  • Technologielücken: Modernere Lösungen sind erforderlich, um die Beseitigung von Weltraummüll und eine genaue Verfolgung zu koordinieren.
  • Beteiligung des privaten Sektors: Die immer wichtigere Rolle privater Betreiber zeigt, dass gemeinsame Vorgehensweisen und Rechenschaftspflicht im Weltraumverkehrsmanagement notwendig sind.

Der Ansatz der EU

Mit dem EU-Ansatz für das Weltraumverkehrsmanagement soll auf die Herausforderung einer überlasteten Umlaufbahn hingewiesen und der Weltraumzugang für künftige Generationen sichergestellt werden.

In den nächsten zehn Jahren sollen voraussichtlich 300 000 zusätzliche Satelliten gestartet werden.

Der Schwerpunkt der EU liegt auf der Betriebssicherheit, einer wettbewerbsfähigen Industrie und der internationalen Zusammenarbeit.

Vier Säulen

Prüfung der zivilen und militärischen Anforderungen

Bewertung der Auswirkungen des Weltraumverkehrs auf zivile sowie auf militärische Tätigkeiten

Operative Fähigkeiten

Entwicklung der Fähigkeit für die Verfolgung und Erkennung von Weltraummüll

Rechtsvorschriften und Normung

Strengere EU-Vorschriften und stärkere internationale Zusammenarbeit im Bereich Weltraumaktivitäten

Internationale Partnerschaften

Zusammenarbeit mit globalen Raumfahrtnationen und -organisationen mit Blick auf einen koordinierten Ansatz

Schlüsselinitiativen

Die EU verfolgt einen mehrgleisigen Ansatz mit Schwerpunkt auf zwei Schlüsselinitiativen.

Das System der EU für Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum (space surveillance and tracking – EU SST) spielt in der Strategie für das Weltraumverkehrsmanagement der EU eine entscheidende Rolle. Die EU SST schützt mit über 40 Sensoren, die zu seinem Netzwerk beitragen, mehr als 520 Raumfahrzeuge und unterstützt die Sicherheit und Nachhaltigkeit der Weltraumtätigkeiten, die in zunehmend durch Weltraumobjekte überlasteten Umlaufbahnen erfolgen.

Durch das Weltraumverkehrsmanagementforum der EU für Industrie und Start-ups sollen Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in der SST-Branche der EU vorangebracht werden. Das Weltraumverkehrsmanagementforum der EU für Industrie und Start-ups beteiligt über 80 Unternehmen/Forschungszentren aus der EU und mehr als 150 Interessenträger und fördert die Zusammenarbeit zwischen Privatunternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen.

Siehe auch

Eine Darstellung der Erde, die von Sternen auf dunkelblauem Hintergrund umgeben ist und das Weltraumprogramm der Europäischen Union symbolisiert.
EU-Raumfahrtpolitik

EU-Raumfahrtpolitik

Weltraum, Sicherheit und Verteidigung

Weltraum, Sicherheit und Verteidigung

Illustration: Satelliten rund um den Erdball, ausgerichtet auf den europäischen Kontinent
Die EU im Weltraum

Die EU im Weltraum

Letzte Überprüfung: 6. Mai 2026