- Internationales Gipfeltreffen
Gipfeltreffen EU-Republik Korea, 10. Juni 2026
Wichtigste Ergebnisse
Das elfte Gipfeltreffen EU-Republik Korea hat die Gelegenheit geboten, die strategische Partnerschaft zwischen der EU und der Republik Korea in all ihren Dimensionen voranzubringen. Das Gipfeltreffen hat gezeigt, dass beide Partner verlässlich und berechenbar sind und konkrete Vorteile für einander bringen.
Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, haben die EU vertreten. Präsident Lee Jae Myung hat die Republik Korea vertreten.
Auf unserem heutigen Gipfeltreffen haben wir die strategische Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und der Republik Korea weiter vertieft, wodurch wir unsere Zusammenarbeit in allen Bereichen stärken und weiter zum Wohlstand und zur Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger beitragen.
Präsident Costa
Die Führungsspitzen haben eine Bilanz der Fortschritte gezogen, die seit dem letzten Gipfeltreffen zwischen der EU und der Republik Korea vor drei Jahren erzielt wurden, um ihre bilaterale Zusammenarbeit in Bereichen von strategischer Bedeutung – wie Handel, Investitionen, Verteidigung und Sicherheit, digitale Technologien, Energie und Forschung – weiter zu vertiefen.
Sie haben auch die aktuellen geopolitischen Entwicklungen erörtert.
Zum Abschluss des Gipfeltreffens haben die EU und die Republik Korea eine gemeinsame Erklärung abgegeben.
Wirtschaft und Wohlstand
Die EU und die Republik Korea sind übereingekommen, die Partnerschaft für Wettbewerbsfähigkeit EU-Republik Korea ins Leben zu rufen, um die Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Resilienz auf strukturierte Weise zu verbessern. Um unsere Zusammenarbeit noch weiter zu vertiefen, haben die Führungsspitzen ferner die Einrichtung des hochrangigen Wirtschaftsdialogs zwischen der EU und der Republik Korea gebilligt.
Die Führungsspitzen haben betont, wie wichtig die robuste und florierende Wirtschaftspartnerschaft, die auf dem Freihandelsabkommen (FHA) zwischen der EU und der Republik Korea beruht, ist.
Seit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens haben der bilaterale Handel und die bilateralen Investitionen erheblich zugenommen. Im Durchschnitt nahm der Warenhandel zwischen 2011 und 2025 jährlich um 5,3 % zu.
Die EU und die Republik Korea werden weiterhin bei der wirtschaftlichen Sicherheit und aufkommenden Problemstellungen im Bereich Handel zusammenarbeiten und durch strategische Diversifizierung diversifizierte und widerstandsfähige Lieferketten fördern.
Abkommen über den digitalen Handel
Die Führungsspitzen begrüßten die Unterzeichnung des Abkommens über den digitalen Handel zwischen der EU und der Republik Korea, das ihre digitale Partnerschaft weiter stärken und innovationsorientiertes Wachstum fördern wird.
Ziel des Abkommens, mit dem das Freihandelsabkommen ergänzt wird, ist es, gemeinsame Vorschriften in Bereichen wie grenzüberschreitende Datenströme, elektronische Verträge, digitale Signaturen, Verbraucherschutz und Online-Handel zu schaffen.
Handel EU-Republik Korea: Zahlen und Fakten
Internationale Angelegenheiten
Die EU und die Republik Korea haben ihr gemeinsames Bekenntnis zum Multilateralismus, zur regelbasierten internationalen Ordnung und zu mehr Wirksamkeit und Kosteneffizienz bei den Vereinten Nationen bekräftigt. Das Gipfeltreffen hat unter Beweis gestellt, wie wichtig eine offene und konstruktive Zusammenarbeit bei der Bewältigung der gegenwärtigen geopolitischen Herausforderungen ist.
Wir sind gleichgesinnte Partner und geeint in unserer Überzeugung, dass internationale Zusammenarbeit, Stabilität und Berechenbarkeit zusammen mit einer offenen, freien und regelbasierten Ordnung nach wie vor die beste Möglichkeit zur Stärkung unserer gemeinsamen Sicherheit und unseres gemeinsamen Wohlstands darstellen.
Präsident Costa
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine
Die Führungsspitzen haben den Krieg Russlands gegen die Ukraine verurteilt, die Bedeutung einer vollständigen Waffenruhe betont und ihre Unterstützung für einen gerechten und dauerhaften Frieden bekräftigt.
Die EU und die Republik Korea sind entschlossen, die Erholung und den Wiederaufbau der Ukraine zu unterstützen, und haben erörtert, wie sie ihre Unterstützung für die Ukraine verstärken können.
Ferner haben die Führungsspitzen Russland und die DVRK nachdrücklich aufgerufen, unverzüglich jede militärische Zusammenarbeit einzustellen und die Charta der Vereinten Nationen und alle einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen einzuhalten.
Koreanische Halbinsel
Die Führungsspitzen brachten ihre tiefe Besorgnis über die wiederholten rechtswidrigen Starts von ballistischen Flugkörpern durch die DVRK zum Ausdruck und bekräftigten ihren Einsatz für die vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel.
Die EU und die Republik Korea bekräftigten ferner ihr Engagement für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel.
Wir unterstützen die Bemühungen der Republik Korea um die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen den beiden koreanischen Staaten durch proaktive Deeskalations- und vertrauensbildende Maßnahmen, die darauf abzielen, durch den Ausbau des Austauschs zwischen den beiden koreanischen Staaten, die Normalisierung der Beziehungen und die erfolgreiche Denuklearisierung ein friedliches Zusammenleben und gemeinsames Wachstum auf der koreanischen Halbinsel zu erreichen.
Gemeinsame Erklärung
Naher Osten
Die Führungsspitzen haben die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten erörtert und zu Folgendem aufgerufen:
- Deeskalation und Zurückhaltung
- Freiheit der Schifffahrt und sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus
- Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur
- uneingeschränkte Achtung des Völkerrechts durch alle Parteien
Indopazifischer Raum
Die Führungsspitzen bekräftigten ihre Unterstützung für die Freiheit der Schifffahrt und des Überflugs, auch im Südchinesischen Meer.
Sie betonten, wie wichtig es ist, Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße zu wahren, und sprachen sich gegen einseitige Versuche aus, den Status quo im indopazifischen Raum zu ändern.
Sicherheit und Verteidigung
Die Führungsspitzen begrüßten die ersten Schritte bei der Umsetzung der im November 2024 unterzeichneten Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft zwischen der EU und der Republik Korea.
Die EU und die Republik Korea betonten ihre Bereitschaft, ihre Zusammenarbeit in folgenden Bereichen zu verstärken:
- Gefahrenabwehr im Seeverkehr
- Cyberbedrohungen und hybride Bedrohungen
- Bekämpfung von ausländischer Informationsmanipulation und Einmischung
- Verstärkung der Architektur der nuklearen Abrüstung, Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle
- sichere und nachhaltige Nutzung und Erforschung des Weltraums
- Verteidigungsinitiativen, einschließlich Fragen im Bereich der Verteidigungsindustrie
Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaften
Digitaler und grüner Wandel
Die Führungsspitzen haben darüber beraten, wie gemeinsam konkrete Maßnahmen ergriffen werden können, um folgende Bereiche zu fördern:
- die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der KI
- die 2022 unterzeichnete digitale Partnerschaft zwischen der EU und der Republik Korea
- die weltweite Expansion von technologieintensiven Start-ups aus der EU und der Republik Korea
- die Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Innovation
- die Energieversorgungssicherheit und Energiewende, einschließlich Bemühungen um sichere und nachhaltige CO₂-arme Technologien
- die Anstrengungen, das 1,5-Grad-Limit für den globalen Temperaturanstieg in Reichweite zu halten
- den Übergang zu einer vollständigeren Kreislaufwirtschaft
- die maritime Zusammenarbeit und den Schutz der Meere
Kontakte zwischen den Menschen
Die stärksten Partnerschaften werden nicht nur von Institutionen, sondern auch von Menschen aufgebaut. Und zum Zeitpunkt dieses Gipfeltreffens sind die Beziehungen unserer Völker in den Bereichen Bildung, Kultur und Innovation enger denn je.
Präsident Costa
In Anerkennung der Bedeutung der Kontakte zwischen den Menschen für die Förderung des gegenseitigen Verständnisses bekräftigten die EU und die Republik Korea, dass sie in den Bereichen Bildung, Kultur, Forschung und Kompetenzen weiterhin eng zusammenarbeiten werden.
Sie haben das Ziel, den Austausch im Bildungsbereich und Kooperationsprojekte zwischen Hochschuleinrichtungen weiter zu fördern, insbesondere im Rahmen des Programms Erasmus+ und der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen.
Vorheriges Gipfeltreffen
Das letzte Gipfeltreffen im Jahr 2023 war ein starkes Signal für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen zwei gleichgesinnten Partnern.
Die Führungsspitzen der EU und Koreas riefen auch die Grüne Partnerschaft zwischen der EU und der Republik Korea ins Leben.
Siehe auch:
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