Beziehungen EU-Jordanien: Zahlen und Fakten
Jordanien ist einer der engsten Partner der EU im Nahen Osten und spielt eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung von Stabilität in der Region.
In Amman fand im Januar 2026 zum ersten Mal ein Gipfeltreffen EU-Jordanien statt. Die Führungsspitzen bekräftigten hier ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit als zuverlässige und berechenbare Partner für Stabilität, Frieden, Sicherheit und gemeinsamen Wohlstand und ihr Bekenntnis zu den universellen Werten der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte.
Strategische und umfassende Partnerschaft EU-Jordanien
Die EU und Jordanien sind im Januar 2025 eine strategische und umfassende Partnerschaft eingegangen, mit der die bereits engen Beziehungen weiter vertieft werden. Das Ziel der Partnerschaft besteht in erster Linie darin, die Stabilität Jordaniens vor dem Hintergrund außergewöhnlicher geopolitischer Herausforderungen zu unterstützen. Außerdem wird damit die Vision Jordaniens in Bezug auf eine politische, wirtschaftliche und administrative Modernisierung sowie die Förderung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit unterstützt.
Die beiden Seiten haben fünf Schlüsselbereiche von gemeinsamem Interesse identifiziert:
- politische Beziehungen und regionale Zusammenarbeit,
- Sicherheit und Verteidigung,
- wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, Handel und Investitionen,
- Humankapital sowie
- Migration, Schutz und Unterstützung von Flüchtlingen.
Zur Unterstützung der Partnerschaft hat die EU ein Finanzpaket in Höhe von 3 Mrd. € für Jordanien vorgeschlagen. Dies umfasst
- 640 Mio. € in Form von Finanzhilfen,
- 1 Mrd. € in Form von Darlehen zu Vorzugsbedingungen (Makrofinanzhilfe) und
- rund 1,4 Mrd. € in Form von zusätzlichen Investitionen.
Die strategische Partnerschaft baut auf dem Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Jordanien auf, das seit 2002 in Kraft ist.
Finanzielle Unterstützung
Makrofinanzhilfe (MFA)
Am 20. Januar 2026 hat der Rat einen Beschluss über eine Makrofinanzhilfe im Umfang von weiteren 500 Mio. € für Jordanien angenommen. Dies ist Teil des im Januar 2025 angekündigten Finanz- und Investitionspakets der EU in Höhe von 3 Mrd. € zur Unterstützung der strategischen und umfassenden Partnerschaft zwischen der EU und Jordanien.
Die Finanzhilfe wird für zweieinhalb Jahre in Form von langfristigen Darlehen gewährt, die in drei Tranchen ausgezahlt werden.
Seit 2013 hat die EU Jordanien im Rahmen von drei vorausgegangenen MFA-Programmen 1,08 Mrd. € bereitgestellt. Derzeit läuft ein viertes MFA-Programm, das sich auf 500 Mio. € beläuft.
Das Instrument „NDICI/Europa in der Welt“
Jordanien erhält Mittel aus dem Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit – Europa in der Welt. Für den Zeitraum 2021 bis 2024 hat die EU Jordanien Finanzhilfen in Höhe von rund 377 Mio. € zur Verfügung gestellt. Diese Mittel wurden verwendet, um folgende Ziele zu unterstützen:
- demokratische Reformen, eine wirksame Verwaltung, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit,
- den grünen Wandel und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit sowie
- menschliche Entwicklung (z. B. Bildung und Sozialschutz).
Das Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit – Europa in der Welt ist das wichtigste externe Finanzierungsinstrument der EU für die Zusammenarbeit mit Drittländern im Rahmen des langfristigen EU-Haushalts 2021-2027.
Unterstützung bei der Bewältigung der syrischen Flüchtlingskrise
Darüber hinaus hat die EU seit 2011 mehr als 4 Mrd. € für humanitäre Hilfe und Makrofinanzhilfe ausgegeben, um Jordanien bei der Bewältigung der syrischen Flüchtlingskrise zu unterstützen.
Jordanien ist eines der Länder mit der höchsten Anzahl an Flüchtlingen pro Kopf weltweit. Es ist von entscheidender Bedeutung für die humanitäre Lage und die Stabilität in der Region.
Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Verteidigung
Für die Europäische Union ist Jordanien ein wichtiger Partner für regionale Stabilität und Sicherheit, mit dem sie im Hinblick auf gemeinsame Bedrohungen wie Terrorismus, gewaltorientiertem Extremismus, grenzüberschreitender Kriminalität und Grenzsicherheit zusammenarbeitet.
Die strukturierte Zusammenarbeit findet im Rahmen des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Jordanien von 2002 und der im Januar 2025 geschlossenen strategischen und umfassenden Partnerschaft statt. So geht es zum Beispiel bei den regelmäßigen Sitzungen des Unterausschusses für Justiz und Sicherheit insbesondere um die integrierte Grenzverwaltung, die Terrorismusbekämpfung, den unerlaubten Handel mit Feuerwaffen und Drogen und die justizielle Zusammenarbeit.
Jordanien zählt zu den Begünstigten der Europäischen Friedensfazilität (EFF). Bislang hat der Rat im Rahmen der EFF mehrere bilaterale Unterstützungsmaßnahmen in Höhe von mehr als 55 Mio. € angenommen.
Diese Mittel sind für Ausrüstung wie Kurzstreckenradare, Kommando- und Kontrollsysteme sowie damit zusammenhängende Ausbildungsmaßnahmen bestimmt. Diese sollen Jordanien dabei unterstützen, Sicherheitsherausforderungen zu bewältigen und zur regionalen Sicherheit beizutragen.
Handelsbeziehungen
Handel mit Waren
Die EU ist Jordaniens drittgrößter Handelspartner. Ihr Anteil am weltweiten Warenhandel Jordaniens beträgt mehr als 12 %. Im Jahr 2024 belief sich der Warenhandel zwischen der EU und Jordanien auf rund 4,8 Mrd. € mit mehr als 4,1 Mrd. € an Ausfuhren aus der EU und 0,66 Mrd. € Einfuhren in die EU.
0,66 Mrd. € an Einfuhren aus Jordanien
4,13 Mrd. € an Ausfuhren nach Jordanien
Wichtigste gehandelte Waren
Chemikalien
Maschinen und Fahrzeuge
Industrielle Erzeugnisse (EU-Einfuhren)
Lebensmittel und lebende Tiere (EU-Ausfuhren)
Handel mit Dienstleistungen
Im Jahr 2023 (dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen) belief sich der Handel mit Dienstleistungen zwischen der EU und Jordanien auf 2,5 Mrd. € mit 1,2 Mrd. € an Einfuhren in die EU und 1,3 Mrd. € an Ausfuhren aus der EU.
1,2 Mrd. € an Einfuhren aus Jordanien
1,3 Mrd. € an Ausfuhren nach Jordanien
Letzte Überprüfung: 20. Januar 2025