Skip to content

Stärkung der militärischen Mobilität in der EU

Als Reaktion auf ernsthafte Sicherheitsbedrohungen und -herausforderungen verstärkt die EU ihre Anstrengungen zur Beseitigung der regulatorischen, infrastrukturellen und fähigkeitsbezogenen Hindernisse, die grenzüberschreitende militärische Bewegungen behindern. Dies wird auch dazu beitragen, die Verteidigungsbereitschaft der EU zu erhöhen.

Paket zur militärischen Mobilität 2025

Im November 2025 legten die Europäische Kommission und die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik ein neues EU-Paket zur militärischen Mobilität vor, das aus einem Vorschlag für eine Verordnung zur Schaffung eines Rahmens für Maßnahmen zur Erleichterung des militärischen Transports innerhalb der EU und einer gemeinsamen Mitteilung besteht.

Ziel ist es, die Mitgliedstaaten besser in die Lage zu versetzen, ihre Streitkräfte nahtlos, rasch und in großem Maßstab sowohl innerhalb der EU als auch darüber hinaus zu verlegen.

Das Paket umfasst Maßnahmen, die auf Folgendes abzielen:

  • Harmonisierung der Genehmigungsverfahren und Abbau regulatorischer Hindernisse durch Digitalisierung
  • Einrichtung eines verbesserten europäischen Reaktionssystems für die militärische Mobilität (EMERS) für einen umfangreichen und beschleunigten militärischen Transport, wenn dies unter außergewöhnlichen Umständen erforderlich ist
  • Modernisierung von Verkehrsinfrastruktur mit doppeltem Verwendungszweck und stärkerer Schutz von Infrastruktur, die für den militärischen Transport von entscheidender Bedeutung ist
  • Verbesserung der Verfügbarkeit von Transportfähigkeiten durch einen Solidaritätspool für militärische Mobilität
  • stärkere Koordinierung der militärischen Mobilität auf EU- und auf nationaler Ebene

Am 17. Juni 2026 einigten sich die Vertreter der Mitgliedstaaten auf das Mandat des Rates für Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament über die Verordnung über die militärische Mobilität. Der Rat konzentriert sich darauf, die Flexibilität für die Mitgliedstaaten zu verbessern, die Bestimmungen zu straffen, um sicherzustellen, dass die Streitkräfte sie wirksam umsetzen können, und militärische Fachkenntnisse einzubeziehen.

In seinen Schlussfolgerungen vom 18./19. Juni forderten die EU-Führungsspitzen die beiden gesetzgebenden Organe auf, sich bis Ende 2026 über den Vorschlag zur militärischen Mobilität zu einigen.

Militärische Mobilität in Aktion

Seit 2021 hat die EU ihre Ambitionen im Bereich der militärischen Mobilität in konkrete Investitionen in Infrastrukturen umgesetzt.

Im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ wurden im Zeitraum 2021-2027 Projekte zur Anpassung bestehender Verkehrsnetze mit Mitteln in Höhe von 1,74 Mrd. € finanziert, damit sie sowohl zivilen als auch militärischen Bedürfnissen dienen können. Dadurch wird sichergestellt, dass Straßen, Eisenbahnstrecken, Häfen und Flughäfen auf dem gesamten Kontinent den Anforderungen einer modernen Militärlogistik gerecht werden können.

Die groß angelegte Aggression Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 hat die Dringlichkeit dieser Arbeit erhöht. Die Mitgliedstaaten reagierten darauf, indem sie den Investitionsprozess beschleunigten und die gesamten Mittel im Rahmen von drei Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen zwischen 2021 und 2023 zuwiesen.

Bislang wurden im Rahmen des EU-Programms für militärische Mobilität 95 Projekte in 21 Mitgliedstaaten kofinanziert.

Mit den finanzierten Projekten werden kritische Engpässe bei allen Verkehrsträgern beseitigt. Zu den Schlüsselbereichen, in die investiert werden soll, gehören

  • Brücken, die nicht für schwere Militärfahrzeuge ausgelegt sind und deren Tragfähigkeit erhöht werden muss,
  • inkompatible Spurweiten an den Grenzen,
  • Häfen und Flughäfen ohne Einrichtungen, die für militärische Zwecke geeignet sind, und
  • Straßenabschnitte mit einer Durchfahrtshöhe, die für übergroße militärische Fracht unzureichend ist.

Warum ist militärische Mobilität wichtig?

Die militärische Mobilität ist ein Eckpfeiler der Bemühungen der Europäischen Union, die Verteidigungsbereitschaft und die kollektive Sicherheit zu stärken. Sie ist die Fähigkeit der Streitkräfte und ihrer Ausrüstung, sich rasch, sicher und nahtlos im gesamten Gebiet der EU zu bewegen.

Die militärische Mobilität wurde im Weißbuch zur europäischen Verteidigung – Bereitschaft 2030 aus dem Jahr 2025 als vorrangige Fähigkeit genannt. In dem Weißbuch wird der neue Ansatz der EU für Fragen der Verteidigungsindustrie dargelegt, wobei der Investitionsbedarf ermittelt und Ziele festgelegt werden, um die langfristige Verteidigungsbereitschaft Europas zu gewährleisten.

In den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom 6. März 2025 haben die Staats- und Regierungschefs die militärische Mobilität als einen der vorrangigen Handlungsbereiche auf EU-Ebene genannt.

Eine wirksame militärische Mobilität untermauert die Fähigkeit der EU, Bedrohungen abzuwehren, rasch auf Krisen zu reagieren, die Sicherheit der Union zu wahren und ihre Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Wenn Streitkräfte und Ausrüstung schneller über Grenzen hinweg bewegt werden können, wird damit auch die Zusammenarbeit mit Partnern gestärkt und die umfassenderen Sicherheits- und Verteidigungsziele der EU unterstützt.

Siehe auch

Verteidigungsbereitschaft der EU

Verteidigungsbereitschaft der EU

Mehrere Standortmarker in einer Europakarte mit verschlungenen Verbindungswegen zwischen den Standorten; ein Flugzeug, ein Zug und eine Fähre berühren die Verbindungen.
Bessere Vernetzung im Verkehr

Bessere Vernetzung im Verkehr

Zwei Personen sitzen an Schreibtischen, jeweils umgeben von mehreren Computerbildschirmen mit verschiedenen Datenvisualisierungen.
EU-Mittel für Verteidigung

EU-Mittel für Verteidigung

Letzte Überprüfung: 1. Juli 2026