Militärische Unterstützung der EU für die Ukraine
Seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine haben die EU und ihre Mitgliedstaaten ihre militärische Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte erheblich verstärkt.
Deckung des militärischen Bedarfs und Verteidigungsbedarfs der Ukraine
Mit der militärischen Unterstützung der EU für die Ukraine soll sichergestellt werden, dass die Ukraine über die militärischen Mittel verfügt, um ihr naturgegebenes Recht auf Selbstverteidigung weiterhin auszuüben und sich der Aggression Russlands entgegenzustellen.
Einschließlich der militärischen Unterstützung durch die EU-Mitgliedstaaten beläuft sich die von der EU bereitgestellte Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte schätzungsweise auf insgesamt 88,7 Mrd. €. Dies umfasst 6,4 Mrd. € im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität und 8,4 Mrd. € im Rahmen des Unterstützungsdarlehens für die Ukraine.
Die EU ergänzt die bilateralen Anstrengungen der EU-Mitgliedstaaten, indem sie verstärkte operative Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte leistet und auf eine verstärkte gemeinsame Beschaffung durch die europäische und die ukrainische Verteidigungsindustrie hinarbeitet.
Insgesamt beläuft sich die Hilfe für die Ukraine, die auch finanzielle Unterstützung und humanitäre Hilfe, Erlöse aus immobilisierten russischen Vermögenswerten und die Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge umfasst, auf 220,3 Mrd. €.
Gemeinsame Beschaffung im Rahmen von SAFE
Im Rahmen des Instruments „Sicherheitsmaßnahmen für Europa“ (SAFE) stellt die EU finanzielle Unterstützung in Form von Darlehen in Höhe von bis zu 150 Mrd. € bereit, mit deren Hilfe die Mitgliedstaaten ihre Verteidigungsinvestitionen durch gemeinsame Beschaffung erhöhen können.
Zwar können nur EU-Mitgliedstaaten Darlehen über SAFE erhalten, aber die Ukraine kann zu gleichen Bedingungen an gemeinsamen Beschaffungen im Rahmen des SAFE-Instruments teilnehmen. Darüber hinaus kommen ukrainische Unternehmen standardmäßig für Beschaffungen im Rahmen von SAFE in Betracht.
Die Verordnung zur Einrichtung des SAFE-Instruments trat am 28. Mai 2025 in Kraft.
Von den 19 nationalen Plänen im Rahmen von SAFE, die der Europäischen Kommission im Jahr 2025 von den Mitgliedstaaten vorgelegt wurden, enthalten 15 Projekte mit der Ukraine.
Unterstützungsdarlehen für die Ukraine
Am 23. April 2026 ist der Rat übereingekommen, der Ukraine ein Darlehen in Höhe von 90 Mrd. € zur Verfügung zu stellen, um den dringendsten Haushalts- und Verteidigungsbedarf des Landes in den Jahren 2026 und 2027 zu decken.
Das Darlehen ist durch EU-Anleihen auf den Kapitalmärkten finanziert und durch den EU-Haushalt abgesichert. Es soll durch Kriegsreparationen beglichen werden, die Russland der Ukraine schuldet.
Ein vorläufiger Betrag von 60 Mrd. € soll dazu dienen, die Fähigkeit der Ukraine zu unterstützen, in die Verteidigungsindustrie zu investieren, wozu auch die Beschaffung militärischer Ausrüstung gehört. Bislang hat die EU 8,4 Mrd. € zur Finanzierung der Beschaffung von Drohnen für die Ukraine ausgezahlt.
Durch die Mittel erhält die Ukraine zeitnah Zugang zu Verteidigungsgütern sowohl der ukrainischen als auch der EU-Verteidigungsindustrie, was dringend notwendig ist.
Was ist das Instrument für Sicherheitsmaßnahmen für Europa (SAFE)?
Europäische Friedensfazilität
Zwischen 2022 und 2025 hat die EU im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität (EFF) 6,4 Mrd. € zur Deckung des dringenden militärischen Bedarfs und Verteidigungsbedarfs der ukrainischen Streitkräfte mobilisiert.
Mit der Europäischen Friedensfazilität finanziert die EU die Bereitstellung letaler und nichtletaler militärischer Ausrüstung sowie von Hilfsgütern wie Schutzausrüstung, Erste-Hilfe-Kits, Treibstoff, Munition und Flugkörper.
Die EFF deckt auch die gemeinsamen Kosten der militärischen Unterstützungsmission der EU in der Ukraine (EUMAM Ukraine) und der beiden mit dieser verbundenen Unterstützungsmaßnahmen für die Bereitstellung der für die Schulung erforderlichen Ausrüstung.
Im Rahmen der EFF wurden auch Einnahmen in Höhe von 3,4 Mrd. € aus immobilisierten russischen Vermögenswerten erfolgreich bereitgestellt, um die Ukraine militärisch zu unterstützen.
Norwegen hat die Bemühungen der EU im Rahmen der EFF mit einem Beitrag in Höhe von 250 Mio. NOK (rund 22 Mio. €) unterstützt.
Unterstützungsinstrument für die Ukraine
Am 8. Dezember 2025 hat der Rat das Programm für die Europäische Verteidigungsindustrie angenommen, mit dem unter anderem die Verteidigungsindustrie der Ukraine durch ein spezielles Instrument (das Unterstützungsinstrument für die Ukraine) unterstützt wird. Dieses neue Instrument wird
- Anreize für eine kooperative Beschaffung mit der Ukraine bieten und
- den Ausbau der Produktionskapazitäten ukrainischer Unternehmen in der Verteidigungsindustrie finanzieren
Das Unterstützungsinstrument für die Ukraine wird eine Finanzausstattung von 300 Mio. € erhalten.
Europäischer Verteidigungsfonds
Am 18. Dezember 2025 hat der Rat neue Vorschriften angenommen, durch die die Ukraine in den Europäischen Verteidigungsfonds einbezogen werden kann; damit wird es ukrainischen Einrichtungen künftig möglich sein, sich an gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der EU im Verteidigungsbereich zu beteiligen.
Programm für die europäische Verteidigungsindustrie
Ausbildung ukrainischer Soldaten
Am 15. November 2022 wurde die militärische Unterstützungsmission der EU zur Unterstützung der Ukraine (EUMAM Ukraine) eingeleitet, zunächst mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Am 8. November 2024 beschloss der Rat, die Mission um zwei weitere Jahre zu verlängern, d. h. bis zum 15. November 2026.
Die Mission ist ein Beitrag zur Verbesserung der militärischen Fähigkeit der ukrainischen Streitkräfte, Operationen durchzuführen, um sie besser in die Lage zu versetzen,
- ihre territoriale Unversehrtheit innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen zu verteidigen,
- ihre Souveränität auszuüben,
- die Zivilbevölkerung zu schützen.
Die EUMAM Ukraine arbeitet eng mit gleichgesinnten internationalen Partnern zusammen.
Die Tätigkeiten der Mission werden auf dem Gebiet der EU durchgeführt. Bislang haben 24 EU-Mitgliedstaaten Ausbildungsmodule und Personal angeboten. Seit Beginn der Mission wurden mehr als 95 000 ukrainische Soldaten ausgebildet.
Die Ausbildung wird durch Ausrüstung unterstützt, die den ukrainischen Streitkräften zur Verfügung gestellt und aus der Europäischen Friedensfazilität finanziert wird.
Die finanzielle Unterstützung für die EUMAM Ukraine – im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität – beläuft sich auf bislang insgesamt 610 Mio. €: 435 Mio. € an Ausbildungskosten (gemeinsamen Kosten) und 175 Mio. € für die Bereitstellung von Ausbildungsausrüstung.
Norwegen hat die Mission mit einem Beitrag von 150 Mio. Kronen (rund 14 Mio. €) unterstützt.
- Militärische Unterstützungsmission der EU zur Unterstützung der Ukraine (Website)
- Ukraine: Rat verlängert das Mandat der militärischen Unterstützungsmission der EU um zwei Jahre (Pressemitteilung, 8. November 2024)
- Europäische Friedensfazilität: Rat gibt grünes Licht für weitere Finanzmittel für die Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte im Rahmen der EUMAM Ukraine (Pressemitteilung, 28. November 2023)
Munition und Flugkörper
Im März 2023 einigte sich der Rat auf einen dreigleisigen Plan zur Beschleunigung der Lieferung und gemeinsamen Beschaffung von Munition und Flugkörpern für die Ukraine. Die ersten beiden Stränge des Plans in Höhe von jeweils 1 Mrd. € werden im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität finanziert.
Der erste Strang, der am 13. April 2023 beschlossen wurde, ermöglicht es der EU, den Mitgliedstaaten Munition zu erstatten, die der Ukraine aus bestehenden Lagerbeständen oder aus der Neufestlegung der Prioritäten für bestehende Aufträge gespendet wurde.
Der zweite Strang, der am 5. Mai 2023 angenommen wurde, unterstützt die gemeinsame Beschaffung von Munition und Flugkörpern von in der EU oder Norwegen niedergelassenen Wirtschaftsbeteiligten.
Der dritte Strang, der am 20. Juli 2023 verabschiedet wurde, besteht in der Verordnung zur Förderung der Munitionsproduktion (ASAP). Mit dieser Verordnung werden 500 Mio. € aus dem EU-Haushalt mobilisiert, um den Ausbau der Produktionskapazitäten für die Herstellung von Boden-Boden- und Artilleriemunition sowie von Flugkörpern zu unterstützen.
- Munition für die Ukraine: Rat vereinbart Unterstützung in Höhe von 1 Mrd. € im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität (Pressemitteilung, 13. April 2023)
- Gemeinsame Beschaffung von Munition und Flugkörpern durch die EU für die Ukraine: Rat vereinbart Unterstützung in Höhe von 1 Mrd. € im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität (Pressemitteilung, 5. Mai 2023)
- Verordnung zur Förderung der Munitionsproduktion (Amtsblatt der EU)
Gemeinsame Sicherheitszusagen der EU und der Ukraine
Am 27. Juni 2024 haben die EU und die Ukraine gemeinsame Sicherheitszusagen unterzeichnet.
Aufbauend auf der bestehenden Unterstützung umfassen die Sicherheitszusagen der EU eine vorhersehbare, langfristige und nachhaltige Unterstützung für die Sicherheit und Verteidigung der Ukraine, auch durch Missionen im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, sowie umfassendere Sicherheitszusagen. Diese Zusagen werden der Ukraine dabei helfen, sich zu verteidigen, Destabilisierungsversuchen standzuhalten und künftige Angriffshandlungen abzuwenden.
Die Ukraine verpflichtete sich ihrerseits, die Reformen fortzusetzen, einschließlich jener im Einklang mit ihrem Weg in die Europäische Union. Die Ukraine wird auch weiterhin Maßnahmen zugunsten von Transparenz und Rechenschaftspflicht verstärken und zur Sicherheit der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten beitragen.
Sonstige Maßnahmen der EU zur Unterstützung der Ukraine
Klicken Sie auf die nachstehenden Links, um mehr über die EU-Hilfe für die Ukraine zu erfahren.
Siehe auch
Russlands Krieg gegen die Ukraine
Solidarität der EU mit der Ukraine
Europäische Friedensfazilität
Letzte Überprüfung: 12. August 2026