Die Kreislaufwirtschaft im Detail
Die Ressourcen der Erde sind nicht unendlich. Die Kreislaufwirtschaft bewirkt eine nachhaltigere Nutzung von Produkten und Materialien und bietet Chancen für eine wettbewerbsfähigere EU.
Was ist die Kreislaufwirtschaft?
Die Kreislaufwirtschaft ist ein System, bei dem Produkte und Materialien gemeinsam genutzt, geleast, wiederverwendet, repariert, wiederaufgearbeitet und recycelt anstatt weggeworfen werden. Dies verleiht ihnen einen längeren Lebenszyklus, es fallen weniger Abfälle an und es müssen weniger neue Waren hergestellt werden.
Derzeit beruht die Weltwirtschaft auf einem überwiegend linearen Modell, bei dem Waren für eine kurze Zeit verwendet und dann weggeworfen werden. Dies führt zu einem hohen Druck auf die Natur und ihre Ressourcen sowie zu einem zunehmenden Abfallaufkommen und einer immer stärkeren Umweltverschmutzung.
Die Kreislaufwirtschaft
- verringert Abfall, Ressourcennutzung und Umweltverschmutzung
- reduziert unseren Verbrauchsfußabdruck und unsere Emissionen
- schafft neue Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten
- stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Umfeld
Die lineare Wirtschaft
- beruht auf dem Modell „nehmen-herstellen-verbrauchen-wegwerfen“
- übt Druck auf natürliche Ressourcen aus
- führt zu Abfallaufkommen und Umweltverschmutzung
- erhöht den Bedarf an Rohstoffen und steigert die Abhängigkeit der EU von Einfuhren
Warum brauchen wir die Kreislaufwirtschaft?
Mit unseren heutigen Produktions- und Verbrauchsmustern und einer zunehmenden Weltbevölkerung werden wir bis 2050 drei Planeten von der Größe unserer Erde brauchen.
Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft bedeutet weniger Produktion von Waren und Materialien, was wiederum zu niedrigeren Emissionen von CO2 und anderen Schadstoffen sowie zu einem geringeren Verbrauch der begrenzten Ressourcen der Erde führt.
Die Kreislaufwirtschaft bringt Vorteile für:
- die Umwelt – durch besseren Schutz
- die Wirtschaft – durch weniger Abhängigkeit von Rohstoffen
- die Gesellschaft – durch neue Geschäftsmöglichkeiten und Arbeitsplätze
Die Kreislaufwirtschaft in der EU
Derzeit stammen nicht einmal 10 % der in der EU verwendeten Materialien aus recyceltem Material. Der Anteil kreislauforientiert verwendeter Materialien betrug 2023 11,8 %, was einem leichten Anstieg um 1,1 Prozentpunkte gegenüber 2010 entspricht.
Was die Nutzung von Rohstoffen betrifft, so wurde in den letzten 15 Jahren ein langsamer Rückgang beim Pro-Kopf-Verbrauch verzeichnet. Aus den Daten von Eurostat geht hervor, dass 2023 in der EU 14,1 Tonnen Rohstoffe pro Person verbraucht wurden, gegenüber 16,3 Tonnen im Jahr 2009.
Die 2025 veröffentlichten Zahlen von Eurostat zeigen, dass in der EU über 185 kg Verpackungsabfälle pro Person anfallen, während insgesamt nur 38 % der Abfälle recycelt werden und für die Herstellung neuer Waren wiederverwendet werden können.
Der Weg der EU zur Kreislaufwirtschaft
Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft zu schaffen und von 2020 bis 2030 die Nutzung von recyceltem Material zu verdoppeln.
Für die Verwirklichung dieses Ziels hat die EU eine Reihe politischer Initiativen auf den Weg gebracht.
Dazu gehören der Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft, die Ökodesign-Richtlinie und die Richtlinie über das Recht auf Reparatur.
Kreislaufwirtschaft
Siehe auch
Letzte Überprüfung: 3. Februar 2025