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  • Internationales Gipfeltreffen

Gipfeltreffen EU-CELAC, 9. November 2025

Wichtigste Ergebnisse

Das vierte Gipfeltreffen EU-CELAC zwischen der Europäischen Union und der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) hat am 9. November in Santa Marta (Kolumbien) stattgefunden.

Den gemeinsamen Vorsitz führten der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, und der Präsident Kolumbiens, Gustavo Petro, in seiner derzeitigen Funktion als pro-tempore Präsident der CELAC.

Die gegenwärtige multipolare Welt erfordert eine multilaterale Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen, vor denen wir stehen. Das Gipfeltreffen EU-CELAC in Santa Marta zeigt den Wert des Dialogs und wird es uns ermöglichen, unsere natürliche Verbindung noch stärker zu machen, gemeinsam zu wachsen und uns gegenseitig zu schützen.

Präsident Costa

Auf dem Gipfeltreffen bekräftigten die Führungsspitzen und Vertreterinnen und Vertreter beider Regionen die strategische Bedeutung biregionaler Beziehungen, die sich auf Folgendes stützen:

  • gemeinsame Werte und Interessen
  • resiliente, inklusive und demokratische Gesellschaften
  • Förderung, Schutz und Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten
  • Rechtsstaatlichkeit
  • freie und transparente Wahlen
  • Multilateralismus und internationale Zusammenarbeit

Auf dem Gipfeltreffen haben die Führungsspitzen über eine Vielzahl verschiedener Themen beraten, darunter:

  • Verteidigung des Multilateralismus
  • Handel und Investitionen
  • grüner und digitaler Wandel
  • sozialer Zusammenhalt
  • Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, Justiz und Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität

Zum Abschluss des Gipfeltreffens wurde eine gemeinsame Erklärung angenommen.

In einer Zeit, in der der Multilateralismus auf der ganzen Welt in Frage gestellt wird und eine gerechtere, ausgewogenere und demokratischere internationale Ordnung ungebrochen vonnöten ist, sind wir bestrebt, die historischen Beziehungen, die uns verbinden, zu vertiefen.

Gemeinsame Erklärung CELAC-EU

Gruppenfoto vor dem Logo des Gipfeltreffens.
Gruppenfoto

Multilateralismus

Die Führungsspitzen bekräftigten, dass sie die Grundsätze und Ziele der Charta der Vereinten Nationen, insbesondere die souveräne Gleichheit der Staaten und die Achtung der territorialen Unversehrtheit und der politischen Unabhängigkeit einhalten und sprachen sich erneut gegen die Androhung oder Anwendung von Gewalt sowie jeglicher Handlung aus, die nicht im Einklang mit dem Völkerrecht und der Charta der Vereinten Nationen steht.

Die Führungsspitzen betonten, dass das multilaterale System – mit den Vereinten Nationen im Mittelpunkt – gestärkt und eine wirksamere, inklusivere, transparentere und demokratischere Weltordnungspolitik unter uneingeschränkter Achtung des Völkerrechts gefördert werden muss.

Sie kamen ferner überein, sich für fairere, inklusivere und wirksamere internationale Finanzinstitutionen einzusetzen, die Ressourcen in angemessener Weise für die Entwicklung in ihren drei Dimensionen bereitstellen und eine stärkere Vertretung der Entwicklungsländer gewährleisten.

Auswärtige Angelegenheiten

Die Führungsspitzen nahmen mit Besorgnis die negativen Auswirkungen der weltweit zunehmenden Zahl von Kriegen und Konflikten zur Kenntnis und wiesen darauf hin, dass der Schutz der Zivilbevölkerung und die Bereitstellung humanitärer Hilfe gewährleistet werden müssen.

Ukraine

Die Führungsspitzen brachten ihre Unterstützung für alle Bemühungen um einen dauerhaften Waffenstillstands und zur Förderung eines politischen Dialogs, der auf einen gerechten, umfassenden und dauerhaften Frieden gerichtet ist, sowie um Deeskalation und die Förderung eines direkten Dialogs im Einklang mit dem Völkerrecht zum Ausdruck.

Gaza

Die Führungsspitzen forderten alle Parteien auf, sich uneingeschränkt zur Umsetzung aller Phasen des umfassenden Plans zur Beendigung des Gaza-Konflikts zu verpflichten und von allen Handlungen abzusehen, die die Einigung gefährden könnten.

Wir bekräftigen unser nachdrückliches Engagement für einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden im Einklang mit den einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen und auf der Grundlage der Zweistaatenlösung.

Gemeinsame Erklärung CELAC-EU

Die Führungsspitzen forderten des Weiteren, dass humanitäre Hilfe in großem Umfang unverzüglich und ungehindert sowohl nach Gaza gelangen als auch im gesamten Gazastreifen fortlaufend verteilt werden kann.

Haiti

Die Führungsspitzen bekräftigten ihre Unterstützung für Haiti und dessen Anstrengungen – mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft – politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität zu erreichen.

Sie sind weiterhin entschlossen, die Bekämpfung des illegalen Handels mit Waffen und Munition, die für Haiti bestimmt sind, fortzusetzen, um Stabilität – im Einklang mit den Grundsätzen der Selbstbestimmung der Völker, der Souveränität sowie der Solidarität zu gewährleisten.

Karte, auf der die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas hervorgehoben sind.
Standpunkt der EU zur Lage im Nahen Osten

Standpunkt der EU zur Lage im Nahen Osten

Handel und Investitionen

Die Führungsspitzen erkannten die strategische Bedeutung von Abkommen an, durch die engere Wirtschafts- und Handelsbeziehungen gefördert und die wirtschaftliche Sicherheit und der Wohlstand verbessert werden.

Wir werden weiterhin die notwendigen Schritte unternehmen, um das Netz an Handelsabkommen zwischen unseren beiden Regionen zu erweitern und zu vertiefen.

Gemeinsame Erklärung CELAC-EU

Die Führungsspitzen betonten ferner, wie wichtig es ist, gemeinsam Fortschritte in folgenden Bereichen zu erzielen:

  • Abbau handelspolitischer Spannungen
  • Erleichterung des internationalen Handels
  • Verbesserung des Marktzugangs
  • Gewährleistung der Ernährungssicherheit

Im letzten Jahrzehnt ist der Warenhandel mit der CELAC um mehr als 52 % gewachsen und der Handel mit Dienstleistungen hat sich nahezu verdoppelt. Über eine Million Arbeitsplätze in der EU sind mit Ausfuhren in die lateinamerikanischen und karibischen Staaten verbunden.

Eine Illustrierte Weltkarte. Lateinamerika und die Karibik sind grün hervorgehoben, das Gebiet der EU erscheint in Blau. In der unteren linken Ecke befindet sich das CELAC-Logo und in der oberen rechten Ecke die EU-Flagge.
Beziehungen EU-CELAC: Fakten und Zahlen

Beziehungen EU-CELAC: Fakten und Zahlen

Global Gateway

Die Führungsspitzen begrüßten das Potenzial der Global-Gateway-Investitionsagenda der EU für Lateinamerika und die Karibik in den Bereichen Entwicklung und Zusammenarbeit.

Die 2021 ins Leben gerufene Global-Gateway-Investitionsagenda der EU für Lateinamerika und die Karibik ermöglicht es den EU-Mitgliedstaaten und den Ländern Lateinamerikas und der Karibik, gemeinsam in Projekte zu investieren, die das Wachstum in vier Bereichen fördern:

  • grüner Wandel
  • menschliche Entwicklung
  • digitaler Wandel
  • Resilienz im Gesundheitsbereich und Impfstoffe
Drei auf Metallmasten montierte Solarpaneele auf hellblauem Hintergrund mit abstrakten kreisförmigen und dreieckigen Formen.
Global Gateway

Global Gateway

Klimawandel, Umwelt und Energiewende

Die Führungsspitzen begrüßten die COP 30 in Belém do Pará (Brasilien) und sagten ihre Unterstützung für deren erfolgreiche Abhaltung zu.

Wir erkennen die Notwendigkeit einer tiefgreifenden, raschen und nachhaltigen Verringerung der Treibhausgasemissionen im Einklang mit dem Zielpfad von 1,5 °C an und werden unsere Anstrengungen im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris entsprechend verstärken.

Gemeinsame Erklärung CELAC-EU

Sie erkannten zudem die Chancen an, die die Energiewende im Hinblick auf eine nachhaltige und gerechte wirtschaftliche Entwicklung bietet. In diesem Zusammenhang werden sie das Potenzial der Global-Gateway-Strategie zur Stärkung der regionalen Energieverbundnetze in Lateinamerika und der Karibik nutzen.

Digitaler Wandel

Die Führungsspitzen bekräftigten ihre Entschlossenheit zur Achtung, zum Schutz und zur Förderung aller Menschenrechte im digitalen Raum.

Wir werden eine sichere, geschützte und vertrauenswürdige künstliche Intelligenz und eine diesbezügliche ethische Governance mit den Schwerpunkten Verantwortung und Inklusion, sowie Investitionen in sichere digitale Infrastrukturen und den Aufbau von Kapazitäten fördern und uns für einen auf den Menschen ausgerichteten, sicheren und offenen digitalen Wandel einsetzen.

Gemeinsame Erklärung CELAC-EU

Die Führungsspitzen würdigten die Fortschritte der Digitalen Allianz EU-LAK, die 2023 im Rahmen der Global-Gateway-Strategie ins Leben gerufen wurde und mit der Investitionen, der Austausch bewährter Verfahren und die Zusammenarbeit zwischen der EU und der LAK-Region gefördert werden.

Sie erkannten ferner die Notwendigkeit an, gegen Desinformation und Fehlinformationen sowie Hetze vorzugehen, indem bei der die Verbreitung zuverlässiger, überprüfbarer, objektiver und kontextualisierter Informationen mit allen einschlägigen Interessenträgern zusammengearbeitet wird.

Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger

Die Führungsspitzen bekräftigten ihre Entschlossenheit, die biregionalen Anstrengungen zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen im Bereich der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit zu intensivieren.

Sie unterstrichen, dass es ihre gemeinsame Priorität ist, die Zusammenarbeit bei der Zerschlagung transnationaler krimineller Netze zu verbessern, insbesondere derjenigen, die an Taten in folgenden Bereichen beteiligt sind:

  • illegaler Handel mit Drogen, Feuerwaffen, Munition und Sprengstoffen
  • Cyberkriminalität
  • Menschenhandel
  • Schleuserkriminalität
  • illegaler Bergbau
  • Straftaten, die Auswirkungen auf die Umwelt haben
  • rechtswidriger Handel mit Kulturgütern
  • Finanzkriminalität

Im Rahmen des Gipfeltreffens haben die EU und 18 LAK-Staaten (Barbados, Belize, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Grenada, Guatemala, Honduras, Jamaika, Kolumbien, Mexiko, Panama, Paraguay, Peru, Trinidad und Tobago, Uruguay) die Allianz EU-LAK für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Ländern Lateinamerikas und der Karibik im Bereich der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.

Pflege- und Betreuungspakt

Am 9. November hat die EU gemeinsam mit 16 Ländern Lateinamerikas und der Karibik (Barbados, Belize, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Grenada, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Trinidad und Tobago und Uruguay) den biregionalen Pflege- und Betreuungspakt ins Leben gerufen.

Damit soll der regelmäßige Austausch über Fortschritte und bewährte Verfahren in der Care-Ökonomie, einschließlich Strategien, Programmen, Dienstleistungen, Regelungsrahmen und institutionellen Strukturen, erleichtert werden.

Treffen der Führungsspitzen der EU und der Karibik

Am Rande des Gipfeltreffens EU-CELAC trafen sich die Führungsspitzen der EU und der 12 Länder der Karibik und Lateinamerikas (Antigua und Barbuda, Barbados, Belize, Dominica, Grenada, Guyana, Haiti, Jamaika, Kolumbien, Kuba, St. Kitts und Nevis und Suriname) am 10. November.

Präsident Costa betonte, dass das Treffen die gemeinsame Entschlossenheit zeige, der Partnerschaft zwischen der EU und der Karibik neue Sichtbarkeit zu verleihen und sie strategisch zu vertiefen, und dass beide Seiten sicherstellen sollten, dass sie sich um eine vollständige Umsetzung der Handels- und Wirtschaftsabkommen bemühen.

Global-Gateway-Initiative für Stromnetze und saubere Energie

Am Rande des Gipfeltreffens EU-CELAC organisierten die EU und die Europäische Investitionsbank (EIB) eine Veranstaltung zur Förderung der Integration der Stromversorgung und der sauberen Energie in ganz Lateinamerika. Sie kündigten eine Initiative zur Förderung der Erzeugung und der Übertragung von sauberer Energie sowie des Handels damit an. Die Initiative ist Teil der Global-Gateway-Strategie und wird in Abstimmung mit wichtigen regionalen Institutionen umgesetzt.

In seiner Rede betonte Präsident Costa, dass dieses Engagement zeige, dass die Zusammenarbeit zwischen der EU, Lateinamerika und der Karibik mehr sei als nur das CELAC-Gipfeltreffen. Er betonte ferner, dass die durch den Hurrikan Melissa verursachte Zerstörung die Realität des Klimawandels zeige und dass wir unsere Fähigkeit, auf diese Herausforderung zu reagieren, verbessern müssten.

An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien und Panama teil.

Forum der Zivilgesellschaft LAK-EU

Am 7./8. November kamen auf dem Forum der Zivilgesellschaft LAK-EU mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Lateinamerika, der Karibik und der EU zusammen, um sich über gemeinsame Herausforderungen und Chancen auszutauschen. Aufbauend auf früheren Foren wurde eine inklusive und partizipative Diplomatie und die Zusammenarbeit mit Jugend-, Frauen- und Indigenen-Organisationen gefördert.

Wirtschaftsforum LAK-EU

Am 9./10. November fand ein Wirtschaftsforum statt, auf dem Führungsspitzen aus Wirtschaft und Politik zusammengekommen sind, um gemeinsame Bestrebungen in Investitionsmöglichkeiten im Rahmen der Global-Gateway-Investitionsagenda der EU für Lateinamerika und die Karibik umzusetzen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen ökologische Investitionen, digitale Konnektivität, nachhaltiger Verkehr und Marktintegration, wodurch neuen öffentlich-private Partnerschaften und engeren Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Regionen der Weg bereitet wurde.

Hintergrundinformationen

Beziehungen zwischen der EU und der CELAC

Die EU und die lateinamerikanischen und karibischen Staaten unterhalten seit langem eine Partnerschaft, die auf gemeinsamen Werten und einem gemeinsamen Eintreten für Demokratie sowie der Achtung der Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit beruht.

Die strategische Partnerschaft der EU mit Lateinamerika und der Karibik (LAK) geht auf das Jahr 1999 zurück, als das erste biregionale Gipfeltreffen EU-LAK in Rio de Janeiro stattfand.

Die EU und die lateinamerikanischen und karibischen Staaten stehen zusammen für

  • 14 % der Weltbevölkerung
  • 21 % des globalen BIP
  • ein Drittel der VN-Mitglieder

Letztes Gipfeltreffen

Auf dem letzten Gipfeltreffen 2023 in Brüssel haben sich die lateinamerikanischen und karibischen Staaten verpflichtet, ihre langjährige Partnerschaft mit der EU zu erneuern und gemeinsam Frieden und Sicherheit zu stärken, die Menschenrechte zu schützen, den Klimawandel zu bekämpfen und eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Über die CELAC

Die im Jahr 2010 ins Leben gerufene CELAC ist ein regionaler Block von 33 Ländern. Ziel dieses zwischenstaatlichen Mechanismus ist es, diese Länder zu vereinen, um den politischen Dialog und die soziale und kulturelle Integration der Region zu stärken, die Lebensqualität dort zu verbessern, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und das Wohlergehen aller Menschen zu fördern.

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Akkreditierung und Presseveranstaltungen

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Letzte Überprüfung: 17. November 2025