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Die ukrainischen Getreideausfuhren im Detail

Seit dem Beginn der Invasion Russlands in die Ukraine im Februar 2022 kam es zu erheblichen Unterbrechungen der ukrainischen Getreideausfuhren. Mehr als vier Monate lang blockierten russische Militärschiffe ukrainische Häfen im Schwarzen Meer.

Zwischen Juli 2022 und Juli 2023 bestand zwischen den Vereinten Nationen, der Türkei und Russland ein Abkommen über die Genehmigung von Ausfuhren über einen sicheren humanitären Seekorridor im Schwarzen Meer (die Schwarzmeer-Getreide-Initiative).Während der Umsetzung der Initiative sind mehr als 1000 mit Getreide und anderen Nahrungsmitteln beladene Schiffe aus drei ukrainischen Häfen (Tschornomorsk, Odessa und Juschne/Piwdennyj) ausgelaufen.

Am 17. Juli 2023 gab Russland seine Entscheidung bekannt, die Schwarzmeer-Getreide-Initiative zu beenden.

Was wurde im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative ausgeführt?

Bis Juli 2023 wurden im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative fast 33 Mio. Tonnen Weizen und andere Nahrungsmittel aus der Ukraine ausgeführt.

Mais machte über 50 % der Ladung aus und war zu Beginn des Krieges am stärksten von den Blockaden der ukrainischen Getreidespeicher betroffen. Er musste schnell abtransportiert werden, um Platz für den im Sommer geernteten Weizen zu schaffen.

Was wurde im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative ausgeführt?

Textfassung

Kreisdiagramm, das den Anteil (gerundet) der verschiedenen Nahrungsmittel an den Ausfuhren im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative zeigt:

  • Mais: 51 %
  • Weizen: 27 %
  • Sonnenblumenerzeugnisse: 11 %
  • Andere: 10 %

Wohin wurde das ukrainische Getreide transportiert?

65 % des im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative ausgeführten Weizens gingen an Entwicklungsländer. Mais wurde beinahe zu gleichen Teilen in Industrie- und Entwicklungsländer ausgeführt.

Anteil an den Getreideausfuhren nach Wohlstandsniveau der Länder

Textfassung

Zwei Kreisdiagramme, die zeigen, wohin Weizen und Mais im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative ausgeführt werden.

65 % des Weizens gingen an Entwicklungsländer und 35 % an Industrieländer.

Bei Mais war das Verhältnis sehr ausgewogen: 51 % gingen an Entwicklungsländer und 49 % an Industrieländer.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP – die größte humanitäre Organisation der Welt) transportierte ebenso Weizen aus den Schwarzmeerhäfen. Mit Stand vom Juli 2023 kam 80 % des Getreidebestands des Programms aus der Ukraine, gegenüber 50 % vor dem Krieg. Während der Umsetzung der Initiative verließen über 725 000 Tonnen Weizen ukrainische Häfen nach Äthiopien, Jemen, Afghanistan, Sudan, Somalia, Kenia und Dschibuti.

Anteil der Ausfuhren nach Nahrungsmittel und Wohlstandsniveau der Länder

Textfassung

Alluviales Diagramm, das den Anteil der verschiedenen Nahrungsmittel und Bestimmungsländer an den Gesamtausfuhren im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative zeigt.

Der Anteil von Weizen an den Gesamtausfuhren von Getreide in Entwicklungsländer und in Industrieländer lag bei 17,6 % bzw. 9,5 %.

Der Anteil von Mais an den Gesamtausfuhren von Getreide in Entwicklungsländer und in Industrieländer lag bei 26,4 % bzw. 24,5 %.

In Entwicklungsländer und in Industrieländer verbrachte Sonnenblumenerzeugnisse entsprachen 9,2 % bzw. 2,2 % der Gesamtausfuhren von Getreide.

Die EU ist ein weltweit wichtiger Produzent und Ausführer von Weizen. Schätzungen zufolge hat die EU im Wirtschaftsjahr 2022/23 31 Mio. Tonnen Weizen ausgeführt. Bestimmungsländer waren unter anderem Algerien, Marokko, Ägypten, Pakistan und Nigeria.

Wie hat sich der Krieg auf die Nahrungsmittelpreise ausgewirkt?

Die Invasion Russlands in die Ukraine hat zu einem erheblichen Anstieg der Nahrungsmittelpreise auf den Weltmärkten geführt. Die Getreidepreise sind besonders stark gestiegen.

Sowohl die Solidaritätskorridore (von der EU geschaffene Routen zur Unterstützung der Ukraine bei der Ausfuhr ihrer landwirtschaftlichen und anderer Erzeugnisse) als auch die Schwarzmeer-Getreide-Initiative haben beträchtlich zur Senkung der Preise beigetragen.

Textfassung

Liniendiagramm, aus dem hervorgeht, wie sich die Getreide- und Weizenpreise zwischen Januar 2021 und August 2023 auf der Grundlage der Indizes des Internationalen Getreiderats geändert haben. Die Preise stiegen zu Beginn der russischen Invasion in die Ukraine stark an und blieben bis Mai 2022 auf einem hohen Niveau. Ende Mai wurden die Solidaritätskorridore eingerichtet; von da an begannen die Preise zu fallen. Im Juli 2022 wurde die Schwarzmeer-Getreide-Initiative ins Leben gerufen. Im September und Oktober 2022 sind die Preise noch einmal leicht gestiegen, im November und Dezember 2022 jedoch wieder gefallen. Seither sind die Preise – bei einigen Schwankungen – kontinuierlich zurückgegangen. Als Russland im Juli 2023 bekannt gab, die Initiative zu beenden, stiegen die Preise jedoch wieder an. Die Preisunsicherheit bleibt bestehen.

Die Aufrechterhaltung der ukrainischen Getreidelieferungen ist für die weltweite Ernährungssicherheit nach wie vor von entscheidender Bedeutung.