- Internationales Gipfeltreffen
Gipfeltreffen EU-Jordanien, 8. Januar 2026
Wichtigste Ergebnisse
Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, vertraten die EU gemeinsam auf dem ersten Gipfeltreffen EU-Jordanien in Amman. König Abdullah II. vertrat Jordanien.
Jordanien ist ein strategischer Partner der EU und spielt eine zentrale Rolle im Nahen Osten.
Jordanien ist ein langjähriger Partner Europas im Nahen Osten und ein Eckpfeiler regionaler Stabilität. Gemeinsam setzen wir Zusagen in Taten um: Für Stabilität, Resilienz und gemeinsamen Wohlstand.
Präsident Costa
Bei ihren Beratungen konzentrierten sich die Führungsspitzen auf die bilateralen Beziehungen und die weitere Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Partnerschaft. Sie erörterten wichtige außenpolitische Angelegenheiten und globale Herausforderungen.
Zum Abschluss des Gipfeltreffens gaben sie eine gemeinsame Erklärung ab.
Wir bekräftigen unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit für langfristige Stabilität, Frieden, Sicherheit, Wohlstand, die universellen Werte der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte sowie zur Förderung gemeinsamer Interessen und zur Erneuerung unserer Partnerschaftsprioritäten.
Gemeinsame Erklärung
Auswärtige Angelegenheiten und regionale Zusammenarbeit
Wir bekräftigen unser unerschütterliches Bekenntnis zu den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen und werden zusammenarbeiten, um einen wirksamen Multilateralismus und die regelbasierte internationale Ordnung, in deren Mittelpunkt die Vereinten Nationen stehen, zu unterstützen.
Gemeinsame Erklärung
Naher Osten
Die Führungsspitzen begrüßten die Resolution 2803 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 17. November 2025 zum Umfassenden Plan zur Beendigung des Gaza-Konflikts und riefen alle Parteien auf, sie in vollem Umfang umzusetzen.
Sie erklärten, dass humanitäre Hilfe in großem Umfang rasch, sicher und ungehindert nach Gaza geliefert und im gesamten Gazastreifen fortlaufend verteilt und dass den Vereinten Nationen und ihren Agenturen sowie humanitären Organisationen uneingeschränkt Zugang gewährt werden muss. Sie begrüßten die humanitären Bemühungen Jordaniens in dieser Hinsicht.
Wir bekräftigen, dass der einzige Weg zu einer gerechten, dauerhaften und umfassenden Lösung des Konflikts im Nahen Osten die Zweistaatenlösung ist, bei der der Staat Israel und ein souveräner lebensfähiger Staat Palästina im Einklang mit dem Völkerrecht und den einschlägigen Resolutionen des VN-Sicherheitsrates Seite an Seite in Frieden, Sicherheit und gegenseitiger Anerkennung bestehen.
Gemeinsame Erklärung
Die Führungsspitzen äußerten sich zutiefst besorgt über die sich verschlechternde Lage im Westjordanland, einschließlich in Ost-Jerusalem, wobei sie etwaige Annexionsversuche ausdrücklich ablehnten und scharf verurteilten.
Die EU würdigte Jordaniens Bemühungen bei der Aufnahme von Millionen von Flüchtlingen sowie der Gewährleistung menschenwürdiger Lebensbedingungen und des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen und bekräftigte ihre anhaltende Unterstützung für Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften in Jordanien. Die EU und Jordanien setzen sich auch weiterhin für die Unterstützung palästinensischer Flüchtlinge in Jordanien ein; dabei betonten sie, dass das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) bei der Bereitstellung lebenswichtiger Dienstleistungen eine wesentliche Rolle spielt.
Syrien
Standpunkt der EU zur Lage im Nahen Osten
Wir werden weiterhin zusammenarbeiten, um einen friedlichen und inklusiven Übergang unter syrischer Führung und Eigenverantwortung zu unterstützen, der frei von schädlicher Einflussnahme aus dem Ausland ist, nämlich im Hinblick auf das Ziel, die Einheit, Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit Syriens sowie die Sicherheit und den Wohlstand seiner Bevölkerung zu gewährleisten.
Gemeinsame Erklärung
Die EU und Jordanien werden zusammenarbeiten, um die Bemühungen im Hinblick auf Stabilisierung, Aussöhnung, Institutionenaufbau, Wiederaufbau und die sozioökonomische Erholung in Syrien zu unterstützen.
Die EU und Jordanien werden auch weiterhin mit der derzeitigen syrischen Regierung und den VN-Partnern zusammenarbeiten, um Vertriebenen und Rückkehrern in Syrien Unterstützung und Dienstleistungen zu bieten.
Ukraine
Die Führungsspitzen bekräftigten die Verpflichtung aller Staaten, in ihren internationalen Beziehungen von der Androhung oder Anwendung von Gewalt abzusehen, und betonten, dass so bald wie möglich ein umfassender, gerechter und dauerhafter Frieden in der Ukraine erreicht werden muss.
Sie betonten ferner, dass Konflikte friedlich beigelegt werden müssen und das humanitäre Völkerrecht geachtet werden muss, und bekräftigten ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen.
Syrien
Beziehungen der EU zu Jordanien
Die Führungsspitzen überprüften die Umsetzung der im Januar 2025 geschlossenen strategischen und umfassenden Partnerschaft zwischen der EU und Jordanien.
Die Partnerschaft wird durch ein Finanz- und Investitionspaket in Höhe von 3 Mrd. € für den Zeitraum 2025-2027 unterstützt. Ziel ist es vor allem, Jordaniens Stabilität vor dem Hintergrund außergewöhnlicher geopolitischer Herausforderungen zu unterstützen, die politische, wirtschaftliche und administrative Modernisierung des Landes zu fördern und seine wirtschaftliche Resilienz zu stärken.
Wirtschaftliche Resilienz, Handel und Investitionen
Die EU erkennt an, wie sehr Jordanien unter dem Einfluss regionaler Krisen steht, und ist nach wie vor entschlossen, Jordaniens wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Reformagenda zu unterstützen.
Die Führungsspitzen der EU und Jordaniens bekräftigten ihre gemeinsamen Bemühungen, Investitionen des Privatsektors zu mobilisieren und einen nachhaltigen Handel zu fördern, und sind weiterhin entschlossen, das Potenzial der Freihandelszone des Assoziierungsabkommens voll auszuschöpfen.
Bilaterale politische Beziehungen
Die Führungsspitzen betonten, wie wichtig Fortschritte bei der politischen Modernisierungsagenda Jordaniens sind, und betonten, dass Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie verantwortungsvolle Staatsführung unerlässlich sind, um Stabilität und nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Die EU und Jordanien werden ihre Zusammenarbeit in folgenden Bereichen fortsetzen:
- Verantwortungsvolles Handeln (Good Governance)
- Digitalisierung öffentlicher Dienste
- Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie Bekämpfung von Diskriminierung
- Politische Angelegenheiten und Wahlen
Sicherheit und Verteidigung
Die EU und Jordanien werden weiterhin in den Bereichen Sicherheitund Grenzmanagementsowie bei derBekämpfung organisierter Kriminalität und aller Formen von Schleuserkriminalität und Menschenhandel zusammenarbeiten.
Wir sind nach wie vor entschlossen, Terrorismus zu bekämpfen und Radikalisierung und gewaltbereiten Extremismus zu verhindern.
Gemeinsame Erklärung
Die Führungsspitzen bekräftigten ihren Beschluss, Anfang 2026 den ersten Sicherheits- und Verteidigungsdialog zwischen der EU und Jordanien einzuleiten, um die Unterstützung der EU für die jordanischen Streitkräfte im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität sowie ein künftiges Engagement Jordaniens im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der EU weiter voranzubringen.
Globaler grüner Wandel
Die Führungsspitzen bekräftigten ihr entschiedenes Engagement für das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen und das Übereinkommen von Paris.
Die EU und Jordanien sind nach wie vor entschlossen, den globalen ökologischen Wandel zu beschleunigen, indem sie der Zusammenarbeit bei der Energiewende Vorrang einräumen.
Angesichts der akuten Wasserknappheit in Jordanien werden die EU und Jordanien ihre Zusammenarbeit bei der Verbesserung der finanziellen Tragfähigkeit des Sektors, der Förderung einer nachhaltigen Wassernutzung und der Verbesserung der Abwasserbewirtschaftung weiter vertiefen.
Humankapital
Die EU unterstützt Jordaniens Bemühungen, junge Menschen und Erwachsene mit den Kompetenzen auszustatten, die erforderlich sind, um den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Beide Seiten werden bei Berufsbildungsprogrammen zusammenarbeiten, die den EU-Arbeitsmarktstandards entsprechen.
Die EU und Jordanien arbeiten zusammen, um die Existenzgrundlagen für alle in Jordanien, insbesondere für Frauen und junge Menschen, zu erweitern und die Effizienz und Zugänglichkeit der Sozialschutzsysteme zu verbessern.
Beziehungen EU-Jordanien: Zahlen und Fakten
Hintergrundinformationen
Die EU und Jordanien sind am 29. Januar 2025 eine strategische und umfassende Partnerschaft eingegangen.
Die Partnerschaft baut auf einer engen Beziehung auf, die auf dem Assoziierungsabkommen von 2002 und den Partnerschaftsprioritäten EU-Jordanien (2021-2027) beruht.
Nach Unterzeichnung der Erklärung zur strategischen und umfassenden Partnerschaft traf Präsident Costa am 29. Januar 2025 mit König Abdullah II. von Jordanien zusammen, um die Beziehungen zwischen der EU und Jordanien zu erörtern; am 21. September 2025 erneut am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen.
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