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Sicherheit von Spielzeug

EU-Vorschriften sorgen dafür, dass Spielzeuge, die in der EU auf den Markt gebracht werden, zu den sichersten weltweit gehören.

Sicherheitsanforderungen an Spielzeuge

Die EU-Sicherheitsvorschriften für Spielzeug gehören zu den strengsten der Welt. Ziel ist es, Kinder zu schützen und zugleich den freien Warenverkehr im Binnenmarkt zu ermöglichen.

In den EU-Vorschriften ist festgehalten, welche wesentlichen Sicherheitsanforderungen Spielzeug erfüllen muss, um in der EU in Verkehr gebracht zu werden – unabhängig davon, ob es in der EU oder in Drittländern hergestellt wird.

Demnach müssen die Hersteller Sicherheitsbewertungen durchführen, bevor sie ein Spielzeug in Verkehr bringen, um bestimmte Gefahren auszuschließen, und zwar in Bezug auf gesundheitsgefährdende Chemikalien, physikalische, mechanische und elektrische Eigenschaften, Entzündbarkeit, Hygiene und Radioaktivitätsgefahren.

Physikalische und mechanische Eigenschaften

Elektrische Eigenschaften

Entzündbarkeit

Hygienevorschriften

Chemische Stoffe

Radioaktivitätsgefahren

Spielzeug muss auch mit dem CE-Logo versehen sein, aus dem hervorgeht, dass es den EU-Sicherheitsnormen entspricht.

Die CE-Kennzeichnung bedeutet, dass Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU sich beim Kauf von Spielzeug auf einen hohen Standard in punkto Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschutz verlassen können.

Im Jahr 2023 waren Spielzeuge jedoch die Produkte, die beim Schnellwarnsystem der EU für gefährliche Verbraucherprodukte am zweithäufigsten gemeldet wurden.

CE-Logo.

Der Rat hat im Oktober 2025 die Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug angenommen, um die Spielzeugsicherheit weiter zu erhöhen. Mit dem neuen Text wird das Schutzniveau der bestehenden Verordnung erhöht, indem schädliche Chemikalien in Spielzeug verboten oder eingeschränkt werden. Dank des neuen digitalen Produktpasses wird zudem die Durchsetzung der Vorschriften verbessert, auch für online verkauftes Spielzeug.

Damit die Unternehmen der Spielzeugindustrie ausreichend Zeit haben, die neuen Vorschriften wirksam umzusetzen, ist in der Einigung ein Übergangszeitraum von viereinhalb Jahren vorgesehen.

Schutz vor Chemikalien

Durch die aktualisierten Vorschriften wird der Schutz vor schädlichen Chemikalien erhöht.

Stoffe, die krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend sind, wurden bereits durch frühere Rechtsvorschriften verboten. Mit den neuen Vorschriften wird zusätzlich die Verwendung einer größeren Anzahl von Chemikalien untersagt, nämlich solcher, die das endokrine System beeinträchtigen (endokrine Disruptoren), die Atemwege schädigen oder für ein bestimmtes Organ giftig (organtoxisch) sind.

Endokrine Disruptoren

Chemikalien, die die Atemwege beeinträchtigen

Chemikalien, die giftig für ein bestimmtes Organ sind

Zudem wird mit den neuen Vorschriften die Verwendung von als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuften Stoffen verboten. Die Beschränkungen umfassen des Weiteren:

  • ein allgemeines Verbot bestimmter Kategorien von Hautallergenen (chemischen Stoffen, die nach Hautkontakt eine allergische Reaktion hervorrufen),
  • ein Verbot von Spielzeug mit Biozidfunktion,
  • ein Verbot der Behandlung von Spielzeug mit Biozidprodukten (davon ausgenommen sind nur Spielzeuge, die für den dauerhaften Gebrauch im Freien bestimmt sind),
  • eine Begrenzung der Verwendung von Konservierungsmitteln,
  • ein Verbot der Verwendung allergener Duftstoffe in Spielzeug, das für Kinder unter drei Jahren bestimmt ist,
  • ein begrenztes Verbot der absichtlichen Verwendung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Spielzeug (mit Ausnahme notwendiger elektronischer Funktionen von Spielzeug, bei dem der Stoff oder das Gemisch in keiner Form für Kinder zugänglich ist) und
  • ein Verbot des Vorkommens von 10 Bisphenolen in Spielzeug.

Digitaler Pass

Mit den neuen Vorschriften wird die Anzahl nichtkonformer und unsicherer Spielzeuge auf dem EU-Markt weiter verringert, indem die Durchsetzung der Vorschriften verbessert wird.

In den neuen Rechtsvorschriften ist ein obligatorischer digitaler Produktpass für alle Spielzeuge vorgesehen, der Informationen über die Einhaltung der EU-Vorschriften enthält. Die Produktpässe können von den Grenzkontrollbehörden über ein neues IT-System gescannt werden.

Importeure müssten an den EU-Grenzen digitale Produktpässe für alle Spielzeuge – auch online verkaufte – vorweisen.

Dafür zu sorgen, dass weniger unsicheres Spielzeug in der EU verkauft wird (insbesondere online), sollte auch zu faireren Wettbewerbsbedingungen zwischen in der EU hergestellten und importierten Spielzeugen führen.

Für die Spielzeugindustrie in der EU, die mehr als 50 000 Arbeitsplätze bietet – die meisten davon in kleinen und mittleren Unternehmen –, ist dies von entscheidender Bedeutung.

Pflichten von Wirtschaftsakteuren und Online-Marktplätzen

Mit den neuen Vorschriften werden mehrere Verbesserungen eingeführt, mit denen die Anforderungen an Wirtschaftsakteure und Anbieter von Online-Marktplätzen im Einklang mit den Verpflichtungen, die in den EU-Vorschriften für Spielzeug festgelegt sind, präzisiert und verschärft werden.

Hersteller werden verpflichtet,

  • Warnhinweise so zu gestalten, dass sie für Verbraucherinnen und Verbraucher leicht verständlich sind und
  • andere Wirtschaftsakteure in der Vertriebskette über Fragen im Zusammenhang mit der Produktkonformität zu informieren.

Spielzeugimporteure werden verpflichtet, den Hersteller und die Marktüberwachungsbehörden zu informieren, wenn sie vermuten, dass ein Spielzeug gefährlich sein könnte.

Online-Verkäufe

Anbieter von Online-Marktplätzen spielen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung des Verkaufs von Spielzeug oder der Verkaufsförderung zwischen Händlern und Verbraucherinnen und Verbrauchern. Deshalb soll Spielzeug, das nicht der Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug entspricht, für die Zwecke der Verordnung über digitale Dienste als illegaler Inhalt betrachtet werden.

Darüber hinaus werden in den neuen Rechtsvorschriften speziell für Spielzeug geltende Pflichten für die Anbieter von Online-Marktplätzen festgelegt. Beispielsweise sollen die Schnittstellen von Online-Marktplätzen so gestaltet und aufgebaut sein, dass die Wirtschaftsakteure Folgendes anzeigen können:

  • die CE-Kennzeichnung und alle Warnhinweise, die vor dem Kauf für die Verbraucherinnen und Verbraucher relevant sind, und
  • einen Link zum digitalen Produktpass.

Siehe auch

Eine Ansammlung von chemischen Produkten in Flaschen und Spraydosen in verschiedenen Größen vor gelbem Hintergrund. Abbildung.
Chemikalien

Chemikalien

Ein Stapel Versandkartons, auf denen verschiedene Handhabungssymbole zu sehen sind sowie eine große CE-Kennzeichnung. Links davon ist eine Hand zu sehen, die ein blaues Schild-Symbol mit weißem Häkchen hält.
Produktsicherheit und Marktüberwachung

Produktsicherheit und Marktüberwachung

Ein Mann mit einem blauen Regenschirm und eine Frau mit einer blauen Regenjacke schützen sich vor einem Strichcode, der Regen darstellen soll.
Verbraucherschutz

Verbraucherschutz

Letzte Überprüfung: 13. Oktober 2025