Programm Erasmus+
Wie fördert die EU Bildung, Jugend und Sport in Europa sowie gemeinsame europäische Werte, soziale Integration und interkulturellen Austausch?
Erasmus+ ist das Programm der EU zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Es ist eines der renommiertesten, bekanntesten und erfolgreichsten EU-Programme. Alles begann im Jahr 1987 mit einem bescheidenen Austauschprogramm für Studierende an Hochschuleinrichtungen.
Bereits seit mehr als 35 Jahren bietet das Programm jungen Menschen die Möglichkeit, durch Auslandsaufenthalte ihren Horizont zu erweitern. Erasmus+ bietet einen Mehrwert auf europäischer Ebene, indem es über das hinausgeht, was die teilnehmenden Länder allein erreichen könnten. Dank Erasmus+ und seiner Vorgänger hatten über 12 Millionen Europäerinnen und Europäer die Chance,
- sich beruflich und persönlich zu entwickeln und
- ihre europäische Identität und europäischen Werte zu stärken.
Das Programm Erasmus+ 2021-2027
Die Mobilität von Lernenden und Personal steht im Mittelpunkt des Programms Erasmus+. Das Leben, Studieren, die Ausbildung und das Reisen im Ausland ist eine einzigartige Erfahrung, durch die die Teilnehmenden
- Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen erwerben,
- andere Kulturen kennenlernen,
- zwischenmenschliche und berufliche Beziehungen mit Menschen anderer Länder aufbauen.
Dies verbessert ihre Berufsaussichten, erhöht ihre aktive Teilnahme an der Gesellschaft und trägt gleichzeitig zu einer stärkeren sozialen Inklusion und gestärkten europäischen Identität bei.
Das Programm für 2021-2027 konzentriert sich besonders auf:
- soziale Inklusion
- den grünen und den digitalen Wandel
- die Förderung der Teilnahme junger Menschen am demokratischen Leben
Es unterstützt Prioritäten und Aktivitäten der Initiative für den europäischen Bildungsraum, des Aktionsplans für digitale Bildung (eine Reihe von Initiativen für hochqualitative, inklusive und barrierefreie digitale Bildung in Europa) und der Europäischen Kompetenzagenda. Außerdem unterstützt das Programm
- die Umsetzung der europäischen Säule sozialer Rechte,
- die Umsetzung von Aspekten der EU-Jugendstrategie 2019-2027,
- die Entwicklung der europäischen Dimension des Sports.
Mit über 2 000 länderübergreifenden strategischen Partnerschaften pro Jahr wird das Programm Erasmus+ größer und immer internationaler.
Das Programm wird teilweise auf nationaler Ebene von nationalen Agenturen und teilweise auf europäischer Ebene von der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) verwaltet.
Das Programm soll außerdem die nachhaltige Entwicklung des Hochschulwesens seiner Partner fördern und dazu beitragen, die Ziele der EU-Jugendstrategie zu erreichen.
Das Programm Erasmus+ hat folgende Ziele:
- Senkung der Arbeitslosigkeit, vor allem bei jungen Menschen
- Förderung der Erwachsenenbildung, vor allem im Hinblick auf neue und auf dem Arbeitsmarkt erforderliche Kompetenzen
- aktive Einbindung junger Menschen in die europäische Demokratie
- Unterstützung von Innovation, Zusammenarbeit und Reformen
- Senkung der Schulabbrecherquote
- Förderung von Zusammenarbeit mit und Mobilität in den Partnerländern der EU
Programmhaushalt 2021-2027
Für das Programm wird ein Budget in Höhe von 26,2 Mrd. € auf sieben Jahre (2021-2027) veranschlagt. Damit werden die Mittel gegenüber dem Zeitraum 2014-2020 fast verdoppelt.
Es wird erwartet, dass sich die Zahl der Teilnehmenden des Programms Erasmus+ im Laufe des neuen mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) verdreifachen wird.
Mehrjähriger Finanzrahmen 2021-2027 und NextGenerationEU (Infografik)
Wer kann teilnehmen?
Erasmus+ bietet nicht nur Studierenden Möglichkeiten. Durch den Zusammenschluss sieben bisheriger Programme bietet es Möglichkeiten für:
- Einzelpersonen: Interessierte aller Altersstufen können ihr Wissen und ihre Erfahrungen in Einrichtungen und Organisationen in anderen Ländern ausbauen und teilen
- Organisationen: ein breites Spektrum an Organisationen, etwa Universitäten, Bildungs- und Berufsbildungsanbieter, Think-Tanks, Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Privatwirtschaft
Das Programm steht Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Auszubildenden, erwachsenen Lernenden, Teilnehmenden an Jugendaustauschprogrammen, Jugendarbeiterinnen und -arbeitern sowie Sporttrainerinnen und -trainern offen.
33 Länder beteiligen sich nun an dem Programm:
- die EU-Mitgliedstaaten
- Türkei
- die Republik Nordmazedonien
- Serbien
- Norwegen
- Island
- Liechtenstein
- das Vereinigte Königreich (seit 2027, Überprüfung nach 10 Monaten)
Das neue Programm Erasmus+ umfasst auch Investitionen in länderübergreifende Kooperationsprojekte, wie z. B.:
- die Initiative „Europäische Hochschulen“ zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen in der EU
- die Erasmus+ Lehrkräfteakademien zur Schaffung europäischer Partnerschaften zwischen Bildungs- und Berufsbildungsanbietern
- Zentren der beruflichen Exzellenz, d. h. Kooperationsnetze, die ein breites Spektrum lokaler Partner zusammenbringen, um Kompetenzökosysteme für Innovation, regionale Entwicklung und soziale Inklusion zu schaffen
Neuerungen im Programm Erasmus+ 2021‑2027
Das Programm Erasmus+ spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung eines Europäischen Bildungsraums. Die EU-Führungsspitzen forderten eine Verstärkung der Mobilität und des Austauschs, auch durch ein wesentlich gestärktes, inklusives und erweitertes Programm Erasmus+.
Das aktuelle Programm kommt dieser Forderung nach, indem
- einer Rekordzahl von Menschen Lernmobilität angeboten wird,
- der Zugang für junge Menschen mit geringeren Chancen erleichtert wird,
- der Zugang für kleine und lokale Organisationen verbessert wird,
- der integrierte Charakter des Programms, der alle Lernkontexte – formal, nichtformal und informell – erfasst, bewahrt wird.
Inklusives Erasmus+:
- erreicht mehr Menschen mit geringeren Chancen
- bezieht Menschen mit unterschiedlichem kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund ein
- bezieht Menschen aus ländlichen und abgelegenen Gebieten ein
- ist internationaler
Digitales Erasmus+:
- unterstützt die Entwicklung digitaler Kompetenzen und beschleunigt den digitalen Wandel der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung, insbesondere als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie
- fördert Praktika im digitalen Sektor
- setzt die Einführung des Europäischen Studierendenausweises um
Grünes Erasmus+:
- bietet den Teilnehmenden finanzielle Anreize für die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel
- umfasst Investitionen in Projekte, die das Bewusstsein für Umweltfragen fördern
Erasmus+ für junge Menschen:
- unterstützt junge Menschen dabei, zu reisen und im Rahmen der Initiative DiscoverEU die Vielfalt Europas zu entdecken sowie mehr über das Kulturerbe und die Geschichte Europas zu erfahren
Erasmus+-Maßnahmen zur Steigerung der Resilienz:
- unterstützen die schnellere Einführung neuer Verfahren, die die Qualität und Relevanz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Jugendarbeit europaweit auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene verbessern
Das Programm Erasmus+ 2028-2034
Die nächste Generation des Programms Erasmus+ (2028–2034) ist zurzeit in Verhandlung.
Der Rat hat am 11. Mai 2026 seine Verhandlungsposition festgelegt; dies ist der erste Schritt auf dem Weg zu Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament. Über finanzielle und horizontale Aspekte wird im Zusammenhang mit dem nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) weiterhin beraten.
Das vorgeschlagene Programm baut auf den Errungenschaften von Erasmus+ und des Europäischen Solidaritätskorps im Zeitraum 2021-2027 auf. Das Ziel besteht darin, weiterhin hochwertige allgemeine und berufliche Bildung, Lernmobilität und die Entwicklung von Kompetenzen zu unterstützen und gleichzeitig bürgerschaftliches Engagement, Solidarität und soziale Inklusion zu fördern.
Das künftige Programm wird von zwei Hauptsäulen getragen:
- Lernmöglichkeiten für alle,
- Kapazitätsaufbau durch Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Einrichtungen sowie Unterstützung für die Entwicklung politischer Maßnahmen.
Aktivitäten in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport werden weiterhin gefördert, wobei Möglichkeiten im Zusammenhang mit Freiwilligentätigkeiten, Teilhabe und die Talententwicklung in ganz Europa ausgeweitet werden.
Erweiterter Anwendungsbereich
Mit dem Programm sollen ab 2028
- die Bereiche Bildung, Jugend und Sport weiterhin gefördert werden,
- auf dem Vermächtnis des Europäischen Solidaritätskorps aufgebaut werden,
- Aktivitäten im Bereich der Jugendbeteiligung und der Freiwilligentätigkeiten, auch Aktivitäten im Bereich der humanitären Hilfe, gefördert werden,
- die Zusammenarbeit im Bereich des Sports verstärkt werden.
Der Standpunkt des Rates
Der Rat hat Änderungen an dem Gesetzgebungsakt vorgeschlagen, mit denen die Rolle der Mitgliedstaaten gestärkt, für die Sichtbarkeit aller Bereiche des Programms gesorgt und das Vermächtnis des Europäischen Solidaritätskorps gewahrt werden soll.
Insbesondere fordert der Rat Folgendes:
- ein verbessertes Governance-Modell mit mehr Kontrolle durch die Mitgliedstaaten,
- Bezugnahmen auf Freiwilligentätigkeiten im Rahmen des Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe,
- bessere Sichtbarkeit für Maßnahmen, die von Erasmus+ in den Bereichen Jugend und Sport unterstützt werden.
Letzte Überprüfung: 4. Februar 2025