- Internationales Gipfeltreffen
Gipfeltreffen EU-Japan, 23. Juli 2025
Wichtigste Ergebnisse
Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, trafen als Vertreter der EU beim 30. Gipfeltreffen EU-Japan in Tokyo mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shigeru Ishiba zusammen.
Die strategische Partnerschaft zwischen Japan und der EU war nie stärker als heute, und sie ist wichtiger denn je.
Gemeinsame Erklärung Japan-EU
Die EU und Japan teilen Werte und Grundsätze wie Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte, Demokratie, Menschenrechte und offener, freier und fairer Handel.
Die Führungsspitzen verpflichteten sich, ihre Partnerschaft in allen Aspekten weiter zu stärken und
- Fortschritte bei Sicherheit und Wohlstand auf globaler Ebene zu erzielen,
- komplexe geopolitische Herausforderungen mit gleichgesinnten Partnern zu bewältigen und
- die regelbasierte internationalen Ordnung zu wahren, in deren Mittelpunkt die Charta der Vereinten Nationen steht.
Zudem erörterten sie aktuelle regionale Fragen, darunter Russlands Krieg gegen die Ukraine, Konflikte im Nahen Osten und die Sicherheitslage im indopazifischen Raum.
Sie nahmen eine gemeinsame Erklärung an und brachten ein neues Bündnis für Wettbewerbsfähigkeit auf den Weg, um eine stabile, berechenbare, regelbasierte, freie und faire Wirtschaftsordnung weiter zu stärken, ein wettbewerbsfähiges Unternehmensumfeld auszubauen und die gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit auf strategische Weise zu verbessern.
Sicherheit und Verteidigung
Da die Sicherheit Europas und des indopazifischen Raums miteinander verknüpft sind, sind die EU und Japan entschlossen, bei gemeinsamen Herausforderungen zusammenzuarbeiten und die Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft zwischen Japan und der EU unter anderem in folgenden Bereichen umzusetzen:
- Cybersicherheit
- hybride Bedrohungen, einschließlich Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland
- Weltraumsicherheit
- Abrüstung
- Nichtverbreitung
- Frauen, Frieden und Sicherheit
In diesem Zusammenhang betonten die Führungsspitzen die Bedeutung der maritimen Sicherheit, einschließlich der Gewährleistung der Freiheit der Schifffahrt und des Schutzes kritischer Unterseeinfrastruktur im Einklang mit dem Völkerrecht.
Sie brachten ferner ihre Unterstützung für eine weitere Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigungsindustrie zum Ausdruck, da eine stärkere Verteidigungsindustrie eine gemeinsame Priorität der EU und Japans ist, und begrüßten die Aufnahme förmlicher Verhandlungen über ein Geheimschutzabkommen.
Die Verteidigung der EU in Zahlen
Wirtschaftliche Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit
Japan und die EU sind strategische Partner, die grundlegende Werte und Interessen teilen, einschließlich der Notwendigkeit, das Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit, Dekarbonisierung, wirtschaftliche Sicherheit und Resilienz zu verfolgen.
Bündnis für Wettbewerbsfähigkeit Japan-EU
Die EU und Japan tragen dazu bei, eine stabile, berechenbare, regelbasierte, freie und faire Wirtschaftsordnung aufrechtzuerhalten und zu stärken. In diesem Zusammenhang betonten die Führungsspitzen die Bedeutung multilateraler Kooperationsbemühungen, einschließlich eines Handelssystems, in dessen Mittelpunkt die Welthandelsorganisation (WTO) steht, und wie wichtig es ist, wirtschaftliche Sicherheitsrisiken in Foren wie der G7 und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anzugehen.
Um die gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit zu fördern und strategische Abhängigkeiten zu verringern, unter anderem durch das neue Bündnis für Wettbewerbsfähigkeit, haben sich die Führungsspitzen verpflichtet, unter anderem in folgenden Bereichen weiter zusammenzuarbeiten:
- Lieferketten für kritische Mineralien
- kritische und aufstrebende Technologien, einschließlich Halbleiter
- kritische Rohstoffe
- Energie
- Verteidigung und Raumfahrt
- Forschung und Innovation
- Digitales
Die Führungsspitzen billigten ferner den Beschluss, die Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen wie wirtschaftliche Sicherheit, Handel und Industriepolitik zu verstärken. In diesem Zusammenhang verpflichteten sie sich, handelsbezogene Arbeitsbereiche in der WTO und in der G7 zu steuern und gemeinsam gegen Bedrohungen im Zusammenhang mit der Widerstandsfähigkeit von Lieferketten, wirtschaftlichem Zwang und nicht marktorientierten Strategien und Praktiken vorzugehen.
Die Zusammenarbeit im Rahmen der Digitalpartnerschaft und des grünen Bündnisses zwischen der EU und Japan, auch in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung, wird ebenfalls die gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Handel zwischen der EU und Japan – Fakten und Zahlen
Multilateralismus
Die EU und Japan sind entschlossen, die Charta der Vereinten Nationen zu achten und das Völkerrecht zu wahren sowie ihre Zusammenarbeit unter anderem in folgenden Bereichen weiter auszubauen:
- Frieden und Sicherheit
- Handel
- Menschenrechte und Gleichstellung der Geschlechter
- Klima und Umwelt
- humanitäre Hilfe
- Entwicklung, einschließlich Finanzierung
- Kampf gegen den Terrorismus und die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität
- Cyber- und künstliche Intelligenz
- Forschung, Bildung und Kultur
- Arbeit
- Transport
Die Führungsspitzen verpflichteten sich ferner, die Verhandlungen über die Assoziierung Japans mit dem Programm „Horizont Europa“ zu beschleunigen, um die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie zu verbessern.
Angesichts der globalen Dreifachkrise aus Klimawandel, Verlust der Biodiversität und Umweltverschmutzung bekundeten die Führungsspitzen ferner ihre Unterstützung für das Übereinkommen von Paris und den Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal sowie ihr Engagement für einen erfolgreichen Abschluss der COP 30, damit das 1,5-°C-Ziel in Reichweite bleibt.
Schutz und Förderung der Menschenrechte
Regionale Fragen
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine
Die Führungsspitzen verurteilten erneut den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und bekräftigten ihr entschlossenes Eintreten für einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine. In diesem Sinne
- forderten sie einen vollständigen und bedingungslosen Waffenstillstand und substanzielle Gespräche für einen echten Frieden;
- brachten sie ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, weiterhin Druck auf Russland auszuüben, unter anderem durch Sanktionen und durch Maßnahmen zur Bekämpfung ihrer Umgehung;
- verurteilten sie die Unterstützung durch Dritte, durch die Russland seinen Krieg weiterführen kann, einschließlich der militärischen Zusammenarbeit mit Nordkorea.
Die Führungsspitzen bekräftigten ferner, dass sie Moldau weiterhin bei der Bewältigung der Folgen des Angriffskriegs Russlands und jeglicher Einmischung in die moldauische Demokratie unterstützen.
Solidarität der EU mit der Ukraine
Ein freier und offener indopazifischer Raum
Die Führungsspitzen brachten abermals ihre Besorgnis über die Lage im Ostchinesischen und im Südchinesischen Meer zum Ausdruck, einschließlich der Militarisierung der umstrittenen Gebilde im Südchinesischen Meer, sowie ihre Ablehnung einseitiger Bestrebungen, den Status quo mit Gewalt oder durch Zwang zu ändern.
Die Führungsspitzen betonten die Bedeutung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße und bekräftigten, dass ihre grundlegende Politik gegenüber Taiwan unverändert bleibt.
Die Führungsspitzen verurteilten ferner nachdrücklich die Fortführung der Nuklearprogramme und Programme für ballistische Flugkörper Nordkoreas und bekräftigten ihren Einsatz für eine unumkehrbare Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel im Einklang mit den Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen.
Naher Osten
Die EU und Japan setzen sich für die Förderung von Frieden und Stabilität im Nahen Osten ein. Zu diesem Zweck bekräftigten die Führungsspitzen ihr Eintreten für
- einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen;
- die Freilassung aller Geiseln;
- einen ungehinderten Fluss humanitärer Hilfe in den Gazastreifen;
- einen dauerhaften und tragfähigen Frieden auf der Grundlage der Zweistaatenlösung.
Die Führungsspitzen brachten ferner ihre Unterstützung für die syrische Bevölkerung und die Bemühungen Libanons um Stabilisierung, Wiederaufbau und eine Reformagenda zum Ausdruck.
Sie begrüßten ferner das Ende der Feindseligkeiten zwischen Israel und Iran und forderten alle Parteien nachdrücklich auf, sich an das Völkerrecht zu halten und von Maßnahmen abzusehen, die zu neuen Eskalationen führen könnten. Sie betonten ferner, dass es Iran niemals gestattet werden darf, Atomwaffen zu erwerben, und dass es seinen rechtsverbindlichen Verpflichtungen hinsichtlich nuklearer Sicherungsmaßnahmen nachkommen muss.
Standpunkt der EU zur Lage im Nahen Osten
Afghanistan
Die Führungsspitzen nahmen mit großer Besorgnis die sich verschlechternde humanitäre Lage und Menschenrechtslage in Afghanistan zur Kenntnis. Sie betonten diesbezüglich die Verantwortung der Taliban, die uneingeschränkte Einhaltung aller internationalen rechtlichen Verpflichtungen Afghanistans, insbesondere im Hinblick auf die Menschenrechte, sicherzustellen und zu verhindern, dass das Land zu einem Zufluchtsort für Terroristen wird.
Besuche am Rande des Gipfeltreffens
Vor dem Gipfeltreffen besuchten Präsident Costa, Präsidentin von der Leyen und die Hohe Vertreterin Kaja Kallas die Expo 2025 in Osaka, einschließlich des EU-Pavillons „Nurturing Tomorrow“. Im Pavillon werden europäische Maßnahmen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Konnektivität, Inklusivität und Sicherheit vorgestellt.
Präsident Costa besuchte ebenfalls den Firmensitz von Hitachi in Tokyo und das Katastrophenpräventionszentrum Tokyo Rinkai.
Hintergrundinformationen
Beziehungen zwischen der EU und Japan
Japan ist der engste strategische Partner der EU im indopazifischen Raum.
Die Beziehungen zwischen der EU und Japan beruhen auf einem Abkommen über eine strategische Partnerschaft und einem Freihandelsabkommen (Wirtschaftspartnerschaftsabkommen), das seit 2019 in Kraft ist.
Seit November 2024 unterhalten die EU und Japan eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, in deren Rahmen sie sich zu einer engeren Zusammenarbeit und einem besseren Informationsaustausch verpflichtet haben.
- Wirtschaftspartnerschaftsabkommen EU-Japan (Europäische Kommission)
- Strategische Partnerschaft EU-Japan (EAD)
- Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft zwischen der EU und Japan (EAD)
Frühere Tagungen
Das letzte Gipfeltreffen zwischen der EU und Japan fand am 13. Juli 2023 in Brüssel (Belgien) statt.
Im Rahmen des Gipfeltreffens verpflichteten sich die Führungsspitzen der EU und Japans, in Bereichen wie Frieden, wirtschaftliche Sicherheit, Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung zusammenzuarbeiten.
Pressemitteilungen
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Sonstige Tagungen: Internationales Gipfeltreffen
Weitere TagungenLetzte Überprüfung: 25. Juli 2025