Handel EU-Mercosur: Fakten und Zahlen
Die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur verbinden über 700 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa und Südamerika. Die EU arbeitet derzeit an der Annahme des Handelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur.
Was ist Mercosur?
Mercosur ist der Gemeinsame Markt des Südens – ein südamerikanischer Handelsblock, der 1991 gegründet wurde. Seine Mitglieder sind Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Venezuela trat 2012 bei, seine Mitgliedschaft wurde jedoch 2017 ausgesetzt. Im Dezember 2012 wurde das Protokoll über den Beitritt Boliviens zum Mercosur unterzeichnet. Dieses Protokoll muss noch von den Parlamenten der Mercosur-Länder ratifiziert werden.
Zusammengenommen bilden die Mercosur-Länder mit einer Gesamtbevölkerung von 270 Millionen Menschen die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt.
Alle nachstehend aufgeführten Mercosur-Statistiken beziehen sich auf die vier Vollmitglieder des Mercosur: Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.
Handel mit Waren
In Bezug auf den Handel mit Waren ist die EU der zweitgrößte Handelspartner des Mercosur. Fast 17 % des Gesamthandels des Mercosur entfiel im Jahr 2024 auf die Europäische Union. Der Mercosur ist der zehntgrößte Handelspartner der EU im Hinblick auf den Handel mit Waren.
Im Jahr 2024 belief sich der Handel der EU mit dem Mercosur auf über 111 Mrd. €: 55,2 Mrd. € an Ausfuhren und 56 Mrd. € an Einfuhren. Über 80 % der Handelsströme fanden zwischen der EU und Brasilien statt.
Zwischen 2014 und 2024 nahm der Warenhandel zwischen der EU und dem Mercosur um mehr als 36 % zu: die Einfuhren stiegen um mehr als 50 % und die Ausfuhren um 25 %.
Einfuhren aus dem Mercosur im Wert von 56 Mrd. €
Ausfuhren in den Mercosur im Wert von 55,2 Mrd. €
Wichtigste Warengruppen, die die EU in den Mercosur ausführt
Maschinen und Geräte
chemische und pharmazeutische Erzeugnisse
Transportmittel
Wichtigste Warengruppen, die die EU aus dem Mercosur einführt
landwirtschaftliche Erzeugnisse
mineralische Erzeugnisse
Zellstoff und Papier
Handel mit Dienstleistungen
Im Jahr 2023 (dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen) belief sich der Handel mit Dienstleistungen zwischen der EU und dem Mercosur auf über 42 Mrd. €. Die EU führte Dienstleistungen im Wert von über 29 Mrd. € in den Mercosur aus, während der Mercosur Dienstleistungen im Wert von rund 13,4 Mrd. € in die EU ausführte.
Einfuhren aus dem Mercosur im Wert von 13,4 Mrd. €
Ausfuhren in den Mercosur im Wert von 29,2 Mrd. €
Handelsabkommen EU–Mercosur
Im Dezember 2024 erzielte die EU eine politische Einigung mit den vier Gründungsmitgliedern des Mercosur: Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.
Im September 2025 nahm die Europäische Kommission Vorschläge für Beschlüsse des Rates über die Unterzeichnung und den Abschluss von zwei parallelen Rechtsinstrumenten an: das Partnerschaftsabkommen EU-Mercosur und das Interimsabkommen über den Handel. Das Interimsabkommen über den Handel läuft aus, sobald das Partnerschaftsabkommen von den Mitgliedstaaten vollständig ratifiziert wurde und in Kraft tritt.
Der Rat gab am 9. Januar 2026 grünes Licht für die Unterzeichnung der Abkommen. Jetzt muss das Europäische Parlament den Abkommen zustimmen, bevor sie vom Rat formell abgeschlossen werden können.
Das Interimsabkommen über den Handel wird seit dem 1. Mai 2026 vorläufig angewandt, und die Zölle auf bestimmte Produkte wurden ab dem ersten Tag abgeschafft, wodurch vorhersehbare Regeln für Handel und Investitionen geschaffen werden.
Die EU-Mercosur-Abkommen im Detail
Ausländische Direktinvestitionen
Mit einem Investitionsbestand von rund 390 Mrd. € im Jahr 2023 ist die EU der größte Investor in den Mercosur-Ländern. Dennoch sind sowohl Ausführer als auch potenzielle Investoren auf den Mercosur-Märkten mit Hindernissen konfrontiert.
Eines der Ziele des EU-Mercosur-Abkommens ist die Schaffung stabilerer und berechenbarerer Regeln für Handel und Investitionen durch bessere und strengere Vorschriften, z. B. im Hinblick auf Rechte des geistigen Eigentums (einschließlich geografischer Angaben), Lebensmittelsicherheitsstandards, Wettbewerb und gute Regulierungspraxis.
Letzte Überprüfung: 6. Mai 2026