Handel EU-Zentralasien
Die EU und Zentralasien haben ein geopolitisches Interesse an einer Vertiefung der Zusammenarbeit. Ihre Beziehung hat im Laufe der Jahre zunehmend strategische Bedeutung erlangt.
Die EU ist Zentralasiens
- zweitgrößter Handelspartner,
- größter ausländischer Investor und
- wichtigster Geber (EU-Entwicklungsfonds in Kombination mit Einzelbeihilfen der Mitgliedstaaten).
Die Partnerschaft der EU mit Zentralasien
Mit der Strategie der EU für Zentralasien wird eine stärkere, nicht ausschließliche Partnerschaft aufgebaut, die auf drei zentralen Säulen beruht.
Partnerschaft für Resilienz
Menschenrechte und Demokratie, Sicherheit, Umweltherausforderungen
Partnerschaft für Wohlstand
Unterstützung der wirtschaftlichen Diversifizierung und der Entwicklung des Privatsektors, Förderung des Handels innerhalb der Region und der nachhaltigen Konnektivität
Bessere Zusammenarbeit
Stärkung der Partnerschaft, Förderung des politischen Dialogs und Ausweitung der Beteiligung der Zivilgesellschaft
Im gemeinsamen Fahrplan der EU und Zentralasiens aus dem Jahr 2023 werden in fünf Schlüsselbereichen der Zusammenarbeit – politischer Dialog, Wirtschaftsbeziehungen, Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Klima, sicherheitspolitische Herausforderungen und direkte Kontakte zwischen den Menschen – 79 Maßnahmen dargelegt.
Über 550 Millionen € wurden im Rahmen des regionalen Mehrjahresrichtprogramms der EU für den Zeitraum 2021-2027 für Zentralasien bereitgestellt.
Waren- und Dienstleistungshandel der EU mit Zentralasien
Im Jahr 2023 machte der Handel der EU mit der Region 22,6 % des gesamten Außenhandels der zentralasiatischen Länder aus.
Gesamter Waren- und Dienstleistungshandel im Jahr 2023
Das erste Balkendiagramm zeigt die EU-Einfuhren aus Zentralasien im Jahr 2023:
- EU-Wareneinfuhren: 32,5 Mrd. €
- EU-Dienstleistungseinfuhren: 2 Mrd. €
Das zweite Balkendiagramm zeigt die EU-Ausfuhren nach Zentralasien im Jahr 2023:
- EU-Warenausfuhren: 20,2 Mrd. €
- EU-Dienstleistungsausfuhren: 4,3 Mrd. €
Anstieg der Einfuhren und Ausfuhren
Der Handel zwischen der EU und Zentralasien hat in den letzten zehn Jahren erheblich zugenommen.
Wichtigste EU-Einfuhren aus Zentralasien
Bei den Ausfuhren von Zentralasien in die EU handelt es sich hauptsächlich um:
Rohöl
Erdgas
Metalle
Baumwolle
Wichtigste EU-Ausfuhren nach Zentralasien
Maschinen und mechanische Geräte
Kraftfahrzeuge
Elektrische Maschinen und Geräte
Chemikalien und chemische Erzeugnisse
Investitionen der EU in Zentralasien
Die Europäische Union ist mit über 40 % der ausländischen Direktinvestitionen (über 100 Mrd. €) während der letzten zehn Jahre nach wie vor der größte Investor in Zentralasien.
Es gibt vier Schwerpunktbereiche für Investitionen sowohl für die EU als auch für Zentralasien: Verkehr, kritische Rohstoffe, Wasser-Energie-Klima und digitale Konnektivität.
Länder mit den höchsten Investitionen in Zentralasien im Jahr 2022
Kreisdiagramm zu ausländischen Direktinvestitionen in Zentralasien im Jahr 2022:
- EU: 42 %
- USA: 14,2 %
- Russland: 6 %
- China: 3,7 %
- Sonstige: 34,1 %
Partnerschaft zwischen der EU und Zentralasien
Seit der Annahme der EU-Strategie für Zentralasien im Jahr 2019 und des gemeinsamen Fahrplans für die Vertiefung der Beziehungen zwischen der EU und Zentralasien im Jahr 2023 wurde die Zusammenarbeit intensiviert. So wurde der politische Dialog gestärkt, die nachhaltige Entwicklung unterstützt und die regionale Konnektivität durch Initiativen wie „Global Gateway“ und den grünen Wandel verbessert.
Die EU und Zentralasien führen regelmäßige politische Dialoge auf hoher Ebene, darunter Außenministertreffen und zwei Treffen der Führungsspitzen in Astana (Kasachstan) im Jahr 2022 und in Tscholpon-Ata (Kirgisistan) im Jahr 2023. Das erste Gipfeltreffen zwischen der EU und Zentralasien fand am 4. April 2025 in Samarkand (Usbekistan) statt.
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Letzte Überprüfung: 29. Oktober 2025