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Fakten und Zahlen zum Thema Behinderung in der EU

Viele Menschen mit Behinderung stoßen beim Zugang zu den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeitsmarkt, Freizeit und Teilhabe am politischen Leben auf Hindernisse. Fast die Hälfte der EU-Bevölkerung ist der Ansicht, dass Diskriminierung aufgrund einer Behinderung in ihrem Land weit verbreitet ist.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten wollen dafür sorgen, dass alle Menschen mit einer Behinderung:

  • ihre Rechte, einschließlich der Freizügigkeit, wahrnehmen können
  • uneingeschränkt an der Gesellschaft und der Wirtschaft teilhaben können
  • diskriminierungsfrei leben können

Wie viele Menschen mit Behinderung leben in der EU?

Im Jahr 2024 lebten 24 % der EU-Bevölkerung über 16 Jahren mit einer Form von Behinderung.

Laut Eurostat-Schätzungen entspricht das 90 Millionen Menschen bzw. einem von vier Erwachsenen in der EU.

Anteil der Menschen mit Behinderung nach Land

Die nachfolgende Karte zeigt den prozentualen Anteil der Menschen mit Behinderung pro Land (Eurostat-Daten für das Jahr 2024). Um die Prozentsätze für die einzelnen EU-Mitgliedstaaten zu sehen, bewegen Sie die Maus über die Kreise. Lettland hat den höchsten Anteil an Menschen mit Behinderung (41,2 %), gefolgt von Finnland (34,9 %).

Textfassung

Eine Karte der EU, die den prozentualen Anteil der Menschen mit Behinderung nach Land zeigt. Die Länder mit dem höchsten Anteil an Menschen mit Behinderung im Jahr 2024 waren:

-Lettland: 41,2 %

-Finnland: 34,9 %

Mit zunehmendem Alter wächst das Risiko einer Behinderung

Dieses Diagramm zeigt den Anteil der Menschen mit Behinderung der jeweiligen Altersgruppe im Jahr 2024.

Textfassung

Ein horizontales Balkendiagramm, das den Anteil der Menschen mit Behinderung der jeweiligen Altersgruppe im Jahr 2024 anzeigt:

  • 16 bis 19 Jahre: 6 %
  • 20 bis 24 Jahre: 7 %
  • 25 bis 34 Jahre: 9 %
  • 35 bis 44 Jahre: 12 %
  • 45 bis 64 Jahre: 23 %
  • 65 Jahre oder älter: 47 %

Es gibt mehr Frauen mit Behinderung

Im Jahr 2024 war der Anteil an Frauen mit Behinderung in allen Mitgliedstaaten höher als der Anteil der Männer mit Behinderung. In der EU leben durchschnittlich 26,2 % der gesamten weiblichen Bevölkerung mit einer Behinderung, gegenüber 21,5 % der gesamten männlichen Bevölkerung.

Textfassung

Ein doppeltes Balkendiagramm, das den Anteil der Menschen mit Behinderung nach Geschlecht und nach Mitgliedstaat im Jahr 2024 zeigt. Die Länder mit dem größten prozentualen Unterschied zwischen Männern und Frauen waren:

  • Lettland: 6,5 Prozentpunkte
  • Finnland: 6,8 Prozentpunkte
  • Portugal: 9,3 Prozentpunkte

Herausforderungen für Menschen mit Behinderung

54 % fühlen sich diskriminiert

Viele Menschen mit einer Behinderung werden aufgrund ihrer Behinderung schlechter oder ungerecht behandelt. Aus einer Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahr 2023 geht hervor, dass sich 54 % der Menschen mit Behinderung diskriminiert fühlen.

17,7 % haben keine Arbeit

Im Jahr 2020 hatten 17,7 % der Menschen mit Behinderung zwischen 20 und 26 Jahre keine Arbeit, gegenüber 8,6 % der Menschen ohne Behinderung derselben Altersgruppe. Dies trägt zu einem Mangel an finanzieller Autonomie von Menschen mit Behinderung bei.

29 % sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht

Im Jahr 2024 waren 29 % der Menschen mit Behinderung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, gegenüber 18 % der Menschen ohne Behinderung.

20 % gehen vorzeitig von der Schule ab

Die Schulabbrecherquote bei Menschen mit Behinderung ist doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Behinderung. Viele junge Menschen mit Behinderung besuchen Sonderschulen und haben Schwierigkeiten beim Zugang zum regulären Bildungs- und Ausbildungssystem: Nur 29 % erwerben einen höheren Abschluss (postsekundäre Bildung), gegenüber 44 % der Menschen ohne eine Behinderung.

4 Mal so oft mangelnde medizinische Versorgung

Jeder hat das Recht auf Gesundheitsvorsorge und medizinische Versorgung, jedoch ist diese für Menschen mit Behinderung oft zu teuer, zu weit entfernt und mit langen Wartezeiten verbunden.

17 % werden Opfer von Gewalt

Menschen mit Behinderung, insbesondere Frauen, ältere Menschen und Kinder, sind sowohl zu Hause als auch in Pflege- und Betreuungseinrichtungen stärker von Gewalt und Missbrauch bedroht: 17 % der Menschen mit Behinderung werden Opfer von Gewalt, gegenüber 8 % der Menschen ohne Behinderung.

Weitere Informationen

Barrierefreier Zugang zu Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen

Barrierefreier Zugang zu Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen

Europäischer Behindertenausweis

Europäischer Behindertenausweis

Nichtdiskriminierung

Nichtdiskriminierung

Letzte Überprüfung: 10. Februar 2026