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Kunststoff

Um die Umweltverschmutzung zu verringern und die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu schützen, muss die EU unbedingt für eine Vermeidung von Kunststoffabfällen sorgen. Die Maßnahmen der EU zielen darauf ab, eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe zu entwickeln.

Weniger Kunststoffverschmutzung ist entscheidend

Kunststoff spielt eine wichtige Rolle in unserer Wirtschaft, unserer Industrie und unserem Alltag. Kunststoffmaterialien werden in allen Wirtschaftszweigen und in vielen unterschiedlichen Produkten und Waren verwendet.

Allerdings ist Kunststoff in der Regel nicht biologisch abbaubar. Ein Stück Plastik braucht bis zu 500 Jahre bis zur Zersetzung. Weggeworfene Kunststoffartikel zersetzen sich oft zu Mikroplastik, das nur schwer wieder aus der Natur entfernt werden und durch Wasser oder Tiere in unsere Lebensmittelkette gelangen kann.

Daher ist es für den Schutz der Umwelt und der Gesundheit der Menschen von entscheidender Bedeutung, die Menge an Kunststoff und Mikroplastik, das in die Natur gelangt, zu verringern und dafür zu sorgen, dass weniger Kunststoffabfälle entstehen und diese ordnungsgemäß bewirtschaftet werden.

Der nachhaltige Umgang mit Kunststoffen ist für den Übergang Europas zu einer CO₂-neutralen Kreislaufwirtschaft von entscheidender Bedeutung.

Vermeidung von Kunststoffen: Maßnahmen der EU

Europäische Strategie für Kunststoffe

Im Jahr 2018 nahm die Europäische Kommission eine europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft an, um die Wiederverwendung und das Recycling von Kunststoffen und Kunststoffprodukten zu fördern.

Mit der Strategie wurde die Grundlage dafür geschaffen, die Plastikverschmutzung zu verringern und zur Verwirklichung der Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und zur Umsetzung des Übereinkommens von Paris beizutragen.

Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft

Die Ziele der Strategie für Kunststoffe wurden im Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft, der 2020 von der Kommission vorgelegt wurde, weiterentwickelt. Der Plan enthielt Maßnahmen zur Abfallreduzierung für Produkte wie Verpackungen sowie verbindliche Anforderungen für den Rezyklatanteil.

Null-Schadstoff-Aktionsplan

Im Mai 2021 legte die Kommission einen Null-Schadstoff-Aktionsplan für Luft, Wasser und Boden vor. Hauptziel des Plans ist es, die Vermeidung von Umweltverschmutzung in allen einschlägigen EU-Politikbereichen einzubeziehen und die Verringerung von Kunststoffen und anderen Schadstoffen in der Natur zu beschleunigen.

Die Verringerung der Kunststoffmenge an Land und im Meer sind zwei der Ziele des Aktionsplans für 2050.

Globaler Vertrag über Kunststoffe

Die EU setzt sich für ein globales Übereinkommen über Kunststoffe in einem internationalen Rahmen ein. Ziel des Übereinkommens wäre es, die Plastikverschmutzung zu verringern und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft weltweit zu unterstützen.

Die Verhandlungen über den Abschluss eines solchen Übereinkommens wurden 2022 aufgenommen, bislang wurde jedoch noch keine Einigung erzielt.

EU-Rechtsvorschriften zu Kunststoffen

Verbot von Einwegkunststoffartikeln

Im Mai 2019 nahm der Rat eine Richtlinie zur Verringerung von Kunststoffabfällen an. Mit der Richtlinie wurden neue Vorschriften zu bestimmten Einwegkunststoffartikeln eingeführt.

Die Vorschriften umfassen ein Verbot der Verwendung spezifischer Wegwerfartikel aus Plastik, für die es Alternativen gibt. Darüber hinaus werden durch die Richtlinie besondere Maßnahmen eingeleitet, um den Gebrauch der am häufigsten achtlos weggeworfenen Kunststoffartikel zu reduzieren. Nach den neuen Vorschriften sind folgende Einwegkunststoffartikel seit 2021 verboten:

  • Teller
  • Besteck
  • Strohhalme
  • Wattestäbchen
  • Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff
  • Lebensmittel- und Getränkebehälter aus Polystyrolschaumstoff

Die Mitgliedstaaten haben ferner vereinbart, dass Plastikflaschen bis 2025 zu mindestens 25 % und bis 2030 zu mindestens 30 % aus recyceltem Material bestehen sollten.

Mehr Wiederverwendung und besseres Recycling von Kunststoffverpackungen

Die EU hat im Dezember 2024 eine neue Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle angenommen.

Die Vorschriften gelten seit dem 12. August 2026 und umfassen Beschränkungen für Einwegkunststoffverpackungen von bestimmten vorverpackten Lebensmitteln und Einzelportionen von Lebensmitteln sowie für Einwegprodukte im Gastgewerbe.

Drei Getränke-Behälter: ein To-go-Becher, eine Dose und ein Tetrapak; darüber zwei grüne Pfeile, die einen Kreis bilden, als Recyclingsymbol.

Verpackungen

Verhinderung der Freisetzung von Kunststoffgranulat

Kunststoffgranulat ist eine der größten Quellen für unbeabsichtigte Verschmutzung durch Mikroplastik. Jedes Jahr können Tausende Tonnen Granulat aufgrund von Freisetzung bei der Herstellung, dem Umgang und dem Transport in die Umwelt gelangen.

Um diese Verschmutzung zu bekämpfen, hat die EU im Jahr 2025 neue Vorschriften angenommen, um die Freisetzung von Kunststoffgranulat in der gesamten Lieferkette, auch während der Beförderung auf See, zu verhindern.

Die Vorschriften verpflichten Unternehmen, die Kunststoffgranulat verarbeiten, Maßnahmen zu ergreifen, um Austritte und Freisetzungen zu verhindern und diese zu beseitigen, wenn sie auftreten. Je nach Menge des Granulats müssen die Unternehmen möglicherweise auch eine unabhängige Zertifizierung beantragen oder eine Konformitätserklärung vorlegen.

Für die Beförderung von Kunststoffgranulat auf dem Seeweg gelten besondere Anforderungen, darunter Vorschriften für die Verpackung und die Beförderungsangaben.

Die neuen Vorschriften zielen darauf ab, die Freisetzung von Kunststoffgranulat erheblich zu reduzieren und zum Ziel der EU beizutragen, die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik zu verringern.

Die Verordnung ist im Dezember 2025 in Kraft getreten. Die meisten Bestimmungen werden ab Dezember 2027 gelten, sodass die Unternehmen Zeit haben, sich an die neuen Anforderungen anzupassen.

Regulierung des Abfallhandels

In Europa werden jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Abfall erzeugt.

Kunststoffe machen einen erheblichen Teil der erzeugten Abfälle aus und Kunststoffabfälle werden von der EU sowohl importiert als auch exportiert.

2024 aktualisierte die EU ihre Vorschriften, um den Abfallhandel innerhalb der EU und mit Drittländern im Einklang mit dem europäischen Grünen Deal und dem Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft besser zu regulieren.

Darüber hinaus gelten neue, strengere Vorschriften für die Ausfuhr von Kunststoffabfällen in Nicht-EU-Länder.

Siehe auch

Abfallhandel

Ein mit Müll überladenes Schiff, darunter ein paar Müllsäcke und Mülltonnen. Daneben jeweils ein Pfeil nach unten.

Abfall

Darstellung des Kreises der EU-Sterne, umgeben von Symbolen für den grünen Wandel, darunter eine Windkraftanlage, Solarpaneele, Bäume, Tiere, Kulturpflanzen und ein Traktor.

Ein europäischer Grüner Deal

Letzte Überprüfung: 12. August 2026