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Wie viel Gas haben die EU-Länder gespeichert?

Als Reaktion auf die Energiekrise, die 2022 durch die Invasion Russlands in die Ukraine und die Instrumentalisierung von Gaslieferungen nach Europa als Waffe ausgelöst wurde, hat die EU Maßnahmen ergriffen, um die Gasreserven zu erhöhen. In den folgenden Jahren gelang es der EU, rechtzeitig vor dem Winterbeginn hohe Gasreserven zu sichern.

Nachdem der Höhepunkt der Energiekrise nun hinter uns liegt, sind die Gasreserven zwar wieder zurückgegangen, im Jahr 2025 jedoch immer noch über den Durchschnittswerten von 2021 geblieben.

Textfassung

In diesem Liniendiagramm werden die Füllstände der Gasspeicher im Jahresverlauf für die Jahre 2021 bis 2025 miteinander verglichen. 2022, 2023 und 2024 war der Füllstand der Gasspeicher im Durchschnitt deutlich höher als 2021. 2022 war der angestrebte Füllstand von 80 % im August erreicht. 2023 lag der Füllstand der Gasspeicher ab Juli über 80 % und ab August bei über 90 %. 2024 wurde der Füllstand von 90 % schon im August erreicht. 2025 waren die Reserven niedriger, zum Teil aufgrund eines relativ strengen Winters in Europa. Sie blieben aber größtenteils über den Durchschnittswerten von 2021.

Diese Daten stammen von Gas Infrastructure Europe.

Gasspeicherkapazität und Füllstand in den einzelnen Mitgliedstaaten

Die meisten Mitgliedstaaten haben in ihrem Hoheitsgebiet Gasspeicheranlagen. Zwei Drittel der Gesamtspeicherkapazität in der EU entfallen auf Speicherkapazitäten in fünf Mitgliedstaaten (Deutschland, Italien, Frankreich, Niederlande und Österreich).

Nach der Verordnung über die Gasspeicherung müssen Länder ohne eigene Speicheranlagen 15 % ihres jährlichen Gasverbrauchs in Anlagen anderer Mitgliedstaaten speichern, sodass sie Zugang zu in anderen Mitgliedstaaten gespeicherten Gasreserven haben. Mit diesem Mechanismus wird die Gasversorgungssicherheit in der EU erhöht und dafür gesorgt, dass die mit der Auffüllung der EU-Speicherkapazitäten verbundene finanzielle Belastung aufgeteilt wird. Mitgliedstaaten mit weniger umfangreichen Speicherkapazitäten arbeiten mit jenen, die größere Anlagen haben, zusammen, um so ihre Reserven zu sichern.

Die Grafik zeigt die Gasspeicherkapazität der einzelnen Mitgliedstaaten am 8. März 2026.

Textfassung

Die Abbildung zeigt die Gasspeicherkapazitäten, die Speichermenge und den Füllstand für jeden EU-Mitgliedstaat am 8. März 2026.

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande sind die Länder mit den größten Speicherkapazitäten.

Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Litauen, Luxemburg, Malta, Slowenien und Zypern besitzen keine Gasspeicheranlagen. Nach der Verordnung über die Gasspeicherung müssen sie jedoch Solidaritätsvereinbarungen mit anderen Mitgliedstaaten treffen, um ihre Gasreserven zu sichern.

Diese Daten stammen von Gas Infrastructure Europe.

*Füllstand der Speicher kann ggf. 100 % überschreiten, da die Kapazität der Anlagen nicht immer den physischen Kapazitäten der Speicherstandorte entspricht.

Vorschriften für die Gasspeicherung im Überblick

Im Juni 2022 leitete die EU Maßnahmen zur Erhöhung der Gasreserven ein, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen und die Bürgerinnen und Bürger vor hohen Energiepreisen zu schützen. Dies geschah vor dem Hintergrund der grundlosen militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine, durch die die Energiemärkte erheblich gestört wurden.

Mit den Regeln für die Gasreserven wurden die Mitgliedstaaten verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Gasspeicher in der EU jedes Jahr vor den kälteren Monaten zu mindestens 90 % gefüllt sind und dass das gespeicherte Gas im Geiste der Solidarität EU-weit geteilt wird.

Im Juli 2025 hat der Rat eine Verlängerung der Vorschriften um zwei Jahre angenommen und zusätzliche Flexibilität eingeräumt, wodurch es den Mitgliedstaaten ermöglicht wird, sich an die sich ständig wandelnden Marktbedingungen anzupassen und potenziellen Marktmanipulationen entgegenzuwirken.

  • Das bestehende verbindliche Ziel von 90 % Gasspeicherung wird beibehalten, es wird jedoch flexibel gehandhabt, sodass es jederzeit zwischen dem 1. Oktober und dem 1. Dezember erreicht werden kann.
  • Um Schwierigkeiten bei der Befüllung der Speicher entgegenzuwirken, wird eine Flexibilitätsmarge von 10 % eingeführt, die von der Kommission im Falle anhaltend ungünstiger Marktbedingungen um weitere 5 % erhöht werden kann.

Letzte Überprüfung: 17. März 2026