Humanitäre Hilfe und Katastrophenhilfe für die Ukraine
Die EU hat der Ukraine und ihrer Bevölkerung seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands Soforthilfe geleistet. Die EU und ihre 27 Mitgliedstaaten sind zusammen der größte Geber humanitärer Hilfe für die Ukraine.
Humanitäre Krise in der Ukraine
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat zu gewaltigen humanitären Herausforderungen in der Ukraine geführt.
Millionen von Menschen haben keinen Zugang zu wesentlichen Diensten wie Wasser, Strom und Heizung, was insbesondere im Winter schwere Notlagen verursacht.
Der Krieg gibt Anlass zu ernster Besorgnis, da die Zivilbevölkerung vielfältigen Belastungen ausgesetzt ist: Beschuss, bewaffnete Gewalt, Landminen, Trennung von Familien, Plünderungen oder Zwangsräumungen, Verlust sicherer Wohnungen und von Schutzräumen sowie weitverbreitete psychische Gesundheitsprobleme.
Dem Humanitären Bedarfs- und Reaktionsplan der Vereinten Nationen 2026 zufolge benötigen 10,8 Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe; über 3,7 Millionen Menschen sind Binnenvertriebene und 5,3 Millionen haben in anderen Ländern Zuflucht gesucht.
Soforthilfe
Die EU und ihre 27 Mitgliedstaaten sind zusammen der größte Geber humanitärer Hilfe für die Ukraine.
Zwischen 2022 und 2026 haben die EU und ihre Mitgliedstaaten über 4,8 Mrd. € für die vom Krieg betroffene Zivilbevölkerung in der Ukraine bereitgestellt.
- 3,4 Mrd. € an humanitärer Hilfe der Mitgliedstaaten
- 1,4 Mrd. € an humanitärer Hilfe der EU
In einem Diagramm wird dargestellt, wie die 4,8 Mrd. € an humanitärer Hilfe für die Ukraine zwischen der EU und ihren Mitgliedstaaten aufgeteilt sind.
Die Mittel kommen den Menschen in der Ukraine und denjenigen, die in Nachbarländer geflohen sind, zugute und ermöglichen die Bereitstellung von
Nahrungsmittelhilfe
Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung
Gesundheitsversorgung
Unterkünfte
Bildung
Geldtransfers
Die Hilfe wird über VN-Organisationen, internationale und lokale Nichtregierungsorganisationen und das Rote Kreuz geleistet.
Hilfe im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens
Die EU koordiniert ihre bislang größte Operation im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der EU, um die Ukrainerinnen und Ukrainer zu unterstützen.
Alle 27 EU-Länder sowie Island, die Republik Moldau, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die Türkei stellen der Ukraine materielle Hilfe bereit.
Die EU hat Logistikzentren in Polen, Rumänien und der Slowakei eingerichtet, um Güter effizienter in die Ukraine zu leiten. Über das Katastrophenschutzverfahren der EU haben die EU-Mitgliedstaaten und Partner über 157 000 Tonnen Sachleistungen an die Ukraine geliefert.
Aufgrund des kritischen Bedarfs an Notfallausrüstung in der Ukraine hat die EU auch Ressourcen aus ihren rescEU-Reserven bereitgestellt, darunter
- Stromgeneratoren
- medizinische Ausrüstung
- Notunterkünfte
- Wasseraufbereitungsanlagen als Reaktion auf den Dammbruch von Nova Kakhovka
- Spezialausrüstung für den Umgang mit Risiken für die öffentliche Gesundheit wie chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Bedrohungen
Die EU koordiniert die medizinische Evakuierung ukrainischer Patientinnen und Patienten, die dringend behandelt werden müssen, und sorgt für ihre Überweisung in Krankenhäuser in ganz Europa.
Um dies zu unterstützen, wurde im September 2022 in Rzeszów (Polen) ein EU-Zentrum für medizinische Evakuierungen eröffnet. Das Zentrum übernimmt die Erstversorgung der Patienten, bevor sie in Krankenhäuser in ganz Europa überwiesen werden. Bislang wurden mehr als 5 000 Patientinnen und Patienten überwiesen.
Unterstützung für ukrainische Flüchtlinge
Die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine hat dazu geführt, dass Millionen von Menschen in der EU und in der Republik Moldau Zuflucht gesucht haben.
Am 4. März 2022 hat die EU die Richtlinie über vorübergehenden Schutz aktiviert. Ziel ist es, den Druck auf die nationalen Asylsysteme zu verringern und Vertriebenen EU-weit harmonisierte Rechte zu gewähren.
Zu diesen Rechten gehören der Aufenthalt, der Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Wohnraum, Sozialhilfe und medizinische Versorgung sowie der Zugang zu Bildung für Kinder und die gesetzliche Vormundschaft für Kinder. Bis zum 14. April 2026 haben 4,4 Millionen Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, vorübergehenden Schutz in der EU erhalten.
Die EU hat Mittel von bis zu 17 Mrd. € ermittelt, die die Mitgliedstaaten umschichten können, um Flüchtlinge aus der Ukraine mit dringendem Bedarf wie Wohnraum, Bildung, Gesundheitsversorgung und Kinderbetreuung zu unterstützen.
Wie die EU Flüchtlingen aus der Ukraine hilft
Sonstige Maßnahmen der EU zur Unterstützung der Ukraine
Klicken Sie auf die nachstehenden Links, um mehr über die EU-Hilfe für die Ukraine zu erfahren.
Siehe auch
Russlands Krieg gegen die Ukraine
Solidarität der EU mit der Ukraine
Humanitäre Hilfe
Letzte Überprüfung: 9. Juni 2026