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  • Rat (Wettbewerbsfähigkeit)

Rat „Wettbewerbsfähigkeit“ (Binnenmarkt und Industrie), 24. Mai 2024

Wichtigste Ergebnisse

Binnenmarkt und Industrie

A-Punkte

Die Ministerinnen und Minister haben zwei Gesetzgebungsdossiers angenommen: 

  • die Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit
  • Änderung der Verordnung über den Schengener Grenzkodex

Ferner hat der Rat die Punkte auf der Liste der nicht die Gesetzgebung betreffenden A-Punkte ohne Aussprache angenommen.

Zukünftige Industriepolitik der EU

Die Ministerinnen und Minister haben Schlussfolgerungen des Rates zum Thema „Eine wettbewerbsfähige europäische Industrie als Motor für unsere grüne, digitale und widerstandsfähige Zukunft“ gebilligt. In den Schlussfolgerungen werden die Lage des Industriesektors in der EU analysiert, Möglichkeiten zur Verbesserung der Innovation, des Zugangs zu Finanzierung und des Geschäftsumfelds für Unternehmen ausgelotet und die wichtigsten Grundsätze einer künftigen Industriepolitik der EU vorgeschlagen. 

Die ehrgeizigen Ziele der Union im Hinblick auf eine Führungsrolle im digitalen Bereich und im Hinblick auf Klimaneutralität bieten wichtige Möglichkeiten für den Aufbau einer Vorreiterrolle der Industrie und die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze. Mit dem bevorstehenden Beginn eines neuen Mandats der Europäischen Kommission ist es jetzt an der Zeit, über die Zukunft nachzudenken, die Grundlagen für eine europäische Industriepolitik zu schaffen und Leitlinien für das weitere Vorgehen auf dem Weg zu einem neuen Deal für die europäische Wettbewerbsfähigkeit vorzugeben.

Jo Brouns, flämischer Minister für Wirtschaft, Innovation, Arbeit, Sozialwirtschaft und Landwirtschaft

Zukunft des Binnenmarkts

Der Rat hat Schlussfolgerungen zur Zukunft des Binnenmarkts gebilligt, die sich auf den Impuls des hochrangigen Berichts stützen, den Enrico Letta, Präsident des Jacques-Delors-Instituts und ehemaliger italienischer Ministerpräsident, vorgelegt und auf der außerordentlichen Tagung des Europäischen Rates vom 18. April erläutert hat. In den Schlussfolgerungen wird eine ganzheitliche neue Strategie für den Binnenmarkt gefordert, in deren Mittelpunkt der Regelungsrahmen steht, mit dem die potenziellen Vorteile des Binnenmarkts gestärkt werden – insbesondere mit Blick auf die Verwirklichung eines fairen, grünen und digitalen Wandels, stärker integrierte Dienstleistungen, hochwertige Arbeitsplätze und widerstandsfähige Lieferketten. 

Der Binnenmarkt ist eine der größten Errungenschaften der Europäischen Union. Er hat zum sozialen Wohlergehen unserer Bürgerinnen und Bürger beigetragen und unsere wirtschaftliche Position in der Welt gestärkt. Wir sollten uns jedoch nicht einfach zurücklehnen, denn der Binnenmarkt ist nach wie vor fragmentiert, nicht alle Menschen profitieren gleichermaßen von ihm und die großen Akteure setzen ihre eigenen Regeln durch. Die heute angenommenen Schlussfolgerungen enthalten einen Fahrplan zur Stärkung unseres Binnenmarkts und zur Vorbereitung auf die künftigen globalen Herausforderungen.

Pierre-Yves Dermagne, belgischer Vizepremierminister und Minister der Wirtschaft und der Arbeit

Vergabe öffentlicher Aufträge in der EU

Die Ministerinnen und Minister haben ferner Schlussfolgerungen des Rates zum Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs mit dem Titel „Öffentliches Auftragswesen in der EU – Weniger Wettbewerb bei der Vergabe von Aufträgen für Bauleistungen, Waren und Dienstleistungen im Zeitraum 2011-2021“ angenommen. Die Schlussfolgerungen tragen den Titel „Verbesserung eines fairen und nachhaltigen Wettbewerbs bei der Vergabe öffentlicher Aufträge der EU für Bauleistungen, Waren und Dienstleistungen“ und geben die Reaktion der für Wettbewerbsfähigkeit zuständigen Ministerinnen und Minister auf diesen Bericht wieder. Darin wird als eine der Prioritäten für die nächste Amtszeit der Kommission vorgeschlagen, einen EU-weiten strategischen Aktionsplan für das öffentliche Auftragswesen einzuführen.

Das öffentliche Auftragswesen ist eine der wichtigsten Triebkräfte für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung und kann ein wirksames Instrument sein, um unsere strategischen Ziele zu erreichen. Wir müssen jedoch sicher sein, dass wir aus jedem Euro, den wir für öffentliche Aufträge ausgeben, das Meiste herausholen. Dabei müssen wir sicherstellen, dass klare Regeln gelten, Informationen leicht zugänglich sind und zwischen allen Marktteilnehmern ein echter Wettbewerb herrscht.

Pierre-Yves Dermagne, belgischer Vizepremierminister und Minister der Wirtschaft und der Arbeit

Sonstiges

Der belgische Vorsitz hat die Ministerrunde über den Stand der Gesetzgebungsdossiers informiert, an denen er gearbeitet hat. Dazu gehören die Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug, die Verordnung über Zahlungsverzug, die Verordnung über Zwangslizenzen und das Maßnahmenpaket zur Senkung des Verwaltungsaufwands um 25 %.

Die Ministerinnen und Minister wurden ferner über Folgendes informiert:

  • Mitteilung der Kommission über Biotechnologie
  • Ministererklärung der D9+-Ministertagung
  • EU-Paket für eine nachhaltige CO2-Politik für die chemische Industrie
  • Notwendigkeit von Überlegungen zur möglichen Finanzierung der Industriepolitik auf EU-Ebene: „Stärkung der europäischen Industrie zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit“ 
  • Erklärung über die Entsendung von Arbeitnehmern
  • Regulierung und Harmonisierung pyrotechnischer Gegenstände
  • Zollmaßnahmen der USA
  • Europäischer Tag des Wettbewerbs
  • Der künftige ungarische Vorsitz hat sein Arbeitsprogramm im Bereich Binnenmarkt und Industrie vorgestellt.

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