Wasser
Wasser ist eine begrenzte Ressource. Die EU-Rechtsvorschriften schützen Wasserressourcen und Ökosysteme und stellen sicher, dass Trinkwasser und Badegewässer sauber sind.
Warum der Schutz von Wasser so wichtig ist
Die Bedeutung von Wasser für das Leben auf der Erde kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Gesundes Wasser ist für jeden lebenden Organismus auf dem Planeten überlebenswichtig und für das Funktionieren und die Erhaltung der natürlichen Umwelt von vitaler Bedeutung.
Auch Wirtschaft und Wachstum hängen von der Verfügbarkeit von sauberem Wasser ab. Es wird in Produktionsprozessen, beim Anbau von Nahrungsmitteln und für viele andere menschliche Tätigkeiten verwendet.
Sauberes Wasser ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, da Wasser eine begrenzte Ressource ist. Lediglich 3 % des Wasservorkommens auf der Erde ist Süßwasser und für den menschlichen Gebrauch geeignet.
Wasserknappheit ist in vielen Teilen der Welt ein echtes Problem. Extreme Dürren und Überschwemmungen infolge des Klimawandels wirken sich zusätzlich auf die Verfügbarkeit von Wasserressourcen aus.
Neben dem Klimawandel stellen Umweltverschmutzung und die Übernutzung von Ressourcen eine weitere Belastung für Flüsse, Seen und andere Gewässer dar.
EU-Vorschriften zu Wasserqualität und -nutzung
Die EU hat Vorschriften zum Schutz von Wasser erlassen. Das wichtigste Gesetz zum Gewässerschutz ist die Wasserrahmenrichtlinie der EU. Weitere Vorschriften enthalten spezifische Bestimmungen, bspw. für Trinkwasser und Badegewässer.
Die EU-Wasserpolitik ist letztendlich darauf ausgerichtet, einen Beitrag zur Verwirklichung des Null-Schadstoff-Ziels bis 2050 zu leisten.
Wasserrahmenrichtlinie
Die EU-Wasserrahmenrichtlinie ist der Eckpfeiler der europäischen Wasserpolitik. Ziel ist es, den Menschen hochwertiges Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen.
Der Richtlinie zufolge müssen die EU-Länder
- Gewässer schützen und erforderlichenfalls wiederherstellen, damit sie einen guten Zustand erreichen
- die Verschlechterung von Wasser-Ökosystemen verhindern
Die Wasserrahmenrichtlinie wird durch zwei zusätzliche Richtlinien zum Grundwasser und zu Oberflächengewässern flankiert.
Im September 2025 erzielten der Ratsvorsitz und die Vertreter des Europäischen Parlaments eine vorläufige politische Einigung über einen Vorschlag für eine Richtlinie zur Überprüfung und Aktualisierung der Listen der Schadstoffe, die Oberflächengewässer und das Grundwasser gefährden, und der entsprechenden Regulierungsstandards. Mit dieser Einigung werden Umweltqualitätsnormen für eine Reihe von Schadstoffen aktualisiert und neue hinzugefügt. Damit wird die EU-Wasserpolitik an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst.
- Rat drängt auf eine ganzheitliche Wasserstrategie zum Schutz der Wasserressourcen und zur Stärkung der Resilienz (Pressemitteilung, 21. Oktober 2025)
- Wasserverschmutzung: Rat und Parlament erzielen vorläufige Einigung über die Aktualisierung prioritärer Stoffe in Oberflächengewässern und Grundwasser (Pressemitteilung, 23. September 2025)
- Oberflächengewässer und Grundwasser: Rat einigt sich auf Verhandlungsmandat zur Aktualisierung der Liste der Schadstoffe (Pressemitteilung, 19. Juni 2024)
- Wasserrahmenrichtlinie (Europäische Kommission)
Trinkwasser
Die EU ergreift seit über 30 Jahren Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Leitungswasser in der gesamten Union bedenkenlos getrunken werden kann und die menschliche Gesundheit geschützt wird.
Zu den wichtigsten Bestimmungen gehören:
- Festlegung von Qualitätsstandards für Trinkwasser
- Sicherung, Überwachung und Durchsetzung der Vorschriften
- Verbesserung des Zugangs zu Wasser
2020 wurde eine überarbeitete Fassung der Trinkwasserrichtlinie angenommen. Hauptziele waren die Aktualisierung der Wasserqualitätsstandards und die Einführung eines risikobasierten Ansatzes für die Wasserüberwachung.
Abwasserbehandlung
Unzureichend behandeltes Abwasser kann eine der Hauptursachen von Wasserverschmutzung sein, die sich wiederum negativ auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auswirkt.
Die EU-Vorschriften betreffen das Sammeln, Behandeln und Einleiten von Abwasser in städtischen Gebieten und zielen darauf ab, die Umweltverschmutzung zu verringern und die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen.
Im Jahr 2024 wurden die Vorschriften überarbeitet, um die Anwendung der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser auf weitere städtische Gebiete auszuweiten und mehr Schadstoffe abzudecken.
Abwasserbehandlung
Badegewässer
Mit den EU-Rechtsvorschriften für Badegewässer soll gewährleistet werden, dass Badegewässer EU-weit sauber und von hoher Qualität sind. Darüber hinaus sollen die Bürgerinnen und Bürger besser über die Qualität ihrer Badegewässer informiert werden.
Über 95 % der Badegewässer in der EU erfüllen die Wasserqualitätsstandards.
Die Verbesserung der Badegewässerqualität in den letzten Jahrzehnten ist eine Folge der EU-Vorschriften über Badegewässer sowie anderer Maßnahmen, unter anderem zur Abwasserbehandlung.
Siehe auch
Letzte Überprüfung: 21. Oktober 2025