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EU-Mittel für Verteidigung

Die EU erhöht ihre Verteidigungsausgaben durch mehrere Initiativen und Instrumente im Rahmen des EU-Haushalts.

Wie finanziert die EU die Verteidigung?

Die EU finanziert die Verteidigung über verschiedene Instrumente im Rahmen ihres Haushalts, mit denen Forschungs-, Entwicklungs-, Produktions- und Infrastrukturprojekte unterstützt werden.

Sicherheit und Verteidigung fallen nach wie vor in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten, doch die EU ergänzt und verstärkt die individuellen Anstrengungen der Mitgliedstaaten, indem sie ihnen erhöhte Verteidigungsausgaben ermöglicht und EU-eigene Haushaltsmittel verwendet.

Das wichtigste Instrument für die Verteidigungsfinanzierung ist der Europäische Verteidigungsfonds, der 2021 eingerichtet wurde, um Forschung und Entwicklung im Verteidigungsbereich zu unterstützen. Darüber hinaus finanziert die EU im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ Projekte im Bereich der militärischen Mobilität, um sicherzustellen, dass die Infrastruktur sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke geeignet ist.

Vor dem Hintergrund der radikal veränderten Sicherheitslage seit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine im Jahr 2022 hat die EU ihre Verteidigungsausgaben im Rahmen des EU-Haushalts erhöht.

In diesem Zusammenhang hat die EU

  • 2023 zwei befristete Instrumente zur Unterstützung der Munitionsproduktion und zur Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie durch gemeinsame Beschaffung sowie
  • 2025 das Programm für die Europäische Verteidigungsindustrie angenommen.

Derzeit arbeitet die EU an einer Vereinfachung der bestehenden Regeln und Vorschriften, um Engpässe bei den EU-Rechtsvorschriften im Verteidigungsbereich zu verringern und den Zugang zu EU-Mitteln zu beschleunigen.

Europäischer Verteidigungsfonds

Der Europäische Verteidigungsfonds trat am 29. April 2021 in Kraft.

Der Fonds verfügte im mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2021-2027 ursprünglich über ein Gesamtbudget von fast 7,3 Mrd. € zu jeweiligen Preisen, das für die Finanzierung kooperativer Projekte zur Forschung im Verteidigungsbereich und kooperativer Projekte zur Fähigkeitenentwicklung bereitgestellt wurde.

Mit der Halbzeitüberprüfung des MFR wurde die Mittelausstattung des Europäischen Verteidigungsfonds um 1,5 Mrd. € für Projekte im Rahmen der Plattform für strategische Technologien für Europa aufgestockt.

Der Fonds ergänzt und verstärkt die Anstrengungen der Mitgliedstaaten und fördert die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungsakteuren jeder Größe und geografischen Herkunft in der Union bei der Forschung und Entwicklung sowie im Bereich interoperabler Verteidigungstechnologie und ‑ausrüstung.

Mit dem Fonds werden folgende Ziele verfolgt:

  • Aufbau einer wettbewerbsfähigen, innovativen und effizienten europäischen Verteidigungsindustrie
  • Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Schaffung eines stärker integrierten Verteidigungsmarkts in der EU
  • Ankurbelung der gemeinsamen Forschung und Entwicklung von Verteidigungsgütern und ‑technologien
  • Beitrag zur strategischen Autonomie der EU

Programm für die europäische Verteidigungsindustrie

Am 8. Dezember 2025 hat der Rat das Programm für die Europäische Verteidigungsindustrie (EDIP) angenommen.

Im Rahmen von EDIP stellt die EU 1,5 Mrd. € in Form von Finanzhilfen bereit, um die Verteidigungsbereitschaft Europas im Zeitraum 2025-2027 zu verbessern. Zudem unterstützt sie die Ukraine durch ein spezielles Instrument mit einem Umfang von 300 Mio. €.

Mit dem Programm werden mehrere der in der Europäischen Industriestrategie für den Verteidigungsbereich (EDIS) vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt. Diese Strategie wurde von der Europäischen Kommission und dem Hohen Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik im März 2024 vorgestellt.

Zwei Arbeitskräfte, die beide einen Helm tragen.
Programm für die europäische Verteidigungsindustrie

Programm für die europäische Verteidigungsindustrie

Programm für agile, schnelle Innovation im Verteidigungsbereich:

Am 15. Juli 2026 haben der Rat und das Europäische Parlament eine politische Einigung über den Vorschlag zur Einrichtung des Programms für agile, schnelle Innovation im Verteidigungsbereich (AGILE) erzielt, das mit 115 Mio. € ausgestattet werden soll.

AGILE soll kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – auch Start-ups und Scale-ups – rasch, flexibel und gezielt finanziell unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Entwicklung und Erprobung neuer und disruptiver Verteidigungsgüter, einschließlich der Anpassung ziviler Technologien für Verteidigungsanwendungen.

Das neue Programm soll Anfang 2027 anlaufen.

Militärische Mobilität

Im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ finanziert die EU Projekte im Bereich der militärischen Mobilität. Diese Projekte haben ein Budget von 1,74 Mrd. € und verbessern die Korridore für die militärische Mobilität, damit sich Streitkräfte schneller und besser über Grenzen hinweg bewegen können und die Infrastruktur sowohl an zivile als auch an Verteidigungszwecke angepasst ist.

Nach der Annahme der Halbzeitüberprüfung der Kohäsionspolitik 2021-2027 können die Mitgliedstaaten Mittel aus ihren kohäsionspolitischen Programmen auf Initiativen zur militärischen Mobilität übertragen, falls sie dies wünschen.

Zu den Projekten in diesem Rahmen gehören beispielsweise der Bau und die Modernisierung von Eisenbahnen, die Modernisierung von Straßenabschnitten des Netzwerks und die Verbesserung der Infrastruktur mit Doppelnutzung in Seehäfen, Flughäfen und Binnenwasserstraßen.

Im November 2025 stellten die Europäische Kommission und die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik das Paket zur militärischen Mobilität vor. Ziel ist es, die reibungslose Bewegung von Truppen, Ausrüstung und militärischen Mitteln in der gesamten EU sicherzustellen.

Das Paket besteht aus einem Vorschlag für eine Verordnung und einer gemeinsamen Mitteilung. Am 17. Juni 2026 hat der Rat sein Mandat für Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament über diesen Verordnung gebilligt.

Munitionsproduktion

Im März 2023 erzielte der Rat Einvernehmen über einen dreigleisigen Plan zur Beschleunigung der Lieferung und gemeinsamen Beschaffung von Munition und Flugkörpern an die Ukraine. Die ersten beiden Stränge des Plans in Höhe von jeweils 1 Mrd. € werden über die Europäische Friedensfazilität finanziert, einem Instrument, das direkt von den Mitgliedstaaten finanziert wird.

Am 20. Juli 2023 nahm der Rat den dritten Strang des Plans an: die Verordnung zur Förderung der Munitionsproduktion (Act in Support of Ammunition Production – ASAP). Dieses temporäre Instrument wird aus dem EU-Haushalt finanziert.

Mit dem 500 Mio. € umfassenden Programm wurden Programme zur Förderung der Produktion von Sprengstoffen, Pulver, Granaten, Flugkörpern sowie zur Prüfung und Zertifizierung der Wiederaufbereitung finanziert.

Mit der ASAP hat die EU die Aufstockung der industriellen Produktionskapazitäten in der EU für Boden-Boden- und Artilleriemunition sowie Flugkörper finanziell unterstützt.

Gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern

Am 18. Oktober 2023 trat die Verordnung über die Einrichtung eines temporären Instruments zur Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie durch gemeinsame Beschaffung (European defence industry through common procurement – EDIRPA) in Kraft.

Dieses Instrument schafft Anreize für die Mitgliedstaaten, Verteidigungsgüter gemeinsam zu beschaffen, und verfügt über ein Budget von 310 Mio. €, wovon 300 Mio. € von der EU und 10 Mio. € von Norwegen stammen. Es wird aus dem EU-Haushalt finanziert. 20 EU-Länder waren an EDIRPA-Projekten beteiligt

Das Instrument wird auch dazu beitragen, die Größenvorteile in Bezug auf die Beschaffungsverfahren der Mitgliedstaaten auszuweiten, wodurch die technologische und industrielle Basis der europäischen Verteidigung wettbewerbsfähiger und effizienter gemacht wird.

Die EU unterstützt Investitionen im Verteidigungsbereich auch durch gemeinsame Beschaffung mit dem Instrument für Sicherheitsmaßnahmen in Europa (Security Action for Europe – SAFE), mit dem Mitgliedstaaten auf Anfrage Darlehen im Wert von bis zu 150 Mrd. € bereitgestellt werden.

SAFE wurde am 27. Mai 2025 angenommen und wird von der Europäischen Union über ihre Kreditaufnahmekapazität finanziert, insbesondere durch die Emission von EU-Anleihen.

Die gemeinsame Beschaffung ist auch eine der Säulen des Programms für die Europäische Verteidigungsindustrie (European defence industry programme – EDIP), auf das sich der Rat und das Europäische Parlament am 16. Oktober 2025 geeinigt haben.

Gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern

Gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern

Einfachere Regeln und Verfahren im Verteidigungssektor

Im Zusammenhang mit dem Plan „ReArm Europe“/Bereitschaft 2030 hat die Europäische Kommission Folgendes vorgeschlagen:

  • Maßnahmen zur Vereinfachung des Rechts- und Verwaltungsrahmens im Verteidigungssektor (Omnibus-Paket zur Verteidigungsbereitschaft)
  • neue, gezielte Änderungen an bestehenden EU-Finanzierungsprogrammen

Omnibus-Paket zur Verteidigungsbereitschaft

Der Ratsvorsitz und die Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments erzielten am 10. Juni 2026 eine vorläufige Einigung über neue Rechtsvorschriften, mit denen die Beschaffung im Bereich Sicherheit und Verteidigung vereinfacht, Investitionen erleichtert und die Verteidigungsbereitschaft erhöht werden sollen.

Die vereinfachten Rechtsvorschriften sollen administrative Verzögerungen bei der Beschaffung beseitigen, die Genehmigungsverfahren beschleunigen, die Verbringung von Verteidigungsgütern innerhalb der EU erleichtern und die Zusammenarbeit innerhalb der EU stärken.

Die Einigung eröffnet den Mitgliedstaaten und der Industrie einen klareren Weg zum raschen Handeln und zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit.

Änderungen bestehender EU-Finanzierungsprogramme

Am 18. Dezember 2025 haben der Rat und das Parlament eine Verordnung zur Schaffung von Anreizen für verteidigungsbezogene Investitionen im Rahmen des EU-Haushalts angenommen. Damit wird der Plan „ReArm Europe“/Bereitschaft 2030 umgesetzt und das Ziel verfolgt, schnellere, flexiblere und besser koordinierte Investitionen in die technologische und industrielle Basis der europäischen Verteidigung zu ermöglichen.

Mit den neuen Vorschriften werden fünf bestehende EU-Finanzierungsprogramme geändert:

  • das Programm „Digitales Europa“
  • Horizont Europa
  • den Europäischen Verteidigungsfonds
  • die Fazilität „Connecting Europe“
  • die Plattform für Strategische Technologien für Europa

Darüber hinaus umfasst die Einigung einen wegweisenden Beschluss zur Einbindung der Ukraine in den Europäischen Verteidigungsfonds.

Siehe auch

Verteidigungsbereitschaft der EU

Verteidigungsbereitschaft der EU

Nationale Ausweichklausel für Verteidigungsausgaben

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Ein langer Metallzylinder, der in eine große industrielle Verarbeitungsanlage eingebaut ist.
Was ist das Instrument für Sicherheitsmaßnahmen für Europa (SAFE)?

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Letzte Überprüfung: 15. Juli 2026