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Montenegro

Montenegro hat im Dezember 2008 einen Antrag auf Beitritt zur EU gestellt, und im Dezember 2010 wurde dem Land der Status eines EU-Bewerberlands zuerkannt. Die Beitrittsverhandlungen wurden im Juni 2012 aufgenommen. Alle 33 Verhandlungskapitel wurden eröffnet und bislang 21 vorläufig abgeschlossen.

Der Weg zur EU-Mitgliedschaft

EU-Beitrittsgesuch

Der Antrag Montenegros auf Beitritt zur EU wurde am 15. Dezember 2008 eingereicht.

Auf seiner Tagung vom 23. April 2009 ersuchte der Rat die Kommission, zu diesem Antrag Stellung zu nehmen. 2010 gab die Kommission eine befürwortende Stellungnahme zum Antrag Montenegros ab, und der Europäische Rat einigte sich auf seiner Tagung vom 16./17. Dezember 2010 darauf, Montenegro den Status eines Bewerberlands zuzuerkennen.

Beitrittsverhandlungen

Der Rat hat auf seiner Tagung vom 26. Juni 2012 beschlossen, die Beitrittsverhandlungen mit Montenegro zu eröffnen. Dieser Beschluss wurde vom Europäischen Rat in den darauffolgenden Tagen gebilligt.

Tagungen der Beitrittskonferenz

Die Beitrittsverhandlungen finden im Rahmen von Regierungskonferenzen statt (auch „Beitrittskonferenzen“ genannt), an denen Ministerinnen und Minister sowie Botschafterinnen und Botschafter der EU-Mitgliedstaaten und des Bewerberlands teilnehmen. Die Verhandlungen erstrecken sich auf die Gesamtheit der gemeinsamen Rechte und Rechtsvorschriften („EU-Besitzstand“) und sind in verschiedene Kapitel oder Cluster von Kapiteln unterteilt, die verschiedene Politikbereiche umfassen. Beitrittskonferenzen können entweder auf Ministerebene oder auf Stellvertreterebene stattfinden.

Die Beitrittsverhandlungen mit Montenegro wurden am 29. Juni 2012 auf der ersten Tagung der Beitrittskonferenz auf Ministerebene eröffnet. Seitdem wurden 29 Tagungen der Beitrittskonferenz abgehalten. Bislang wurden 33 Verhandlungskapitel eröffnet, von denen 21 vorläufig abgeschlossen wurden.

Die jüngste Tagung der Beitrittskonferenz mit Montenegro wurde am 12. Oktober 2026 abgehalten. Dabei wurden die Verhandlungen über drei Kapitel vorläufig abgeschlossen:

  • Kapitel 17 (Wirtschafts- und Währungspolitik)
  • Kapitel 18 (Statistik)
  • Kapitel 19 (Sozialpolitik und Beschäftigung)

Auf der vorangegangenen Tagung vom 14. Juli 2026 wurden die Verhandlungen über Kapitel 8 (Wettbewerbspolitik) und Kapitel 29 (Zollunion) vorläufig abgeschlossen. Zuvor sind bereits die Verhandlungen über folgende Kapitel vorläufig abgeschlossen worden:

  • Kapitel 2 (Freizügigkeit der Arbeitnehmer) und Kapitel 28 (Verbraucher- und Gesundheitsschutz) am 15. Juni 2026
  • Kapitel 21 (Transeuropäische Netze) am 17. März 2026
  • Kapitel 32 (Finanzkontrolle) am 26. Januar 2026
  • Kapitel 3 (Niederlassungsrecht und freier Dienstleistungsverkehr), Kapitel 4 (freier Kapitalverkehr), Kapitel 6 (Gesellschaftsrecht), Kapitel 11 (Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums) und Kapitel 13 (Fischerei) am 16. Dezember 2025

Im Mai 2021 einigte sich der Rat darauf, die überarbeitete Verfahrensweise bei der Erweiterung auf die Beitrittsverhandlungen mit Montenegro und Serbien anzuwenden, mit dem Ziel, dem Beitrittsprozess neue Impulse zu verleihen, den Schwerpunkt stärker auf grundlegende Reformen zu legen und mehr politische Impulse zu bieten.

Ad-hoc-Gruppe „Ausarbeitung des Beitrittsvertrags mit Montenegro“ des Rates

Am 22. April 2026 wurde auf Beschluss des AStV die Ad-hoc-Gruppe „Ausarbeitung des Beitrittsvertrags mit Montenegro“ (AHWP DATM) eingesetzt.

Ihre Aufgabe ist es, den Vertrag über den Beitritt Montenegros zur EU und die damit zusammenhängenden Rechtsakte vorzubereiten.

Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess

Mit allen Partnern im Westbalkan wurde ein sogenanntes Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen geschlossen, das den allgemeinen Rahmen für ihre jeweiligen Beziehungen zur EU absteckt. Diese Abkommen bestehen parallel zu den EU-Beitrittsverhandlungen und sollen diese unterstützen. Montenegros Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen wurde ratifiziert und trat am 1. Mai 2010 in Kraft.

Stabilitäts- und Assoziationsrat EU-Montenegro

Im Stabilitäts- und Assoziationsrat EU-Montenegro kommen Delegierte der EU und Montenegros zusammen, um die Fortschritte in den Beziehungen zwischen der EU und Montenegro im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses zu überprüfen.

Auf der letzten (der 11.) Tagung des Stabilitäts- und Assoziationsrats EU-Montenegro, die am 14. Juli 2022 in Podgorica stattfand, berieten die Ministerinnen und Minister über die Beitrittsstrategie Montenegros und überprüften die Fortschritte des Landes bei seiner Vorbereitung auf die EU-Mitgliedschaft. Sie führten zudem einen Gedankenaustausch über die jüngsten Entwicklungen in Montenegro und im Westbalkan.

Jährliche Bewertung der Fortschritte

Jedes Jahr zieht der Rat Bilanz über die Fortschritte der einzelnen Bewerberländer und Partnerländer – darunter Montenegro – auf ihrem Weg in die EU.

Am 16. Dezember 2025 hat der dänische Ratsvorsitz Schlussfolgerungen veröffentlicht, die von 26 EU-Mitgliedstaaten politisch unterstützt wurden.

Zusammenarbeit beim Grenzmanagement

Zur Steuerung der Migrationsströme, Unterbindung der illegalen Einwanderung und Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität haben die EU und Montenegro eine Vereinbarung über eine umfassendere Zusammenarbeit bei operativen Tätigkeiten der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (Frontex). Die Vereinbarung ermöglicht es Frontex und Montenegro, gemeinsame Maßnahmen durchzuführen, und Frontex-Personal die Möglichkeit geben, Grenzkontrollen durchzuführen und Personen zu registrieren.

Das Abkommen mit Montenegro wird seit dem 1. Juli 2023 vorläufig angewandt und ist am 1. März 2025 in Kraft getreten.

Europäische Friedensfazilität:

Im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität, einem Instrument zur Verhütung von Konflikten und zur Stärkung der internationalen Sicherheit, hat die EU Unterstützungsmaßnahmen in Höhe von 6 Millionen € zugunsten der Streitkräfte Montenegros angenommen. Die Maßnahmen werden dazu beitragen, die Kapazitäten Montenegros zur Teilnahme an Sicherheits- und Verteidigungsoperationen der EU zu stärken und Ausrüstung für Folgendes bereitzustellen:

  • Realversorgung bei extrem kaltem Wetter
  • Abwehr chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Bedrohungen
  • hubschraubergestützte Such- und Rettungseinheiten

Die Balkan Medical Task Force ist eine regionale Initiative, die Partner im Westbalkan – darunter Montenegro – zusammenbringt, um internationale Operationen militärmedizinisch zu unterstützen. Der Rat hat zwei Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität zugunsten der Taskforce angenommen; die erste im Juni 2022 und die zweite im Oktober 2026. Durch die beiden Maßnahmen mit einem Gesamtbudget von 16 Mio. € werden die Einsatzbereitschaft und die operativen Fähigkeiten der Taskforce gestärkt, darunter auch die, Zivilpersonen im Katastrophenfall zu helfen.

Letzte Überprüfung: 12. Oktober 2026