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Rat „Verkehr, Telekommunikation und Energie“ (Energie), 16. Dezember 2024

Wichtigste Ergebnisse

Geothermische Energie

Die Sitzung begann mit einem Bericht über die Zukunft der geothermischen Energie, den der Exekutivdirektor der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Fatih Birol, vorstellte.

Darin wird das enorme Potenzial hervorgehoben, das Geothermie weltweit für Strom, Heizung und Kühlung bietet. Bei sinkenden Kosten könnte die Geothermie der nächsten Generation bis 2050 bis zu 15 % des weltweiten Nachfragewachstums decken.

In Europa kann Geothermie als regelbare Energiequelle rund um die Uhr Strom liefern, in großem Maßstab variable Wind- und Fotovoltaik-Anlagen ergänzen und die Energiewende dadurch sicherer und erschwinglicher machen. Außerdem könnte sie dazu beitragen, die Nutzung von Wärme mit niedriger und mittlerer Temperatur in Gebäuden und in der Industrie zu dekarbonisieren. Die Technologien und Ressourcen sind da, doch sind Kostensenkungen entscheidend dafür, das Marktpotenzial der Geothermie der nächsten Generation zu erschließen.

Im Anschluss an die Vorstellung des Berichts unterstützten und billigten die Energieministerinnen und -minister einstimmig die Schlussfolgerungen des Rates zur Förderung geothermischer Energie, die mit den Ergebnissen des IEA-Berichts im Einklang stehen. In den Schlussfolgerungen wird betont, welches Potenzial die geothermische Energie als eine vor Ort verfügbare erneuerbare Energiequelle bietet, wenn es um Energieversorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und erschwingliche Energiepreise geht. Die Nutzung geothermischer Energie trägt zu den strategischen Zielen der Europäischen Union bei, indem sie die Energieabhängigkeit und die Einfuhren fossiler Brennstoffe – insbesondere im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung – verringert.

Geothermische Energie ist eine langlebige und stets verfügbare erneuerbare Energiequelle, da sie nicht vom Wetter abhängt und rund um die Uhr zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden kann. Ziel der heutigen Schlussfolgerungen ist es, diese nachhaltige Energiequelle zu fördern, die uns helfen kann, einen reibungslosen Übergang zu einem CO2-freien Europa zu gewährleisten, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und unsere Energiesouveränität zu sichern.

Csaba Lantos, ungarischer Minister für Energie

Trotz der Vorteile der Geothermie und ihrer Rolle bei der Dekarbonisierung des Energiesektors als ausgereifte Netto-Null-Technologie bleibt das Potenzial der geothermischen Energie ungenutzt. Der Rat fordert hier mehr Tempo durch neue oder angepasste Vorschriften für die Förderung geothermischer Energie, leichteren Zugang zu Finanzmitteln, um die hohen Vorabinvestitionskosten zu decken, sowie die Qualifizierung von Arbeitskräften und mehr Forschung auf dem Gebiet der Geothermie.

Die Kommission wird aufgefordert, eine umfassende Strategie für die Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung und einen europäischen Aktionsplan für Geothermie auszuarbeiten. Dieser soll Maßnahmen enthalten, die geothermische Projekte erleichtern und den Einsatz geothermischer Energie beschleunigen.

Zukunft der Energiepolitik

Die Ministerrunde führte eine Aussprache über die Zukunft der Energiepolitik im Hinblick auf eine echte Energieunion. Sie tauschten sich über die Prioritäten für die nächste Legislaturperiode aus und erörterten, wie sie zum Aufbau der Energieunion beitragen können.

Die Ministerinnen und Minister bekräftigten, sich für den Übergang zu einem sauberen Energiesystem einzusetzen. Sie stellten fest, dass trotz guter Fortschritte nach wie vor mehrere Herausforderungen bestehen. Für eine Energieunion müssten die EU und ihre Mitgliedstaaten ihre Klimaziele erreichen, so die einhellige Auffassung, zugleich aber auch die hohen Energiepreise angehen, um Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten und Wettbewerbsfähigkeit zu wahren.

Einvernehmen herrschte insbesondere darüber, dass es in einem ersten Schritt zunächst darum gehen sollte, den kürzlich angenommenen Rahmen „Fit für 55“ umzusetzen. Betont wurde auch, dass die Versorgung von Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen mit erschwinglicher und sauberer Energie sichergestellt werden muss – auch dadurch, dass alle erneuerbaren und CO2-armen Energiequellen integriert werden. Mehrere Ministerinnen und Minister forderten eine gerechte und inklusive Energiewende; andere betonten, wie wichtig ein vernetzter Strommarkt ist.

Aktionsplan für Stromnetze

Die Kommission und der ungarische Vorsitz informierten im Nachgang zum EU-Aktionsplan für Stromnetze.

Strommarkt

Beim Mittagessen war der Direktor der Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER), Christian Zinglersen, zu Gast. Mit ihm sprachen die Ministerinnen und Minister über die Entwicklungen auf dem Strommarkt.

Sonstiges

Die Kommission informierte die Ministerrunde über den aktuellen Stand bei der Vorbereitung auf den Winter und die jüngsten Entwicklungen der internationalen Beziehungen im Energiebereich.

Der ungarische Vorsitz informierte die Ministerrunde über die Konferenz zum Strategieplan für Energietechnologie (SET-Plan), die am 14./15. November 2024 in Budapest stattfand.

Luxemburg, Belgien und die Niederlande informierten über die Notwendigkeit, sauberere Kraftstoffe zu exportieren, als Engagement für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt.

Österreich äußerte sich gemeinsam mit Tschechien und der Slowakei zu den Auswirkungen der Neutralitätsabgabe für die Gasspeicherung und die Notwendigkeit einer besseren Koordinierung auf europäischer Ebene.

Abschließend stellte Polen als künftiger Vorsitz sein Arbeitsprogramm zum Thema Energie vor.

Die Punkte auf der Liste der die Gesetzgebung betreffenden und nicht die Gesetzgebung betreffenden A‑Punkte wurden ohne Aussprache angenommen.

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