Was sind die größten Cyberbedrohungen in der EU?
Cyberbedrohungen nehmen an Zahl und Komplexität zu. Die EU-Länder verstärken ihre Cybersicherheit, um die kritische Infrastruktur, die wirtschaftliche Stabilität und die digitale Privatsphäre zu schützen.
Warum bessere Cybersicherheit so wichtig ist
Eine Cyberbedrohung ist jede böswillige Tätigkeit, die darauf abzielt, die Integrität, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit digitaler Systeme, Netze oder Daten zu gefährden.
Cyberbedrohungen nehmen in ganz Europa und weltweit weiter zu. 2020 erreichten die weltweiten wirtschaftlichen Kosten durch Cyberkriminalität ein Niveau, das doppelt so hoch war wie 2015.
Cyberangriffe nehmen nicht nur an Zahl, sondern auch an Komplexität zu, da Kriminelle nun fortschrittliche Techniken verwenden – darunter auch generative künstliche Intelligenz –, um ihre Angriffe schwerer erkennbar und abwehrbar zu machen.
Wie die EU Cyberkriminalität bekämpft
Wichtigste Cyberbedrohungen für die EU
Angriffe werden immer ausgeklügelter und vielfältiger und richten sich gegen ein breites Spektrum von Sektoren. Laut der EU-Agentur für Cybersicherheit (ENISA) sind die wichtigsten Cyberbedrohungen, von denen die EU derzeit betroffen ist, folgende:
Bedrohungen der Verfügbarkeit
Angriffe auf die Verfügbarkeit eines Systems oder Dienstes durch Ressourcenerschöpfung oder Überlastung der Netzinfrastruktur
Ransomware
Angreifer übernehmen die Kontrolle über Geräte und verlangen ein Lösegeld dafür, den Zugang zu ihnen wieder freizugeben oder Daten nicht öffentlich preiszugeben
Gefährdung von Daten
unbefugter Zugriff auf sensible, vertrauliche oder geschützte Daten mit dem Ziel, Informationen zu manipulieren, preiszugeben oder zu vernichten
Social Engineering
Angreifer bringen ihre Opfer durch Täuschung dazu, kritische Fehler zu begehen oder sensible Informationen preiszugeben
Malware
schädliche Software, die in Systeme eindringt, Schaden verursacht, Dienste stört und Daten abgreift
Lieferkettenangriffe
Angriffe auf eine Organisation über Schwachstellen in deren Lieferkette; kann zu Kettenreaktionen führen
Bedrohungen der Verfügbarkeit machen 46 % aller Cyberbedrohungen aus
Bedrohungen der Verfügbarkeit, Ransomware und Gefährdung von Daten sind die häufigsten Cyberbedrohungen in der EU.
Gefährdung von Verfügbarkeit – 46 %
Lösegeld-Trojaner (Ransomware) – 27 %
Gefährdung von Daten – 16 %
Andere – 11 %
Wichtigste Akteure hinter Cyberangriffen
Hinter Cyberbedrohungen stecken ganz unterschiedliche Akteure, die von Gruppen mit staatlichen Verbindungen bis hin zu finanziell motivierten Kriminellen, privaten Organisationen und Hacktivisten reichen. Jede Gruppe verfolgt unterschiedliche Methoden und Ziele:
- Akteure aus staatlichem Umfeld
Gruppen mit Verbindungen zu Regierungen, die zu politischen oder strategischen Zwecken Angriffe wie etwa Spionage durchführen - Cyberkriminelle
nutzen opportunistische Angriffe wie etwa Social Engineering zu finanziellen Zwecken - Privatwirtschaftliche aggressive Akteure
Organisationen, die Cyberwaffen entwickeln und verkaufen, oft an Regierungen und Privatpersonen - Hacktivisten
verwenden Hacking und Störungen, um politische oder soziale Veränderungen zu bewirken; werden manchmal von Akteuren aus staatlichem Umfeld unterstützt
Am stärksten von Cyberbedrohungen betroffene Sektoren
Fast 20 % aller Cyberangriffe richten sich gegen Organisationen in der öffentlichen Verwaltung, einem Sektor, der für öffentliche Dienstleistungen und Sicherheit von wesentlicher Bedeutung ist. Es folgen die Sektoren Verkehr (11 %), Finanzen (9 %), digitale Infrastruktur (9 %), Unternehmensdienstleistungen (8 %), breite Öffentlichkeit (8 %) und verarbeitendes Gewerbe (6 %).
Öffentliche Verwaltung – 19 %
Verkehr – 11 %
Finanzen – 9 %
Digitale Infrastruktur – 9 %
Weitere Informationen
Cybersicherheit in der EU: Strategie und wichtigste Maßnahmen
Cybersicherheit: Social Engineering
Online-Sicherheit
Letzte Überprüfung: 5. Februar 2025