Europäische Garantie für Kinder: wie die EU Kinder schützt
Europäische Garantie für Kinder: wie die EU Kinder schützt
Die EU will den Teufelskreis von Armut und Benachteiligung über Generationen hinweg durchbrechen, damit alle Kinder glücklich leben können.
Bedürftige Kinder schützen
Die Europäische Garantie für Kinder gibt den EU-Ländern Leitlinien und Instrumente an die Hand, die sicherstellen sollen, dass jedes von Armut bedrohte Kind in Europa Zugang zu grundlegenden Leistungen hat.
1 von 5 Kindern (unter 18 Jahren) in der EU lebt in einem Haushalt, der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht ist.
Das sind fast 18 Millionen bedürftige Kinder.
Von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohte Kinder
(% der Bevölkerung im Alter von unter 18 Jahren, 2019)
Datenquelle: Eurostat, 2019.
Um Kinder zu schützen, sollten die EU-Länder dafür sorgen, dass jedes bedürftige Kind Zugang hat zu
- kostenloser frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung
- kostenloser Bildung und Ausbildung
- kostenloser Gesundheitsversorgung
- mindestens 1 kostenlosen gesunden Mahlzeit an jedem Schultag
Kinder sollten auch Zugang haben zu
- gesunder Ernährung
- angemessenem Wohnraum
Den Teufelskreis durchbrechen
Benachteiligung und Ausgrenzung in jungen Jahren wirken sich auf die Erfolgschancen von Kindern aus. Um eine gerechtere Zukunft für alle Kinder zu gewährleisten, müssen wir den Teufelskreis von Armut und Benachteiligung über Generationen hinweg durchbrechen.
- Kinder wachsen in Armut und sozialer Ausgrenzung auf
- Dies führt zu Nachteilen bei Bildung, Entwicklung und Qualifikationen
- Sie brechen möglicherweise die Schule ab oder haben Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden
- Sie landen in der Langzeitarbeitslosigkeit oder in schlecht bezahlten Jobs
- So bleiben sie und ihre Familien in Armut und Ausgrenzung gefangen
Gezielte Unterstützung: im Leben eines jeden Kindes etwas bewirken
Die EU-Länder sollten gezielte nationale Aktionspläne zur Garantie für Kinder aufstellen.
Bei der Identifizierung bedürftiger Kinder sollten sie insbesondere die Bedürfnisse berücksichtigen von
- obdachlosen Kindern
- Kindern mit Behinderungen oder psychischen Gesundheitsproblemen
- Kindern mit Migrationshintergrund oder Kindern, die einer ethnischen Minderheit angehören (insbesondere Roma)
- Kindern in alternativen Formen der Betreuung (insbesondere in Betreuungseinrichtungen)
- Kindern in prekären familiären Verhältnissen
In die Zukunft der Kinder investieren
Um sicherzustellen, dass kein Kind zurückgelassen wird, sollten die EU-Länder
- angemessene Mittel aus nationalen und EU-Fonds bereitstellen, insbesondere aus dem Europäischen Sozialfonds Plus und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
- bei Bedarf REACT-EU, InvestEU und die Aufbau- und Resilienzfazilität nutzen
Die am stärksten betroffenen Länder sollten mindestens 5 % der Mittel des Europäischen Sozialfonds Plus für die Bekämpfung von Kinderarmut und sozialer Ausgrenzung reservieren.
Zu den sozialen Zielen der EU beitragen
Europäische Säule sozialer Rechte
Grundsatz 11: Betreuung und Unterstützung von Kindern
Kinder haben das Recht auf hochwertige, bezahlbare frühkindliche Bildung und Betreuung.
Kinder haben das Recht auf Schutz vor Armut. Kinder aus benachteiligten Verhältnissen haben das Recht auf besondere Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit.
EU-Ziel
Bekämpfung der Armut
Mindestens 15 Millionen weniger Menschen bis 2030 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, davon mindestens 5 Millionen Kinder.
Kinderrechtsstrategie der EU
Jedes Kind in Europa und auf der ganzen Welt sollte die gleichen Rechte genießen und frei von Diskriminierung und Einschüchterung jeglicher Art leben.
Die Europäische Garantie für Kinder ist ein integraler Bestandteil der Kinderrechtsstrategie der EU.