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Finanzhilfen der EU für die Ukraine

Die EU und ihre 27 Mitgliedstaaten sind zusammen der größte Geber finanzieller Unterstützung für die Ukraine. Ziel ist es, den unmittelbaren Bedarf des Landes zu finanzieren und seine Erholung und seinen Wiederaufbau langfristig zu unterstützen.

Größter Geber finanzieller Unterstützung für die Ukraine

Die EU und ihre Mitgliedstaaten unterstützen die Ukraine seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands. Gemeinsam sind sie der größte Geber finanzieller Unterstützung für die Ukraine.

Bislang wurden 107 Mrd. € aus dem EU-Haushalt mobilisiert. Die Unterstützung umfasst:

  • 43,3 Mrd. € an Makrofinanzhilfen der EU
  • 42 Mrd. € im Rahmen der Ukraine-Fazilität
  • 11,6 Mrd. € im Rahmen des Unterstützungsdarlehens für die Ukraine
  • 2,8 Mrd. € an Darlehen und Garantien von der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
  • 1,4 Mrd. € an humanitärer Hilfe der EU
  • 5,9 Mrd. € an sonstiger Unterstützung der EU

Darüber hinaus haben die EU-Mitgliedstaaten allein 15,5 Mrd. € an finanzieller, wirtschaftlicher und humanitärer Hilfe bereitgestellt.

Diese Kombination aus Zuschüssen, Darlehen, Garantien und Budgethilfe hat entscheidend dazu beigetragen, die wirtschaftliche Stabilität der Ukraine zu erhalten und ihren langfristigen Wiederaufbau zu fördern.

Insgesamt beläuft sich die Hilfe für die Ukraine, einschließlich der militärischen Unterstützung, Erlösen aus immobilisierten russischen Vermögenswerten und der Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge, auf 220,3 Mrd. €.

Makrofinanzhilfe

In den Jahren 2022 bis 2026 hat die EU für die Ukraine 43,3 Mrd. € an Makrofinanzhilfen in Form von Darlehen und Zuschüssen zur Verfügung gestellt.

Mit der Hilfe der EU wird das Ziel verfolgt, kurzfristige finanzielle Hilfe bereitzustellen, den unmittelbaren Bedarf der Ukraine zu decken, und letztendlich die Ukraine auf ihrem Weg zur europäischen Integration zu unterstützen. Mithilfe der EU-Unterstützung konnte die Ukraine

  • Lohn- und Rentenzahlungen fortsetzen,
  • kritische Infrastrukturen, die durch den Krieg beschädigt wurden, wiederherstellen,
  • grundlegende öffentliche Dienstleistungen aufrechterhalten (z. B. Krankenhäuser, Schulen und Wohnraum für Menschen, die umgesiedelt werden mussten) und
  • wirtschaftliche Stabilität gewährleisten.

Die EU leistet auch Unterstützung durch Garantien von Finanzinstituten wie der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Dies ermöglicht es der ukrainischen Regierung, Kredite zu gewähren, und Unternehmen, lebenswichtige Dienstleistungen anzubieten.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2026 3,2 Mrd. € an Makrofinanzhilfe über das Unterstützungsdarlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Mrd. € ausgezahlt.

Die Ukraine-Fazilität

Die EU hat die Ukraine-Fazilität eingerichtet, um die Ukraine bei ihren langfristigen Bemühungen zu unterstützen, sich vom Krieg zu erholen und auf eine EU-Mitgliedschaft hinzuarbeiten. Über dieses Instrument wird im Zeitraum 2024 bis 2027 planbare und flexible finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 50 Mrd. € bereitgestellt. Mit der Fazilität soll Folgendes unterstützt werden:

  • die makrofinanzielle Stabilität, Erholung und Modernisierung
  • Reformen
  • ununterbrochene öffentliche Dienstleistungen
  • die Zivilgesellschaft
  • die Mobilisierung von Investitionen im Privatsektor

Bis zum 26. Juni 2026 wurden 42 Mrd. € im Rahmen der Ukraine-Fazilität mobilisiert.

Ein abstrakter Horizont mit zwei Hochspannungmasten, dahinter eine riesige pointillistisch gezeichnete Sonnenblume am blauen Himmel.
Die Ukraine-Fazilität

Die Ukraine-Fazilität

Geberplattform für die Ukraine

Im Januar 2023 wurde die Geberplattform für die Ukraine ins Leben gerufen, um die kurz- und langfristige Unterstützung der ukrainischen Wirtschaft durch internationale Geber und Finanzinstitutionen zu koordinieren. Mit der Plattform soll sichergestellt werden, dass die Unterstützung in kohärenter, transparenter und nachvollziehbarer Weise geleistet wird.

Handelsmaßnahmen

Die EU unterstützt die ukrainische Wirtschaft auch durch Handelsmaßnahmen, einschließlich der Solidaritätskorridore und der Überarbeitung ihrer vertieften und umfassenden Freihandelszone. Dadurch werden die Zölle schrittweise gesenkt und die ukrainischen Rechtsvorschriften in bestimmten Industriezweigen und bei bestimmten landwirtschaftlichen Erzeugnissen mit denen der EU in Einklang gebracht.

Unterstützungsdarlehen für die Ukraine

Am 23. April 2026 ist der Rat übereingekommen, der Ukraine ein Darlehen in Höhe von 90 Mrd. € zur Verfügung zu stellen, um den dringendsten Haushalts- und Verteidigungsbedarf des Landes in den Jahren 2026 und 2027 zu decken.

Das Darlehen ist durch EU-Anleihen auf den Kapitalmärkten finanziert und durch den EU-Haushalt abgesichert.

Die Finanzierung umfasst folgende Richtwerte:

  • 30 Mrd. € als wirtschaftliche Unterstützung mittels Makrofinanzhilfen oder durch die Ukraine-Fazilität
  • 60 Mrd. € an militärischer Hilfe zur Unterstützung der Fähigkeit der Ukraine, in die Verteidigungsindustrie zu investieren

Das Darlehen soll durch Kriegsreparationen beglichen werden, die Russland der Ukraine schuldet.

Die Finanzierung wird an strenge Bedingungen für die Ukraine geknüpft, etwa die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit und die Korruptionsbekämpfung.

Bislang hat die EU 11,6 Mrd. € im Rahmen des Unterstützungsdarlehens für die Ukraine ausgezahlt, davon 3,2 Mrd. € als Makrofinanzhilfe und 8,4 Mrd. € für die Beschaffung von Verteidigungsgütern.

Im Juli 2026 haben die EU-Länder die Beteiligung des Vereinigten Königreichs am Unterstützungsdarlehen für die Ukraine gebilligt.

Erholung und Wiederaufbau der Ukraine

Die Arbeit am Wiederaufbau eines Landes während eines noch andauernden Krieges ist wichtig, um dem unmittelbaren Bedarf der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden und Stabilität in Kriegszeiten zu gewährleisten. So müssen beispielsweise kritische Infrastrukturen – Krankenhäuser, Schulen, Verkehrsnetze und Energiesysteme – unverzüglich wiederhergestellt werden, um trotz des Krieges ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen. Diese Bemühungen können auch ein Ansporn zur Rückkehr geflüchteter Ukrainerinnen und Ukrainer in ihre (nicht besetzten) Gemeinden und eine moralische Unterstützung für die Bevölkerung sein.

Neben dem physischen Wiederaufbau der Ukraine richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die soziale Erholung des Landes, die weniger sichtbar und schwieriger zu messen ist und wahrscheinlich länger dauern wird. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen zur Unterstützung von Kriegsveteranen (deren Anzahl derzeit bei rund 1,2 Millionen liegt, Prognosen nach aber auf bis zu 5-6 Millionen steigen könnte) und zur Rückkehr entführter ukrainischer Kinder.

Immobilisierte russische Vermögenswerte

Vermögenswerte der Zentralbank Russlands in Höhe von rund 210 Mrd. € wurden aufgrund von Sanktionen in der EU immobilisiert. Im Mai 2024 hat der Rat den Rechtsrahmen angepasst, um sicherzustellen, dass die außerordentlichen Einnahmen aus diesen immobilisierten Vermögenswerten zur Unterstützung der Ukraine verwendet werden können.

Gemäß den im Oktober 2024 angenommenen EU-Vorschriften werden 95 % der außerordentlichen Einnahmen dem Kooperationsmechanismus bei Ukraine-Darlehen zugewiesen. Dabei handelt es sich um ein Instrument, das die EU geschaffen hat, um die Ukraine bei der Rückzahlung der EU-G7-Darlehen in Höhe von rund 45 Mrd. € zu unterstützen. Die übrigen 5 % werden der Europäischen Friedensfazilität zugewiesen. Bislang hat die EU fünf Zahlungen in Form von Einnahmen aus immobilisierten russischen Vermögenswerten erhalten.

Im Dezember 2025 hat der Rat beschlossen, die Rückübertragung von in der EU immobilisierten Vermögenswerten der russischen Zentralbank an Russland vorübergehend zu verbieten.

Sonstige Maßnahmen der EU zur Unterstützung der Ukraine

Klicken Sie auf die nachstehenden Links, um mehr über die EU-Hilfe für die Ukraine zu erfahren.

Siehe auch

Stilisierte Landkarte der Ukraine überlagert mit den Farben der ukrainischen Flagge. Rechts daneben die Sterne der EU-Flagge.
Russlands Krieg gegen die Ukraine

Russlands Krieg gegen die Ukraine

Hand mit einer Sonnenblume.
Solidarität der EU mit der Ukraine

Solidarität der EU mit der Ukraine

Ukraine

Ukraine

Letzte Überprüfung: 12. August 2026