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Die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates in Zahlen

So haben sich die Themen und die Länge der Schlussfolgerungen des Europäischen Rates zwischen 1975 und 2024 – in den mehr als 50 Jahren seines Bestehens – verändert:

Der Europäische Rat ist das EU-Organ, das die allgemeinen politischen Zielvorstellungen und die Prioritäten der Europäischen Union durch die Annahme von Schlussfolgerungen auf den meisten seiner Tagungen festlegt.

Die Schlussfolgerungen tragen dazu bei, konkrete Fragen zu behandeln, die für die EU von Belang sind, und die spezifischen Maßnahmen oder Ziele der EU darzulegen.

Am häufigsten erörterte Bereiche

Eine Analyse der Überschriften der Schlussfolgerungen des Europäischen Rates von 1975 bis 2024 zeigt, dass Auswärtige Angelegenheiten der bei weitem am häufigsten genannte Bereich sind. An zweiter Stelle liegt die Wettbewerbsfähigkeit. Der am dritthäufigsten genannte Bereich in den Überschriften der Schlussfolgerungen betrifft die EU-Verträge und die Organe.

Bedeutung der Außenpolitik in den letzten 50 Jahren

Textfassung

Balkendiagramm, aus dem hervorgeht, wie oft jeder der sieben Bereiche in den letzten 50 Jahren in den Überschriften der Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vorkam. Auswärtige Angelegenheiten wurden fast 400 Mal erwähnt, Wettbewerbsfähigkeit deutlich über 200 Mal und Verträge und Organe fast 200 Mal. Soziales, Gesellschaft und Rechte kam etwa 150 Mal vor, Justiz, Grenzen und Sicherheit etwas weniger häufig und Umwelt fast 100 Mal.

Ausführliche Informationen über die in den einzelnen Bereichen behandelten Themen und die Art und Weise, wie die Häufigkeit berechnet wurde, sind dem Abschnitt "Hinweise zur Methodik" zu entnehmen.

Die Bedeutung der Außenpolitik lässt sich zum Teil durch die Geschichte der Außen- und Sicherheitspolitik der EU erklären. Vor der Einrichtung des Europäischen Auswärtigen Dienstes (durch den Vertrag von Lissabon im Jahr 2009) wurden den Schlussfolgerungen in der Regel Stellungnahmen zu globalen Ereignissen beigefügt.

Bereich „Auswärtige Angelegenheiten“: Aufschlüsselung nach Regionen

Der Fokus auf verschiedene Regionen der Welt in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates spiegelt die geopolitischen Entwicklungen wider. Der Nahe Osten und Nordafrika finden häufiger Erwähnung in den Schlussfolgerungen, wenn die Unruhen in dieser Region zunehmen. Der besondere Schwerpunkt auf Osteuropa in den letzten fünf Jahren steht im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.

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Textfassung

Eine Heatmap, aus der hervorgeht, welche Regionen der Welt im Laufe der Zeit am häufigsten in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates behandelt wurden. Zwei Trends sind besonders auffällig:

  • Die Region "Naher Osten und Nordafrika" wird am häufigsten genannt, insbesondere in den letzten fünf Jahren und in den 2000er Jahren.
  • Osteuropa kam in den letzten fünf Jahren aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine sehr häufig vor und ebenso in den 1990er- und 2000er-Jahren infolge des Zusammenbruchs der Sowjetunion und des Übergangs zur Demokratie und Marktwirtschaft in den ehemaligen kommunistischen Ländern, die der EU später im Zuge der Erweiterungen von 2004 und 2007 beitraten.

Erwähnungen ausgewählter Themen im Laufe der Zeit

Nachstehend finden Sie Grafiken zu den Themen, bei denen die Schwerpunktverlagerung im Laufe der Zeit am offenkundigsten ist.

Wirtschaft und Finanzen

Die Ereignisse, die sich am stärksten auf die Häufigkeit der Wirtschafts- und Finanzthemen auswirkten, waren die Einführung des Euro (Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre) und die Wirtschaftskrise Ende der 2000er- und Anfang der 2010er Jahre.

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Eine Heatmap, aus der hervorgeht, welche Themen im Bereich "Wirtschaft und Finanzen" zwischen 1975 und 2024 besonders oft erwähnt wurden. Besonders bemerkenswerte Trends sind

  • die Koordinierung der Wirtschaftspolitik, die im Laufe der Zeit am häufigsten erwähnt wurde, mit einem Höchststand zwischen den 1990er- und den 2000er-Jahren im Zuge der Vorbereitung und Einführung des Euro und später im Zusammenhang mit Wirtschaftskrisen
  • und die Themen Euro sowie Bankwesen, Steuern und Kapitalmärkte, deren Erwähnung in den 2000er-Jahren den Höhepunkt erreichte

Wettbewerbsfähigkeit

Wettbewerbsfähigkeit und Industrie stehen nach wie vor ganz oben auf der Tagesordnung der EU, aber ihre Bedeutung wird von verschiedenen Ereignissen beeinflusst. Der Fokus auf den Binnenmarkt in den Schlussfolgerungen spiegelt die verschiedenen Entwicklungsstadien des Binnenmarktes wider. Die Themen Klima und Energie rückten Ende der 2000er-Jahre im Rahmen der Verpflichtungen der EU zur Klimaneutralität stärker in den Blickpunkt.

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Eine Heatmap, aus der hervorgeht, welche Themen im Bereich der Wettbewerbsfähigkeit zwischen 1975 und 2024 besonders häufig behandelt wurden. Besonders bemerkenswert sind

  • die Themen Wettbewerbsfähigkeit und Industrie sowie Binnenmarkt, die während des gesamten Fünfzigjahreszeitraums häufig erwähnt wurden, mit Spitzenwerten in den 2000er-Jahren und in den letzten fünf Jahren
  • die Themen Energie und Klima, die Ende der 2000er- und Anfang der 2010er Jahre besonders oft im Fokus standen

Justiz, Grenzen und Sicherheit

Der Schwerpunkt auf Justiz, Grenzen und Sicherheit hängt mit den erweiterten Zuständigkeiten der EU in diesem Bereich zusammen (z. B. Schaffung und Weiterentwicklung des Schengen-Raums in den 1980er und 1990er Jahren, Harmonisierung der Asyl- und Migrationspolitik). Die Herausforderungen im Zusammenhang mit den Migrationsströmen Anfang der 2000er- und Ende der 2010er Jahre sind ebenfalls gut erkennbar.

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Eine Heatmap, aus der hervorgeht, welche Themen im Bereich „Justiz, Grenzen und Sicherheit“ zwischen 1975 und 2024 besonders häufig vorkamen. Besonders bemerkenswert ist Folgendes:

  • Seit den 1990er-Jahren werden alle Themen in diesem Bereich aufgrund der wachsenden Zuständigkeiten der EU häufig erwähnt.
  • Die Themen Migration und Asyl sowie Grenzen und Visa erreichten Anfang der 2000er- und 2010er-Jahre aufgrund der Migrationsherausforderungen einen Höchststand.
  • Der Fokus auf Kriminalitätsbekämpfung trat in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates Anfang der 1990er- und 2000er-Jahre besonders deutlich hervor.

Verträge und Organe

Die Erörterungen über die Aufnahme neuer Mitglieder in der EU sowie über Verträge, Veränderungen und Reformen der Organe sind in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates klar ersichtlich. Die Häufigkeit der Erwähnungen der Erweiterung stieg seit Anfang der 1980er-Jahre bis mit der Erweiterung von 2004 (als zehn neue Länder der EU beitraten) ein Höhepunkt erreicht wurde. Ebenso wurden die Themen Verträge und Reformen im Zeitraum von 1990 bis 2010 besonders ausführlich behandelt.

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Eine Heatmap, aus der hervorgeht, welche Themen im Bereich "Verträge und Organe" zwischen 1975 und 2024 besonders oft erwähnt wurden.

Wie hat sich die Länge der Schlussfolgerungen verändert?

Die Länge der Schlussfolgerungen hat sich in den letzten 50 Jahren erheblich verändert. In den 1970er Jahren umfassten sie im Durchschnitt weniger als 1800 Wörter in englischer Sprache. In den 1980er Jahren lag die durchschnittliche Zahl der Wörter bei über 2600. Ab 1988 wurden die Dokumente länger und enthielten mehrere Anhänge. In den Anhängen ging es vor allem um „Auswärtige Angelegenheiten“ (z. B. Erklärungen des Europäischen Rates zu geopolitischen Entwicklungen).

Die höchsten Durchschnittswerte wurden in den 1990er und 2000er Jahren verzeichnet, als die Anhänge manchmal länger waren als der Hauptteil der Schlussfolgerungen.

Nach dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Jahr 2009, mit dem der Europäische Auswärtige Dienst geschaffen wurde, nahm die Zahl der Anhänge ab. Seither sind Anhänge selten geworden. Wenn es sie gibt, beschränken sie sich in der Regel auf den mehrjährigen Finanzrahmen (den langfristigen Haushalt der EU) oder die strategische Agenda (die politischen Prioritäten, die die Staats- und Regierungschefs der EU alle fünf Jahre vereinbaren).

Ponte Vasco da Gama Bridge in Lisbon, at sunset.
Vertrag von Lissabon: Entstehung der heutigen EU

Vertrag von Lissabon: Entstehung der heutigen EU

Die Länge der Schlussfolgerungen erreichte in den 1990er Jahren ihren Höhepunkt und nahm nach dem Vertrag von Lissabon ab

Textfassung

Gestapeltes Säulendiagramm, das die durchschnittliche Zahl der Wörter in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates in Fünfjahreszeiträumen seit 1975 zeigt. Der Durchschnittswert begann in den 1990er und 2000er Jahren zu steigen, hauptsächlich aufgrund längerer Anhänge und Erklärungen. In den 2010er und 2020er Jahren sank die Zahl der Wörter auf durchschnittlich weniger als 4 000.

Welche Schlussfolgerungen waren die längsten?

Die zwei bislang längsten Ausgaben der Schlussfolgerungen umfassten samt ihrer Anhänge mehr als 30 000 Wörter.

In den Schlussfolgerungen der Tagung vom Dezember 1995 in Madrid wurde der Fahrplan für die Einführung der einheitlichen Währung (einschließlich der Einigung über ihren Namen – Euro) festgelegt; außerdem enthielten sie wichtige Erklärungen zur Vorbereitung der Europäischen Union auf Vertragsänderungen und Erweiterungen.

Die Schlussfolgerungen der Tagung des Europäischen Rates vom Dezember 2000 in Nizza enthalten den Beschluss über die institutionelle Reform im Vorfeld der Erweiterung von 2004 (die Entscheidungen der Staats- und Regierungschefs wurden im Einzelnen im Vertrag von Nizza festgehalten, der 2003 in Kraft trat). Außerdem enthält das Dokument die Europäische Sozialagenda und den Bericht über die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik.

Alle Schlussfolgerungen des Europäischen Rates umfassen zusammen mehr als 900 000 Wörter – sie zu lesen würde ungefähr 40-60 Stunden dauern.

Hinweise zur Methodik

Der Inhalt der Schlussfolgerungen wurde anhand der im Laufe der Zeit verwendeten Überschriften quantifiziert. Die Überschriften wurden dann mit einem oder mehreren Bereichen (sieben übergeordnete Kategorien wie „Auswärtige Angelegenheiten“, „Wettbewerbsfähigkeit“, „Wirtschaft und Finanzen“) sowie einem oder mehreren Themen (spezifischere, enger gefasste Kategorien) zusammengeführt.

Die Kategorisierung von Bereichen und Themen folgt mit Ausnahme eines Bereiches – „Verträge und Organe“ – der auf der Ratswebsite verwendeten Struktur.

Themen und Bereiche, die am Anfang der Schlussfolgerungen behandelt wurden, erhielten mehr Punkte als andere, um der Bedeutung des als erstes behandelten Themas Rechnung zu tragen. In seltenen Fällen wird auch ein Bonus addiert, wenn die Schlussfolgerungen nur eine Überschrift enthalten.

Bei der Länge der Schlussfolgerungen wurden die Anhänge eingerechnet. Für die Berechnung wurden die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates (Artikel 50), in denen es um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Union ging, mit dem Abschnitt über andere Themen zusammengeführt und als Anhang gewertet.

Bei älteren Dokumenten führte die optische Zeichenerkennungstechnologie aufgrund der schlechten Qualität der Scans zu geringfügigen Ungenauigkeiten der Ergebnisse (ohne wesentliche Auswirkungen auf die Durchschnittswerte).

Siehe auch

Illustration einer Tagung des Europäischen Rates, auf der die Delegierten um einen großen runden Tisch auf einem mehrfarbigen Boden sitzen, neben einem stilisierten Symbol eines offiziellen Dokuments mit einem blauen Häkchen, das angenommene Schlussfolgerungen darstellen soll.
Schlussfolgerungen des Europäischen Rates

Schlussfolgerungen des Europäischen Rates

Gipfeltreffen vom 9./10. Dezember 1974 in Paris – Aufnahme aus dem Sitzungssaal. Rund um das Foto bunte grafische Elemente.
50 Jahre Europäischer Rat in Zahlen

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Eine hellblaue Collage mit verschiedenen, teils bunten grafischen Elementen; in der Mitte das Europa-Gebäude, dahinter ein riesiges Zahnrad.
So arbeitet der Europäische Rat

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Letzte Überprüfung: 14. April 2026