- Internationales Gipfeltreffen
Gipfeltreffen EU-Westbalkan, 13. Dezember 2023
Wichtigste Ergebnisse
Ein Jahr nach dem Gipfeltreffen 2022 in Tirana sind die Staats- und Regierungschefs der EU und des Westbalkans in Brüssel zum vierten jährlichen Gipfeltreffen zusammengekommen.
Das Gipfeltreffen hat Gelegenheit geboten, die Perspektive der EU-Mitgliedschaft des Westbalkans sowie die Notwendigkeit dauerhafter und unumkehrbarer Reformergebnisse der Partner, gestützt auf die Werte und Grundsätze der EU, zu bekräftigen.
Die Zukunft des Westbalkans liegt in unserer Union. Erklärung von Brüssel
Die wichtigsten Gesprächsthemen waren:
- Annäherung der Partner des Westbalkans an die EU und Voranbringen der schrittweisen Integration
- Schaffung einer wirtschaftlichen Grundlage für die Zukunft und Abmilderung der Auswirkungen von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine
- Stärkung der Sicherheit und der Resilienz
Am Ende des Gipfeltreffens wurde die Erklärung von Brüssel abgegeben.
Annäherung der Partner des Westbalkans an die EU und Voranbringen der schrittweisen Integration
Die EU bekräftigt ihr uneingeschränktes und klares Bekenntnis zur Perspektive einer Mitgliedschaft des Westbalkans in der Europäischen Union und ruft dazu auf, den Beitrittsprozess auf der Grundlage glaubwürdiger Reformen seitens der Partner, einer fairen und strikten Konditionalität sowie des Grundsatzes der Beurteilung nach der eigenen Leistung zu beschleunigen, was in unserem beiderseitigen Interesse liegt. Erklärung von Brüssel
Die EU strebt an, den Westbalkan näher an die EU heranzuführen, den Boden für den Beitritt zu bereiten und den Bürgerinnen und Bürgern bereits während des Erweiterungsprozesses konkrete Vorteile zu bringen.
Zu diesem Zweck beabsichtigt die EU, zusätzliche Maßnahmen zu prüfen, um die schrittweise Integration voranzubringen. Die EU betont auch, wie wichtig es ist, das Potenzial der bestehenden Rechtsinstrumente voll auszuschöpfen.
Die EU hat die Entschlossenheit der Partner im Westbalkan begrüßt, die zentralen europäischen Werte und Grundsätze im Einklang mit dem Völkerrecht zu achten und sich zu ihnen zu bekennen.
Die EU ist bereit, die im jüngst von der Kommission vorgelegten neuen Wachstumsplan enthaltenen Vorschläge zur Förderung der wirtschaftlichen Integration des Westbalkans in die EU zu prüfen.
Auf der Gipfeltagung zogen die Staats- und Regierungschefs der EU und des Westbalkans Bilanz über die Fortschritte, die in verschiedenen Bereichen erzielt wurden:
- digitale Konnektivität, einschließlich Senkung der Datenroamingkosten
- gegenseitige Anerkennung von Hochschulabschlüssen und Berufsqualifikationen in der Region
- Verkehr und Konnektivität, einschließlich der Green Lanes (Sonderfahrspuren) und der Blue Lanes (Wasserstraßen) EU-Westbalkan
- weitere Umsetzung des Wirtschafts- und Investitionsplans mit bereits mobilisierten 16,6 Mrd. €
Investitionen und Handel EU-Westbalkan (Infografik)
Die EU hat ferner nachdrücklich die Einrichtung eines neuen Campus des Europakollegs in Tirana und die Einleitung des Bewerbungsverfahrens für das erste Studienjahr 2024-2025 begrüßt.
Schaffung einer soliden wirtschaftlichen Grundlage für die Zukunft und Abmilderung der Auswirkungen von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine
Russland trägt die alleinige Verantwortung für die andauernde Energie- und Wirtschaftskrise. Der Einsatz von Energie, Nahrungsmitteln und Informationen als Waffe hat sich auf die Partner im Westbalkan ausgewirkt. Erklärung von Brüssel
Um die Auswirkungen von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine abzumildern, ist die EU entschlossen, ihr politisches Engagement mit der Region des Westbalkans zusätzlich zu der bereits geleisteten Unterstützung weiter zu intensivieren.
Die EU wird die Partner im Westbalkan weiterhin bei der Bewältigung der negativen Auswirkungen auf ihre Volkswirtschaften und Gesellschaften unterstützen.
Die EU hat an ihren Beschluss erinnert, den Mechanismus der EU für die gemeinsame Beschaffung von Gas und Flüssigerdgas für den Westbalkan zu öffnen, und zu seiner Nutzung durch die Partner ermutigt, die über Gasmärkte verfügen, um ihre Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern.
Stärkung der Sicherheit und der Widerstandsfähigkeit
Das Gipfeltreffen bot Gelegenheit, koordinierte Maßnahmen in Bezug auf Sicherheits- und Verteidigungsfragen zu erörtern, die im Zusammenhang mit der Aggression Russlands gegen die Ukraine noch wichtiger geworden sind.
Die EU ist nach wie vor entschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Westbalkan in zentralen Sicherheits- und Verteidigungsfragen weiter zu verstärken. Erklärung von Brüssel
Dazu gehört die Bekämpfung von Informationsmanipulation aus dem Ausland und die Verbesserung der gemeinsamen Cybersicherheit.
Hintergrundinformationen
Mit dem Gipfeltreffen wird ein Teil der Strategischen Agenda 2019-2024 der EU umgesetzt.
Frühere Tagungen
Das letzte Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU und des Westbalkans fand im Dezember 2022 in Tirana statt.
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